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Krieg

22.01.2019

Israel greift iranische Stellungen in Syrien an

Eine syrische Luftabwehrrakete fliegt am Himmel über Damaskus.
Bild: Ammar Safarjalani, dpa

Reaktion auf Raketenbeschuss der Golanhöhen durch die Al-Kuds-Brigaden. Berichte über mindestens elf Todesopfer und mehrere Verletzte. Warum auch Deutschland jetzt gegen die Regierung in Teheran vorgeht

Bei israelischen Luftangriffen in Syrien sind nach Angaben von Menschenrechtlern elf Menschen getötet worden. Es handele sich um den bisher schwersten Angriff Israels in Syrien, berichteten israelische Medien am Montag. Er war nach israelischen Armeeangaben eine Reaktion auf einen Angriff der iranischen Al-Kuds-Brigaden mit einer Rakete auf die von Israel besetzten Golanhöhen.

„Wir werden solche aggressiven Akte nicht ignorieren“, sagte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Der Iran versuche sich in Syrien militärisch zu etablieren. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, dass bei dem israelischen Angriff zwei Syrer und neun Ausländer getötet worden seien. Mehrere Verletzte seien zudem in kritischem Zustand, sodass die Totenzahl noch steigen könne, erklärte die in Großbritannien ansässige Organisation. Ihre Quellen nannte sie nicht.

Die israelischen Streitkräfte teilten mit, es seien Ziele der Al-Kuds-Brigaden sowie der syrischen Armee angegriffen worden. Darunter seien mehrere Waffenlager und eine Einrichtung auf dem internationalen Flughafen von Damaskus, ein Ziel des iranischen Geheimdienstes sowie ein iranisches Trainingslager. Die Al-Kuds-Brigaden sind die Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarden und werden vor allem im Ausland eingesetzt. Nach russischen Militärangaben wurde auch der Flughafen in Damaskus teilweise getroffen. Mehr als 30 israelische Raketen seien bei den insgesamt drei Angriffen abgewehrt worden. Vier syrische Soldaten seien getötet und sechs weitere verletzt worden, hieß es. Die Angriffe hätten 45 Minuten gedauert.

Unabhängig von den aktuellen Angriffen hat das Luftfahrtbundesamt der iranischen Fluggesellschaft Mahan Air Starts und Landungen in Deutschland untersagt. Die Behörde entzog dem Unternehmen am Montag mit sofortiger Wirkung die Betriebserlaubnis. „Nach Auffassung der Bundesregierung ist das zur Wahrung der außen- und sicherheitspolitischen Interessen der Bundesrepublik Deutschland unverzüglich erforderlich“, erklärte der stellvertretende Sprecher des Auswärtigen Amts, Christopher Burger, in Berlin. Er begründete den Schritt damit, dass die Airline Ausrüstung und Personen in Kriegsgebiete im Nahen Osten – vor allem nach Syrien – transportiere.

Zudem gebe es „gravierende Anhaltspunkte“ für das Agieren iranischer Geheimdienste in Europa. In der vergangenen Woche war ein mutmaßlicher Spion des Irans in Deutschland festgenommen worden, der für die Bundeswehr als Sprachauswerter und landeskundlicher Berater tätig war.

Die US-Regierung begrüßte den Schritt umgehend. „Die Fluggesellschaft transportiert Waffen und Kämpfer in den Nahen Osten und unterstützt damit die destruktiven Ambitionen des iranischen Regimes in der Region“, twitterte Außenminister Mike Pompeo. Er forderte alle Verbündeten auf, dem Beispiel Deutschlands zu folgen.

Die private Mahan Air flog bisher von der iranischen Hauptstadt Teheran drei Mal die Woche nach Düsseldorf und einmal wöchentlich nach München. (dpa)

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