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Kliniken
01.03.2017

Bringt das OP-Team genügend Erfahrung mit?

AOK für noch mehr Spezialisierung

Viele Krankenhäuser verfügen nach Darstellung der AOK-Krankenkassen bei bestimmten Eingriffen über zu wenig Erfahrung – zum Nachteil von Patienten.

Je häufiger Eingriffe vorgenommen würden, desto besser seien die Behandlungsergebnisse und desto geringer das Risiko für Patienten, sagte der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, bei der Vorstellung des Krankenhaus-Reports 2017. Allerdings gebe es in Deutschland zu wenige medizinische Bereiche, in denen es eine sogenannte Mindestmengenregelung gebe. Und wo es sie gebe, würden zu viele Ausnahmen zugelassen, kritisierte Litsch.

Diese Regelungen geben vor, wie oft eine bestimmte Behandlung in einer Klinik durchgeführt werden muss, damit sie diese weiter anbieten darf. Leider gebe es bislang nur für sieben Leistungsbereiche gesetzliche Mindestmengenregelungen, darunter Nierentransplantationen, Kniegelenkersatz-OPs sowie die Versorgung von Frühchen, sagte der AOK-Chef. Die Mindestmengenregelungen müssten zum Schutz der Patienten dringend auf weitere stationäre Leistungen ausgeweitet werden. Litsch: „Neben dem Hüftgelenkersatz sind dies beispielsweise Schilddrüsen- und Brustkrebsoperationen oder auch die Geburtshilfe.“ Kliniken müssten sich in Zukunft stärker auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren, wie dies in der gut ein Jahr alten Krankenhausstrukturreform vorgesehen sei.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft betonte, die Studien des Reports zeigten auch, dass bei hochkomplexen Leistungen wie einer Krebsoperation an der Speiseröhre Mindestmengen alleine keine Lösung seien. Notwendig seien interdisziplinäre Teams und angemessene Rahmenbedingungen für den gesamten Behandlungsablauf – von der OP bis zur Versorgung auf der Intensivstation. Die Kliniken seien längst dabei, zentrale Strukturen zu entwickeln. (dpa)

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