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Augsburger Allgemeine Live

25.01.2021

Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock? "Mütter können jeden Job"

Annalena Baerbock bei "Augsburger Allgemeine Live".
Bild: Ulrich Wagner

Exklusiv Wer führt die Grünen als Kanzlerkandidat(-in)? Annalena Baerbock hält sich mit Robert Habeck das Rennen offen. Doch die 40-Jährige verweist auf Vorbilder im Ausland.

Wird sie oder wird sie nicht? Dass sich Annalena Baerbock nicht nur die Kanzlerkandidatur zutraut, sondern selbstredend auch das Kanzleramt, hat die Grünen-Chefin bereits vor Weihnachten klipp und klar zu Protokoll gegeben. Und auch als die 40-Jährige Wahl-Brandenburgerin bei „Augsburger Allgemeine live“ am Montagabend zu Gast ist, lässt sie daran keine Zweifel.

Junge Regierungschefs als Vorbilder in der Corona-Politik

Die Frage, ob eine Frau die deutsche Regierung führen könne, sei nach 16 Jahren Angela Merkel „zum Glück“ längst beantwortet, sagt sie. „Diese Frage wird jetzt umgemünzt, ob das eine Mutter kann“, kritisiert die Grünen-Co-Vorsitzende. Da empfiehlt sie – wohl nicht ganz zufällig – den Blick ins Ausland: „Wenn's in Neuseeland funktionieren kann und offensichtlich auch bei dem Vater in Kanada, dann sollte das auch in Deutschland funktionieren können.“

Chefredakteur Gregor Peter Schmitz im Interview mit Annalena Baerbock in der aktuellen Ausgabe von "Augsburger Allgemeine Live."
Bild: Ulrich Wagner

Auch wenn Baerbock betont, die Frage werde gemeinsam mit ihrem Co-Vorsitzenden und möglichen Mitbewerber Robert Habeck entschieden – der Hinweis auf Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern dürfte nicht von Ungefähr kommen: Die Sozialdemokratin ist nicht nur Mutter einer eineinhalbjährigen Tochter und mit 40 ebenso jung wie Baerbock, sondern hatte anfangs auch mit Zweifeln zu kämpfen, ob man ihr das Amt zutraute.

Inzwischen ist Ardern nicht nur international hoch anerkannt, sondern gilt auch mit ihrer Corona-Politik als Vorbild. Sie hat die Lage ebenso resolut unter Kontrolle wie die 35-jährige finnische Regierungschefin Sanna Marin – ebenfalls Mutter einer kleinen Tochter. Und auch Kanadas junger Premier Justin Trudeau gilt als Impf-Vorbild.

„Dieser Spagat der Vereinbarung von Familien und Beruf ist nicht jeden Tag ein Selbstläufer, sondern man denkt immer wieder, meine Güte, jetzt kommen an dieser Stelle meine Kinder zu kurz“, sagt Baerbock. Diese Momente gebe es heute aber in fast jeder jungen Familie, egal, ob es um Vorstandsvorsitzende oder Krankenschwestern im Schichtdienst gehe. „Für mich gilt, Frauen und Mütter müssen in diesem Land jeden Job machen können“, betont die Grünen-Politikerin. „Diese Entscheidung habe ich für mich getroffen, als ich Vorsitzende unserer Partei geworden bin. Ich habe aber damals schon klar gemacht, dass ich als Spitzenpolitikerin nicht aufhöre Mutter zu sein.“

Grüne entscheiden Kanzlerkandidaten-Frage zwischen Ostern und Pfingsten

Hat denn da Robert Habeck überhaupt noch eine Chance als moderner Mann, ihr nicht den Vortritt zu überlassen, fragt Chefredakteur Gregor Peter Schmitz. Baerbock bleibt ganz Politprofi: „Wir werden gemeinsam für die Partei einen Vorschlag machen, wer in dieser Situation das Beste für diese Zeit, das beste Angebot für diese Partei, diesen Wahlkampf und das beste Angebot für die Gesellschaft ist“, sagt sie. „Und das werden wir zwischen April und Pfingsten entsprechend machen und damit auch personell unseren Wahlkampf untermauern und unterfüttern.“

Universale inhaltliche Sattelfestigkeit, wie sie von einem oder einer Regierungschefin erwartet werden, beweist Baerbock zur Genüge: Die Fragen der Leser und des Interviewers zu deutscher Erdgasförderung, afrikanischem Kobalt-Abbau, Details zum europäisch-chinesischen Investitionsabkommen, der Klimapolitik, Russland-Sanktionen und natürlich zu allen Facetten der deutschen und europäischen Corona-Politik pariert sie problemlos samt grünen Regierungsvorschlägen. Und die wollen die Grünen, wenn es nach Baerbock geht, nicht als kleiner Koalitionspartner, sondern im Kanzleramt umsetzen. „Wir haben einen Führungsanspruch für die nächste Bundesregierung.“

Zuletzt war kurz vor Weihnachten Markus Söder zu Gast bei "Augsburger Allgemeine Live". Hier können Sie das Gespräch noch einmal ansehen:

Alle Folgen des Live-Formats "Augsburger Allgemeine Live" zum Nachlesen, Nachhören und Nachschauen finden Sie hier.

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27.01.2021

Fazit: Auf CDU/CSU, sucht euch die gewillten Mütter für eure Kanzlerkandidatin aus. War noch nie so einfach!
An die Agentur für Arbeit: Bei Arbeitskräftemangel in verschiedenen Berufen, schickt doch dort die Mütter hin! Die werden Annalena Baerbock dankbar sein!

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27.01.2021

Schon allein Neuseeland und Finnland mit Deutschland (wirtschaftlich und politisch) zu vergleichen, ist Nonsens und zeigt, dass Sie absolut ungeeignet ist, Regierungsverantwortung zu übernehmen, geschweige denn Kanzlerin zu werden. Gott bewahre uns vor solchen Kandidaten! Bin einerseits froh, dass man hier solche Interviews führt und dann so die Qualifikationen dieser Personen "erkennen" kann.

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26.01.2021

Da scheinen jemand die Wahlergebnisse aus der Vor-Corona Zeit zu Kopf gestiegen sein. Jeden Grund den man hatte die Grünen zu wählen existiert nicht mehr - seit Jahren. Weder Hip, noch besonders Grün, noch sonst irgendwas. Die alten Köpfe sind weg und den neuen fällt nichts besseres ein als sich als Verbotspartei zu profilieren und das in Zeiten in denen der Stadt allerorts zeigt wer die Hosen an hat. Nein Danke, aber noch mehr Einschränkungen brauche ich nun wirklich nicht mehr, unabhängig von Corona & Co!

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26.01.2021

Na, ist doch schön, wenn sich jeder selbst die Qualifikation ausstellen kann. Ist doch nur die logische Weiterentwicklung der ganzen Epidemie-Experten in den Kommentarbereichen vieler Zeitungen oder auch die ganzen „Bundestrainer“ nach einem Spiel der Nationalmannschaft. Ich messe doch eher an den Aussagen und da ist die Substanz dahinter doch eher dünn und meist schon diskutiert („Stoppt Nordstream 2“, „Ein-Freund-Regel während Lockdown“, ...). Aber da reiht sie sich ja bei anderen namhaften männlichen (teilweise auch grünen) Kollegen ein. Und jetzt will sie sich von denen absetzen, indem sie auf ihre Mutterrolle anspielt. Herrlich, da fällt mir nichts mehr ein. Twitterstimmung läßt grüßen und Verantwortung sieht anders aus...

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26.01.2021

Ja, es ist schon traurig, wenn man mit seiner geschlechtlichen Zugehörigkeit Wahlkampf macht.

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26.01.2021

Seit 2013 Mitglied des Deutschen Bundestages.
Ihre beiden Töchter sollen 2011 und 2015 geboren sein.
Da kann sich jeder selber ausrechnen, wieviel Mutter sie tatsächlich ist.

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26.01.2021

"Die Frage, ob eine Frau die deutsche Regierung führen könne, sei nach 16 Jahren Angela Merkel „zum Glück“ längst beantwortet, sagt sie." ??
Hat Merkel noch nie gekonnt.
Man produziert nur noch Armenhäuser.
Rente ??
Miete ??
Eigentum bilden ??
usw. ??
Wir kleinen, zahlen nur noch !!
Alles wird noch teurer ??
Wenn die Abrechnung für Corona kommt, was wir zahlen müssen, will ich momentan gar nicht wissen !!
Ich würde auch bezweifeln, das "Sie" die richtige sind, die regieren sollte.
Es sollte ja besser werden, nicht schlimmer !!!

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26.01.2021

Es dürften wohl ganz andere sein, die Armenhäuser produzieren. So lange wie ein Minister Scheuer im Amt bleiben darf werden auch die Armenhäuser größer. Im Grunde bedeutet dies, dass weder mit Söder noch mit Laschet die Armenhäuser kleiner werden. Merkel selbst wird vermutlich nur einen kleinen Teil zur Schere zwischen Arm und Reich beigetragen haben.

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27.01.2021

"Merkel selbst wird vermutlich nur einen kleinen Teil zur Schere zwischen Arm und Reich beigetragen haben."

@Richard M. Süß wie sie alle Verantwortung der Kanzlerin, immerhin mit der Richtlinienkompetenz auf Bundesebene ausgestattet, zurückweisen. Die größten Unterstützer von Frau Merkel sitzen ja auch ganz links im Plenum. Was Herr Scheuer, als Verkehrsminister, für die Armut in Deutschland kann, bleibt Ihr Geheimnis.

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27.01.2021

>>Die größten Unterstützer von Frau Merkel sitzen ja auch ganz links im Plenum.<<

Liebe Nicola L., diese Meinung bzw. Einbildung passt bestens zu ihren sonstigen Argumenten.

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26.01.2021

Es ist gut, dass in diesem Land jeder sich um ein Amt bewerben kann. Es ist aber auch gut, dass nicht jeder dann auch dieses Amt erhält.

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26.01.2021

oh das hört sich ja gut an ! wenn diese Frau Kandidatin für die Nummer 3 im Staat wird , kann ich nicht mehr die Grüne Partei wählen !!

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