1. Startseite
  2. Politik
  3. JU-Chef Ziemiak wird AKK-Nachfolger als CDU-Generalsekretär

CDU-Parteitag

08.12.2018

JU-Chef Ziemiak wird AKK-Nachfolger als CDU-Generalsekretär

Paul Ziemiak, der neugewählte CDU-Generalsekretär.
Bild: Kay Nietfeld, dpa

Es ist die erste wichtige Personalentscheidung der neuen CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Und sie kommt überraschend schnell.

Der Chef der Unions-Nachwuchsorganisation Junge Union (JU), Paul Ziemiak, ist neuer CDU-Generalsekretär. Die rund 1000 Delegierten des Hamburger Parteitages wählten ihn auf Vorschlag der neuen CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer am Samstag mit nur 62,8 Prozent - ein deutlicher Dämpfer. Ziemiak sagte nach seiner Wahl: "Ich danke Euch für dieses ehrliche Ergebnis."

In seiner Bewerbungsrede hatte der 33-Jährige ein klares Bekenntnis zu klassisch konservativen Werten abgelegt. Er forderte eine Erneuerung der Partei mit einem klaren Kurs und einer klaren Sprache. "Wir müssen die Partei des Rechtsstaats sein". Zur AfD abgewanderte Wähler wolle er zurückholen, "auch mit einem klaren Bekenntnis zu diesem Land". Ziemiak sprach sich für eine konsequente Abschiebung terroristischer Gefährder aus, verwechselte in seinen Ausführungen allerdings den Fall des nach Tunesien abgeschobenen mutmaßlichen Ex-Leibwächters von Osama bin Laden, Sami A., mit dem Attentäter vom Berliner Breitscheidtplatz, Anis Amri. In der sozialen Debatte dürfe es nicht immer nur Superreiche und Hartz IV gehen . "Ganz normale Familien, diejenigen, die fleißig sind in diesem Land", müssten im Fokus stehen, sagte er.

Annegret Kramp-Karrenbauer schlägt Paul Ziemiak als Generalsekretär vor

Die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hatte Ziemiak den rund 1000 Delegierten des Hamburger Parteitages als neuen Parteimanager vorgeschlagen. Die Union habe die größte Jugendorganisation, diese Chance sollte genutzt werden, sagte Kramp-Karrenbauer. Zugleich widersprach sie der Darstellung, nach der Kampfkandidatur um den Parteivorsitz gebe es tiefe Risse in der CDU: "Nein, die Partei ist nicht gespalten."

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Es habe es noch nie in der CDU gegeben, dass ein JU-Chef Generalsekretär geworden sei, sagte die CDU-Chefin. Mit dem Wechsel muss Ziemiak das Amt des JU-Chefs abgeben. In der CSU hatte es einen solchen Übergang schon gegeben: Der heutige Ministerpräsident Markus Söder kam 2003 als JU-Landeschef in Bayern ins Amt des CSU-Generalsekretärs.

Paul Ziemiak ist ein Freund von Jens Spahn

Der 33-jährige Ziemiak gilt als Freund von Gesundheitsminister Jens Spahn, der im Rennen um den Vorsitz unterlegen war. Kramp-Karrenbauer könnte mit der überraschenden Personalie sowohl die Jungen in der Partei als auch konservative Kritiker der Politik der bisherigen Vorsitzenden Angela Merkel ansprechen. 

Am Freitag war die frühere saarländische Ministerpräsidentin in einer Kampfabstimmung gegen Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz zur Nachfolgerin von Kanzlerin Angela Merkel zur CDU-Vorsitzenden gewählt worden.

Am zweiten Tag des Parteitags sagte Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU), die Union müsse zur Sacharbeit zurückkehren. Sie müsse dafür sorgen, dass die Menschen sicher und gut leben könnten, dass das Land eine Zukunft habe. Der dpa sagte er: "Allen ist nach dieser Wahlentscheidung klar, dass die CDU nur stark ist, wenn alle Parteimitglieder und alle Parteiflügel an einem Strang ziehen." (dpa/AZ)

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

08.12.2018

Nach Informationen der Online Redaktion der „Rheinischen Post“ hatte der JU-Vorsitzende am Donnerstagabend vor Vertretern der Jungen Union gesagt, dass er nicht für Kramp-Karrenbauer stimmen werde. Er begründete dies damit, dass seine Heimat Nordrhein-Westfalen beziehungsweise das Sauerland seien.
Hier bekommt der Spruch, „zuerst das (Sauer-)Land und dann die Partei“, eine ganz neue Bedeutung. In Zeiten der Globalisierung sollte die CDU bei der Auswahl des Führungspersonals auf Weltoffenheit allerdings Wert legen.

Permalink
Lesen Sie dazu auch
P_1BK89O.jpg
EU-Austritt

Brexit: Die Revolte ist vertagt, der Kampf geht weiter

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden