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International
04.05.2013

Obama wirbt für "kreativen" Kampf gegen Gewalt in Mittelamerika

US-Präsident Obama und Amtskollegin Laura Chinchilla nach einer Pressekonferenz in Costa Rica.
Foto: Alejandro Bolivar (dpa)

Den Kampf gegen die Drogenkartelle in Mittelamerika können die Staaten der Region nach Einschätzung von US-Präsident Barack Obama nur vereint gewinnen.

"Das ist ein gemeinsames Problem, das nur gemeinsam gelöst werden kann", sagte er am Freitag nach einem Treffen mit Costa Ricas Präsidentin Laura Chinchilla in der Hauptstadt San José.

Mittelamerika gilt außerhalb von Kriegsgebieten als die gewalttätigste Region der Welt. Jugendbanden - sogenannte Maras - liefern sich blutige Verteilungskämpfe im Drogenhandel. Honduras ist nach Angaben der Vereinten Nationen mit einer Mordrate von 91,6 Getöteten pro 100 000 Einwohner das gefährlichste Land der Welt.

Obama räumte ein, dass sein Land wegen der Nachfrage nach Drogen und des Schmuggels von Waffen aus den USA ins südlichere Amerika Teil des Problems sei. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International werden jeden Tag rund 2000 Schusswaffen illegal über die US-Grenze geschafft.

Allerdings wolle er den Kampf gegen die Banden nicht weiter militarisieren. Die USA hätten bereits 500 Millionen US-Dollar in den Anti-Drogen-Kampf gesteckt, doch das sei nicht genug. "Wir müssen kreativ sein", sagte Obama. Nötig sei ein breiter Ansatz aus Strafverfolgung, Bildung und Entwicklung. "Je mehr Chancen junge Menschen haben, desto weniger Macht haben die kriminellen Organisationen."

   Chinchilla warb für eine Stärkung der Institutionen, Prävention und eine offene Gesellschaft. "Wir haben keine Streitkräfte und sind trotzdem erfolgreicher als viele unserer Nachbarn im Kampf gegen die Kriminalität", sagte die Präsidentin.

Costa Rica gilt in der Region als Hort des Friedens. Der Öko-Tourismus floriert, High-Tech-Firmen wie Intel haben sich angesiedelt, die Kriminalitätsrate ist relativ gering.

"Costa Rica ist ein Vorbild in nachhaltiger Entwicklung, freiem Handel und Demokratie", sagte Obama. Deshalb sei das Land auch ein aussichtsreicher Kandidat für eine Mitgliedschaft in der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Costa Rica bemüht sich bereits seit längerem um eine Aufnahme.

Nach dem Treffen mit Chinchilla kam Obama zu einem Arbeitsessen mit den Staats- und Regierungschefs der sieben mittelamerikanischen Länder und der Dominikanischen Republik im Nationaltheater zusammen. Zuletzt hatte mit John F. Kennedy 1963 ein US-Präsident an dem Gipfel in San José teilgenommen. Sein Besuch zeige, wie wichtig den USA die Region sei, sagte Obama.

"Wenn die Hemisphäre effektiv zusammenarbeitet, profitieren wir alle. Wenn nicht, verlieren wir den Wettbewerb mit anderen Regionen". Die USA sind mit den Ländern über das Zentralamerikanische Freihandelsabkommen (CAFTA-DR) wirtschaftlich eng verbunden. "Unsere Beziehung darf nicht nur von Sicherheitsfragen geprägt werden, sonst verpassen wir so viele Chance", sagte Obama. (dpa)

CAFTA-DR

Informationen Amnesty International

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