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Kinder unter den Opfern

12.05.2020

Kabul: Viele Tote bei Attacken auf Klinik und Beerdigung

Glasscherben liegen auf dem Boden nach einer der Explosionen in Kabul, der Hauptstadt Afghanistans.
Bild: Rahmatullah Alizadah/XinHua/dpa

Die Gewalt in Afghanistan nimmt kein Ende. Lange Zeit war es ruhiger in der Hauptstadt Kabul. Nun erschüttern gleich zwei schwere Anschläge das Land.

Bei zwei Anschlägen in Afghanistan sind mindestens 40 Menschen getötet worden, darunter auch Neugeborene. Die Angriffe galten der Entbindungsstation eines Krankenhauses in Kabul sowie einer Trauerfeier in der östlichen Provinz Nangarhar, wie Behördenvertreter mitteilten.

Afghanistans Präsident Aschraf Ghani kündigte am Abend während einer Fernsehansprache an die Nation eine offensive Haltung der Streitkräfte an. Gleichzeitig forderte er die Taliban erneut zu einer Waffenruhe auf. Seit Ende Februar war Afghanistans Armee in einer defensiven Haltung. Diese wurde vor knapp zwei Monaten teilweise aufgehoben.

Am Morgen stürmten laut Innenministerium drei Unbekannte die Entbindungsstation eines Krankenhauses in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Sie töteten zwei Neugeborene und ihre Mütter, insgesamt mindestens 16 Menschen. 16 weitere Zivilisten, darunter auch Kinder, seien verwundet worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Alle Angreifer seien inzwischen von Spezialkräften getötet worden.

Kabul: Viele Tote bei Attacken auf Klinik und Beerdigung

Sicherheitskräfte brachten nach Angaben des Innenministeriums mehr als 100 Menschen in Sicherheit, darunter viele Frauen und Kinder. Zuvor habe es mehrere Explosionen gegeben und Schüsse seien gefallen. Auch Ärzte ohne Grenzen (MSF) sei in dem Krankenhaus tätig und leite die Entbindungsstation, teilte die Hilfsorganisation auf Twitter mit.

In der östlichen Provinz Nangarhar sprengte sich am Dienstag ein Selbstmordattentäter während einer Beerdigung in die Luft und tötete mindestens 24 Menschen. Über 68 weitere Menschen seien bei der Trauerfeier für einen lokalen Polizeichef verletzt worden, sagte ein Regierungssprecher aus der Provinz. Zwei weitere Provinzpolitiker sprachen von mindestens 45 Toten.

In der westlichen Provinz Farah seien zudem bei nächtlichen Gefechten zwischen Regierungstruppen und Taliban mindestens zwei Kinder durch Mörserbeschuss getötet worden, sagten zwei Provinzräte.

Der stellvertretende zivile Vertreter der Nato in Afghanistan und die Menschenrechtsorganisation Amnesty International verurteilten die Anschläge aufs Schärfste. Keine Gruppe bekannte sich bisher zu den Angriffen in Kabul und Nangarhar. Die militant-islamistischen Taliban dementierten, für die Attacken verantwortlich zu sein. Sowohl die Terrormiliz Islamischer Staat als auch die Taliban sind in Afghanistan aktiv. (dpa)

Tweet Ärzte ohne Grenzen Afghanistan

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