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Nigeria

21.01.2015

Kaufbeurer Geisel nach Monaten aus der Gewalt von Boko Haram befreit

Der Screenshot zeigt angeblich Boko-Haram-Chef Abubakar Shekau. Er drohte im November in einem Video mit der Ermordung eines entführten Entwicklungshelfers aus Kaufbeuren.
Bild: Boko Haram, afp (Screenshot)

Der 69-jährige Eberhard N. aus Kaufbeuren ist frei. Eine Spezialeinheit aus Kamerun befreite den Entwicklungshelfer. Er war mehrere Monate Geisel der nigerianischen Terro-Miliz Boko Haram gewesen.

Der in Nigeria entführte Allgäuer Eberhard N. ist frei. Spezialkräfte der kamerunischen Armee und "befreundeter Länder" hätten den Entwicklungshelfer aus Kaufbeuren in der Nacht auf Mittwoch befreit, teilte Kameruns Staatschef Paul Biya mit. Der 69-Jährige hatte sich seit Juli des vergangenen Jahres in der Gewalt der islamistischen Terror-Miliz Boko Haram befunden.

Wie ein Sprecher des Auswärtigen Amtes erklärte, sei Eberhard N. in der kamerunischen Hauptstadt Yaoundé gebracht worden. Zu Details der Befreiungsaktion und dem Befinden der Geisel machte die Behörde keine Angaben. Es sei aber Vorsorge getroffen worden, dass der Mann "medizinisch und psychologisch betreut" werde. "Unserer besonderer Dank gilt der Regierung Kameruns für die sehr gute und vertrauliche Zusammenarbeit", hieß es weiter.

Boko Haram droht mit der Hinrichtung des Allgäuers

Der ehemalige Angehörige der Bundeswehr und Vater von drei teils erwachsenen Kindern war in Nigeria als Entwicklungshelfer aktiv, im Juli wurde er im Nordosten des Landes verschleppt. Seither befand sich der 69-Jährige offenbar als Geisel in der Gewalt der islamistischen Terror-Gruppe Boko Haram. Die Miliz droht zuletzt öffentlich damit, den Allgäuer zu töten. In einem im November aufgetauchten Video sprach der Anführer der Miliz, Abubakar Shekau, von einer Hinrichtung.

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Beim Auswärtigen Amt wurde nach der Entführung ein Krisenstab eingerichtet. Nach Informationen unserer Zeitung waren in den vergangenen Monaten auch deutsche Sicherheitskräfte in der nigerianischen Hauptstadt Abuja. In der Regel geht es bei solchen Verhandlungen um Lösegeld. In diesem Fall entscheiden sich die Sicherheitskräfte offensichtlich für eine gewaltsame Befreiungsaktion.

Eberhard N. half bei der Ausbildung von Jugendlichen

Der ehemalige Bundeswehr-Ausbilder Eberhard N. war zuletzt im nordnigerianischen Bundesstaat Adamawa für das "Technical Training Center" (TTC), eine Ausbildungsinitiative der Regierung gegen die massive Jugendarbeitslosigkeit, tätig. N. leitete eine Bildungseinrichtung, an der Jugendliche eine handwerkliche Ausbildung absolvieren können. Am Morgen des 16. Juli wurde N. dann in der Stadt Gombi auf offener Straße von Bewaffneten auf Motorrädern verschleppt.

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