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Umfrage

25.01.2020

Jeder Fünfte findet: Holocaust-Gedenken nimmt zu viel Raum ein

Blick auf das Eingangstor des ehemaligen deutschen Konzentrationslagers Auschwitz mit dem zynischen Schriftzug «Arbeit macht frei».
Bild: Robert Michael, dpa (Symbolbild)

Welche Rollte sollte der Holocaust in der deutschen Erinnerungskultur einnehmen? Eine Umfrage zeigt, wie die Deutschen den Umgang mit dem Thema beurteilen.

Mehr als jeder Fünfte in Deutschland findet, der Holocaust spielt in der deutschen Erinnerungskultur eine zu große Rolle. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov für die Deutsche Presse-Agentur stimmten 22 Prozent der Aussage zu, das Holocaust-Gedenken nehme im Vergleich zu anderen Themen zu viel Raum ein. Auf der anderen Seite sind allerdings auch 24 Prozent der Meinung, das Gedenken sollte noch ausgebaut werden. 45 Prozent vertreten die Ansicht, so, wie es gehandhabt wird, ist es genau richtig.

Bei den AfD-Wählern ist der Anteil derjenigen, die ein Zuviel an Gedenken und Erinnerung sehen, besonders groß. Mehr als jeder Zweite (56 Prozent) ist dieser Meinung. Die meisten Anhänger der anderen im Bundestag vertretenen Parteien stimmen der Aussage zu, dass Gedenken beziehungsweise das Erinnern an den Holocaust sei in Deutschland genau richtig. 

Erinnerungskultur: Welchen Stellenwert sollte der Holocaust einnehmen?

Der damalige AfD-Chef Alexander Gauland hatte im Juni 2018 mit einer Äußerung zur Nazi-Zeit für Empörung gesorgt: "Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte", sagte er. Später bezeichnete Gauland seine Äußerung als "missdeutbar und damit politisch unklug". 

Der Präsident des Zentralrates der Juden, Josef Schuster, hatte vor wenigen Tagen gewarnt, immer mehr Menschen wollten einen Schlussstrich ziehen, um in ihrer Komfortzone zu bleiben. Um die Erinnerung wach zu halten, seien Bildung und Erziehung unverzichtbar. Nur so könne die "monströse Aufgabe" gelingen, jungen Menschen das Geschehene - den nationalsozialistischen Völkermord an Millionen Menschen - zu vermitteln.

75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee gibt es immer weniger direkt Betroffene, die über die Geschehnisse berichten können. 67 Prozent der Deutschen glauben der YouGov-Umfrage zufolge, dass die Erinnerung an den Holocaust und die Verbrechen des Zweiten Weltkrieges stärker in Vergessenheit geraten werden, wenn die Generation der Zeitzeugen nicht mehr leben wird. 24 Prozent sind nicht dieser Ansicht. 

Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz jährt sich zum 75. Mal

Ihr Wissen über den Holocaust - also den Völkermord an Millionen europäischen Juden - haben die meisten Menschen aus Filmen, Büchern und anderen Medien (43 Prozent). 37 Prozent nennen die Schule als Hauptwissensquelle, 9 Prozent die Familie und den Bekanntenkreis. Mehr als jeder zweite Befragte (55 Prozent) hat nach eigenen Angaben schon mit älteren Familienmitgliedern über deren Erinnerungen an die Zeit während des Zweiten Weltkrieges gesprochen.

Am Montag, dem 27. Januar, jährt sich zum 75. Mal die Befreiung des deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz im von Hitler-Deutschland besetzten Polen durch die Rote Armee. Allein dort brachten die Nationalsozialisten mehr als eine Million Menschen um. Der Holocaust kostete insgesamt rund sechs Millionen Juden das Leben. Sie wurden von den Deutschen erschossen und in Gaskammern ermordet oder starben an den Folgen von Hunger, Krankheit und Erschöpfung. (dpa)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: 75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz: Diese Geschichte ist niemals vorbei

75 Jahre nach der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau hat ein Künstler 75 Holocaust-Überlebende in Israel porträtiert. Eine Auswahl an Bildern.
12 Bilder
"Survivors": Den letzten Zeitzeugen des Holocaust ins Gesicht blicken
Bild: Martin Schoeller
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27.01.2020

Diese beispielslose Grausamkeit darf nicht vergessen werden und es kann nicht oft genug darüber informiert werden!
Warum?
Weil die Menschheit offensichtlich nichts Nachhaltiges gelernt hat.
was macht man gegen die Menschen und Machtstrukturen, die heute Millionen Menschen zur Flucht treibt?
Ja es sind üblicherweise nicht irgend welche anonymen Naturgewalten, die die großen Fluchtbewegungen verursachen - es sind ganz offensichtlich Menschen und politische und kriminelle Organisationen - die natürlich aus Menschen bestehen!
Warum werden diese Menschen - nach den geschichtlichen Erfahrungen - nicht öffentlich genannt und in DenHaag zur Fandung ausgeschrieben? Man muss die Verbrechen gegen die Menschlichkeit aufzeigen und dazu Roß-und-Reiter benennen!
Was heute auf dieser Erde stattfindet, schreit zum Himmel - und die zivilisierte Menschheit schaut wieder einmal - nahezu schweigend zu ....

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