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SPD

09.01.2013

Kanzlerkandidat Steinbrück macht sich unbeliebt

Der Kanzlerkandidat der SPD Peer Steinbrück kommt momentan nicht mehr aus den Negativschlagzeilen heraus.
Bild: Marius Becker, dpa

Seit Anfang des Jahres wird es nicht ruhig um SPD-Kanzlerkandiat Peer Steinbrück. Er macht sich immer unbeliebter.

Im neuen Jahr vergeht für die SPD kaum ein Tag ohne Negativschlagzeilen über ihren Kanzlerkandidaten. Erst brach Peer Steinbrück eine Debatte los, ob das Amt des Kanzlers im Vergleich zu einem Sparkassendirektor zu schlecht bezahlt sei.

Dann berichteten Zeitungen, der SPD-Mann habe sich 1998 selbst um das Amt des schleswig-holsteinischen Sparkassen-Präsidenten beworben. Und nun zitiert das Handelsblatt aus geheimen Protokollen des Affären-Konzerns ThyssenKrupp, dass Steinbrück als Aufsichtsrat angeboten habe, im Kampf gegen zu hohe Strompreise für die Industrie sei er „gerne zur politischen Unterstützung bereit“.

Steinbrück macht sich immer unbeliebter

Unangenehm ist die jüngste Meldung für die SPD nicht nur wegen der heftigen kritischen Reaktionen von der Union bis zu den Grünen. Sie wirft auch wieder einen Blick auf die Nebentätigkeiten des Exministers: Steinbrück erhielt, bis er Ende 2012 aus dem Gremium ausschied, bis zu 67 000 Euro Vergütung im Jahr.

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Im Aufsichtsrat saß er nicht als Vertreter der Arbeitnehmerseite, sondern des Großaktionärs Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.

Der Focus fragt diese Woche auf dem Titel: „Schlägt sich Steinbrück selbst k. o.?“ Der Spiegel befindet, der Kandidat rede sich „um Kopf und Kanzleramt“ und überschreibt die Titelstory mit „Der Dilettant“.

Meinungsforscher von Forsa kündigen neue Zahlen an

Ist der Kandidat schon gescheitert? Der Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, Manfred Güllner, warnt die SPD vor einem Beck-Effekt: „Kurt Beck wurde als neuer Parteivorsitzender anfangs mit großem Wohlwollen angesehen“, sagt Güllner im Gespräch mit unserer Zeitung. „Doch mit jedem Auftritt in Berlin wurde das Bild immer negativer – bis die SPD 2008 die Reißleine ziehen musste, weil sie sonst bei der Bundestagswahl vielleicht nur auf 15 Prozent gekommen wäre.“

Güllner kündigt für heute „neue spannende Zahlen“ über die SPD an: „Man kann anhand der letzten Werte sowohl für Steinbrück als auch die SPD sehen, dass der erste positive Schub für den Kandidaten und seine Partei verebbt und vollständig verpufft ist.“

Kanzlerkandidat profitiert nicht von Krisenmanager-Bonus

Es könne in den Monaten bis zur Wahl zwar noch einiges passieren: „Doch bei Steinbrück besteht die Gefahr, dass, wenn sich solche krassen Fehler häufen, es wie bei Beck weiter nach unten geht.“ Forsa-Chef Güllner ist skeptisch, ob der Kandidat die Stimmung drehen kann, wie es einst dem SPD-Kanzler Gerhard Schröder gelang.

„2005 hat Schröder als Person die Partei noch einmal nach oben gezogen“, erklärt er. Steinbrücks weiteres Problem sei aber, dass er im Wahlkampf auf Mindestlohn und Umverteilungsthemen setze, statt auf einen Wirtschaftskurs, der eher zu ihm passen würde. „Steinbrücks Image bei den Mitte-Wählern ist überschätzt“, sagt Güllner. „Als Krisenmanager von 2008 wird bei den normalen Menschen nicht Steinbrück gesehen, sondern Angela Merkel."

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