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Koalitionskrach eskaliert
08.07.2007

Koch nennt SPD "Hühnerhaufen", Heil kontert mit "Strolch"

Dem hessischen Ministerpräsident Roland Koch kommt die SPD wie ein Hühnerhaufen vor.
Foto: DPA

Der Krach in der großern Koalition eskaliert. Neuester Höhepunkt: der verbale Schlagabtausch zwischen dem hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) und SPD-Generalsekretär Hubertus Heil.

Hamburg/Berlin (dpa) - Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU)und SPD-Generalsekretär Hubertus Heil haben sich am Samstag einenSchlagabtausch geliefert. Koch forderte die SPD zu mehr Disziplin inder großen Koalition in Berlin auf.

"Die SPD muss jetzt alserstes aufhören, ein wilder Hühnerhaufen zu sein", sagte er der "Bildam Sonntag". Wenn der Koalitionspartner der Meinung sei, dassParteichef Kurt Beck dies nicht schaffe, könne man den Vorsitzendenauch abwählen. "Wer einen Kompromiss wie beim Mindestlohn selbst mitschließt und ihn danach als falsch bezeichnet, verliert den Respekt derWähler", sagte Koch mit Blick auf die SPD.

Heil nannte KochsÄußerungen "verbale Entgleisungen". "Es ist bekannt, dass Herr Koch einpolitischer Strolch ist. Er hat schon öfter in seinem politischen LebenAnstand vermissen lassen", ließ Heil am Samstag in Berlin mitteilen."Seine plumpen Anwürfe gegen die SPD werfen ein bezeichnendes Licht aufdie Art, wie er versuchen wird, seinen Landtagswahlkampf in Hessen zuführen."

Der stellvertretende Vorsitzende derSPD-Bundestagsfraktion, Ludwig Stiegler, wies Kochs Attacke auf Beckzurück. Beim Mindestlohn sei Beck "eine ständige Herausforderung fürdie Neoliberalen der CDU, deren Anführer Roland Koch ist", sagte er."Damit wird der Hardliner der CDU leben müssen." Berlins RegierenderBürgermeister Klaus Wowereit (SPD) empfahl seiner Partei, sich mit demMindestlohn-Thema zu profilieren. Dieser Konflikt mit der Union müssebis zur Bundestagswahl 2009 offen ausgetragen werden, sagte er demBerliner "Tagesspiegel am Sonntag". Zudem brauche die SPD ein klares"Profil der sozialen Gerechtigkeit".

Die baden-württembergischeSPD-Chefin Ute Vogt warf dem Koalitionspartner im Bund"Marktradikalismus" vor. "Die Union will den Staat verhungern lassen",sagte sie am Samstag bei einem Kongress der Südwest-SPD zum neuenGrundsatzprogramm der Sozialdemokraten in Bühl.

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