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Klimaschutz
04.06.2007

Merkel hält "Riesenfortschritt" für möglich

Bundeskanzlerin Merkel beharrt in Sachen Klimaschutz auf den deutschen und europäischen Positionen. (Archivbild)
Foto: DPA

Nach der Klimaschutz-Initiative von US-Präsident George W. Bush rechnetBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nun doch mit Fortschritten beimG8-Gipfel in Heiligendamm.

Berlin (ddp). Nach der Klimaschutz-Initiative von US-Präsident George W. Bush rechnet Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nun doch mit Fortschritten beim G8-Gipfel in Heiligendamm.

"Ich glaube, wir haben noch gute Chancen, unsere Dokumente den Herausforderungen anzupassen", sagte Merkel und fügte am Montag hinzu: "Wenn es uns gelingen würde, die Amerikaner, die ja raus waren aus dem UN-Prozess, die Kyoto nicht ratifiziert haben, für die Zeit nach Kyoto wieder in diesen UN-Prozess hineinzuholen, dann wäre das aus meiner Sicht ein Riesenfortschritt."

Ohne die USA, Kanada oder Japan könne man andere Länder nicht überzeugen. "Und deshalb werden wir - so sehe ich jedenfalls die Chancen - einen guten Schritt vorankommen", sagte die Kanzlerin, die sich bislang skeptisch über eine Einigung gezeigt hatte. Initiativen der USA als größtem Treibhausgas-Verursacher seien "willkommen", sofern sie in einem UN-Prozess mündeten. Auch Großbritanniens Premierminister Tony Blair nannte es "gut", dass die USA nun den CO2-Ausstoß reduzieren wollen.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte zu dem US-Vorschlag zum Klimaschutz: "Das, was Bush jetzt gemacht hat, reicht nicht aus, aber es ist erstmal ein deutliches Signal: Die Zeit, da die Amerikaner über Klimaschutz nicht reden wollen, ist vorbei. Im Grunde ist es eine Bankrotterklärung für die letzten sechs Jahre." Gabriel betonte: "In den USA gibt es Druck, mehr Klimaschutz zu machen, aus der Bevölkerung, aus der Wirtschaft. Das muss man reinholen in diesen Prozess der Vereinten Nationen."

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Michael Müller (SPD), warf den USA eine "merkwürdige Position" beim Klimaschutz vor. Die Vereinigten Staaten setzten "ihre Interessen mit denen der Welt gleich". Dies sei ein "unglaublicher Fehler", der die USA letztlich schwächen werde. Möglicherweise seien die Amerikaner auch deshalb zurückhaltend, weil sie erst den technologischen Rückstand bei modernen Energietechniken aufholen wollten, "um sich dann an die Spitze zu setzen".

Der Klimaberater der Bundesregierung, Hans Joachim Schellnhuber, lehnt eine Vereinbarung zum Umweltschutz um jeden Preis ab. Der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung hob hervor: "Ein windelweicher Kompromiss ist natürlich Unsinn." Der Physiker und Institutsdirektor sagte, in Heiligendamm stehe "zu viel auf dem Spiel", denn es gehe "um das wichtigste Problem des 21.Jahrhunderts". Die Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen - bezogen auf das Niveau von 1990 - um 50 Prozent bis 2050 sei ein "politisches Ziel, für das es sich zu kämpfen lohnt".

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