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Warum die Italiener den Populismus gewählt haben

Kommentar Von Julius Müller-Meiningen
05.03.2018

Bei der Wahl in Italien wird klar: Die Bürger haben sich für einen Protest entschieden. Warum sich der vor allem auch gegen die EU richtet.

Italien war schon mehrfach ein politisches Experimentierfeld. Nun nimmt ein weiterer Laborversuch dort seinen Anfang: Bei der Wahl am Sonntag hat die populistische und systemkritische Fünf-Sterne-Bewegung einen klaren Sieg eingefahren. Offenbar wünschen sich die Italiener eine neue, auf dem Papier basisdemokratisch geführte Kraft, deren vage Konturen sich aber noch schärfen müssen.

Wahl in Italien zeigt Misstrauen gegen EU auf

Gleichzeitig ist die Wahl ein klares Misstrauensvotum gegenüber der EU in ihrer gegenwärtigen Form. Wie die Fünf-Sterne-Bewegung schlägt auch der zweite Wahlsieger, die rechtspopulistische Lega, europakritische Töne an. Mit landesweit 18 Prozent übernimmt sie nun die Führung im rechten Parteienspektrum. Zählt man die Stimmen der beiden Protestparteien zusammen, verlangt mindestens die Hälfte der italienischen Wähler eine Kurskorrektur in Brüssel.

Die Grenzen zwischen populistischer Agitation und einer als reformfreundlich getarnten Klientelpolitik sind in Italien fließend. Es gibt dort kaum Parteien, die nicht populistisch agieren. Die Realität allerdings wird auch die bislang von jeder Verantwortung befreiten Fünf-Sterne-Bewegung in neue Bahnen lenken.

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06.03.2018

>> Offenbar wünschen sich die Italiener eine neue, auf dem Papier basisdemokratisch geführte Kraft, deren vage Konturen sich aber noch schärfen müssen. <<

Das lese ich hier zum ersten Mal und kann es so unbegründet auch nicht nachvollziehen; allerdings den Elefanten im Raum nicht zu nennen ist schon bemerkenswert. Man muss sich dazu auch mal die regionale Verteilung der Stimmergebnisse der Lega (ehemals Lega Nord) ansehen.

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