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Berlin

23.10.2014

Kanzleramt zu klein: Bei Angela Merkel ist kein Platz mehr

Blick auf das Bundeskanzleramt: Der Sitz von Angela Merkel wird zu klein.
Bild: Soeren Stache (dpa)

Das Kanzleramt ist der größte Regierungssitz der Welt – und trotzdem zu klein. Bürokratie braucht eben Raum. Bei den Mitarbeitern ist der Ärger groß.

An Superlativen herrscht kein Mangel. Das Bundeskanzleramt gilt als die größte Regierungszentrale der Welt. Der Sitz von Bundeskanzlerin Angela Merkel ist mit einer Geschoßfläche von 64413 Quadratmetern und einer Nutzfläche von 25.347 Quadratmetern achtmal so groß wie das Weiße Haus in Washington. Groß und mächtig, wuchtig und unübersehbar ragt es im Berliner Spreebogen zwischen Reichstagsgebäude und Hauptbahnhof in den Himmel, der zentrale Leitungsbau in der Mitte ist 36 Meter hoch. Allein in den beiden Seitenflügeln befinden sich 300 Büros für die Mitarbeiter der Regierungszentrale.

So groß – und doch schon wieder zu klein. 13 Jahre nach dem Einzug des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder (SPD) in den Neubau, der von den Berliner Architekten Axel Schultes und Charlotte Frank entworfen wurde, platzt das Kanzleramt aus allen Nähten. War es damals für 450 Beschäftigte vorgesehen gewesen, sind mittlerweile über 500 Mitarbeiter im Zentrum der Macht tätig.

"Aufgabenzuwächse“ für das Kanzleramt

Begründet wird dies vom Amt, an dessen Spitze derzeit Peter Altmaier (CDU) steht, mit „Aufgabenzuwächsen“. So kamen unter anderem der „Nationale Normenkontrollrat“ und – ausgerechnet – die „Geschäftsstelle Bürokratieabbau“ hinzu. Die Integrationsbeauftragte wechselte vom Innenministerium ins Kanzleramt, zudem einigten sich Union und SPD in den Koalitionsverhandlungen darauf, eine Stelle für einen zusätzlichen beamteten Staatssekretär zu schaffen, der ausschließlich für die Kontrolle der Nachrichtendienste zuständig ist.

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Das Aufblähen der Bürokratie hat ungeahnte Folgen. Weil es längst nicht mehr für alle Mitarbeiter ausreichend Platz gibt, muss zum ersten Mal eine ganze Abteilung die Regierungszentrale verlassen. Die 58 Mitarbeiter der Abteilung 3, die für Sozial-, Gesundheits-, Arbeitsmarkt-, Infrastruktur- und Gesellschaftspolitik zuständig sind, räumen demnächst ihre Schreibtische und ziehen in den Neubau des Bundesministeriums für Bildung und Forschung am Spreeufer, das in diesen Tagen bezugsfertig ist – dem Vernehmen nach für eine Miete von 1,95 Millionen Euro im Jahr.

Entsprechend groß ist der Ärger unter den betroffenen Mitarbeitern von Angela Merkel. Die Beamten klagen, sie würden „abgeschoben“ und in ihrer Bedeutung für die Regierungsarbeit nicht gewürdigt. Altmaier verteidigt hingegen die Entscheidung. Es sei sinnvoller, eine ganze Abteilung komplett auszugliedern als mehrere Abteilungen zu zerreißen.

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