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Corona-Impfskandal

19.02.2021

Justizministerin sieht Strafen für Impfvordrängler skeptisch

Justizministerin Christine Lambrecht teilt die Empörung über Impfvordrängler.
Bild: Kay Nietfeld, dpa

Exklusiv Justizministerin Christine Lambrecht teilt die Empörung über Impfvordrängler, setzt aber lieber auf die abschreckende Wirkung der Medienberichte als auf Strafen.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat sich skeptisch gegenüber einer rechtlichen Verfolgung sogenannter Impfvordrängler ausgesprochen, die sich entgegen der Prioritätenliste Corona-Schutzimpfungen gesichert hatten. „Wenn sich hier jemand vordrängelt, ohne an der Reihe zu sein, ist das absolut inakzeptabel“, sagte die SPD-Politikerin im Interview mit unserer Redaktion. Sie verstehe deshalb die Empörung darüber.

Ministerin Lambrecht nennt Impfvordrängeln verwerfliches Verhalten

„Es gab ja scharfe Kritik daran und ich hoffe, dass die Berichterstattung über diese Fälle abschreckende Wirkung hat und jedem klarmacht, wie verwerflich ein solches Verhalten ist“, sagte Lambrecht.

„Ob darüber hinaus auch Sanktionen erforderlich sind, muss man sich genau anschauen“, sagte sie. Die Ministerin fügte aber hinzu: „Ich bin da zurückhaltend.“

Unsere Redaktion hatte vergangene Woche enthüllt, dass in Pflegeheimen Heimleiter ihre Lebenspartner impfen ließen. Auch der Augsburger Bischof Bertram Meier hatte sich am Mittwoch öffentlich dafür entschuldigt, dass auch er sich eine frühe Impfung gesichert hatte. (AZ)

Das gesamte Interview mit Bundesjustizministerin Christine Lambrecht finden Sie hier.

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19.02.2021

Gibts nichts Wichtigeres, in Deutschland, dem Land der Impfskeptiker? Das muß man ja schon wirklich bald eine Impfhysterie nennen.

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19.02.2021

Diese Vordrängler fördern zumindest die Impfbereitschaft der Bevölkerung, ist ja auch nicht schlecht. Vorher haben viele laut gerufen, es sollen sich erst mal Politiker etc. impfen lassen, bevor sie sich das Zeug spritzen lassen.

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19.02.2021

Sie setzt lieber auf die abschreckende Wirkung der Medienberichte.

Das ist doch Quatsch.
Hier müssen Strafen her.

Immerhin nimmt der "Vordrängler" einem anderen die Impfung weg, der in der definierten Reihenfolge, weit vor ihm platziert ist.
Und wenn dies auch noch wissentlich provoziert wird, Namen auf eine Liste für Pflegepersonal setzen, obwohl dieser in der Einrichtung überhaupt nicht beschäftigt ist, so könnte man sogar sagen, dies grenzt an Körperverletzung.

Was passiert, wenn eben jener schwer an Corona erkrankt, dem er die Impfdosis weggenommen hat?

Eventuell sollte man diesen Sachverhalt mal aus diesem Blickwinkel betrachten.

Ich habe nichts dagegen, wenn am Ende des Tages, übrig gebliebene Impfdosen, an bestimmte Personen verimpft werden, damit diese nicht weggeworfen werden müssen. (sind ja eh derzeit noch Mangelware)
Hier sollte es aber ebenfalls eine "Prioritätenliste" oder so etwas wie eine "Add-Hoc-Liste" geben. (Add-Hoc-Liste ==> Personen aus den nächsten Gruppen, die schnell "einspringen" könnten)

Und warum Lehrer und Erzieher hier "übergangen" werden, kann ich nicht nachvollziehen.

Aber. Was ist den an den aktuellen politischen Entscheidungen überhaupt noch verständlich?

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19.02.2021

Ist doch eh nur ein Problem mit dem sich der Pöbel rumschlagen darf wer zuerst geimpft wird und wer noch warten muss. Die Reichen setzen sich in den Flieger und lassen sich im Ausland spritzen.

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