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Königsmörder gesucht: Sind die Tage von FDP-Parteichef Rösler gezählt?

Königsmörder gesucht

Sind die Tage von FDP-Parteichef Rösler gezählt?

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    Zeigt Rainer Brüderle bald  Philipp Rösler wie es mit der FDP weitergeht?
    Zeigt Rainer Brüderle bald Philipp Rösler wie es mit der FDP weitergeht? Foto: dpa Archiv

    Direkt vor der Wahl in Schleswig-Holstein , wo Meinungsforscher der schon totgesagten FDP am Sonntag 6 bis 7 Prozent zutrauen, untergraben Gerüchte die ohnehin nicht mehr allzugroße Autorität des FDP-Bundesvorsitzenden Philipp Rösler.

    Kubicki als Königsmörder?

    Mit der Überschrift "Königsmörder gesucht" startete die Süddeutsche Zeitung am Samstag eine Art Fahndungsaufruf. Das Täterprofil wurde gleich mitgeliefert. Am Ende laufe es auf Wolfgang Kubicki hinaus. Der ewige Querulant von der Förde ist auf bestem Weg, mit einem fulminanten Ego-Wahlkampf die FDP "aus dem Verschiss" (O-Ton Kubicki) zu holen. Kubicki müsse Rösler unabhängig von den Wahlergebnissen in Kiel und eine Woche später in Nordrhein-Westfalen beibringen, dass er als Parteichef gescheitert sei, lautete die Schlussfolgerung.

    Genscher: Lindner ist "Mann der Zukunft"

    Das ist Philipp Rösler

    Philipp Rösler wurde wahrscheinlich am 24. Februar 1973 in Khán Hyng, einem vietnamesischen Dorf südlich von Saigon, geboren. Er war gerade neun Monate alt, als er von einer norddeutschen Familie adoptiert wurde. Bis dahin hatte er in einem katholischen Waisenhaus gelebt.

    Als sich seine Adoptiveltern trennten, blieb er bei seinem Vater, einem Hubschrauberpiloten, Berufssoldaten und Fluglehrer der Bundeswehr. Die Mutter wanderte nach Südamerika aus.

    1992 machte Philipp Rösler an der Lutherschule Hannover sein Abitur. Anschließend wurde er Sanitätsoffizieranwärter bei der Bundeswehr, bevor er an der Medizinischen Hochschule Hannover schließlich Humanmedizin studierte. 2002 promivierte er zum Dr. med.

    Rösler trat 1992 der FDP bei. Seit 1996 gehört er zum Landesvorstand der FDP Niedersachsen. Im selben Jahr wurde er Landesvorsitzender der Jungen Liberalen Niedersachen. Er behielt das Amt bis 1999.

    Im Jahr 2000 trat er durch seine Taufe der römisch-katholischen Kirche bei. Seit 2008 zählt Rösler zur Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken.

    Von 2000 bis 2004 war Philipp Rösler ehrenamtlicher Generalsekretär der FDP Niedersachsen. Ab 2003 verdingte er sich als Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion in Niedersachsen und als Mitglied im niedersächsischen Landtag.

    Seit 2002 ist er mit der Ärztin Wiebke Rösler verheiratet. Das Paar hat am 28. Oktober 2008 die Zwillingstöchter Grietje und Gesche bekommen. Die Familie lebt in Isernhagen in der Nähe von Hannover.

    Im Februar 2009 wurde er schließlich Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr sowie stellvertretender Ministerpräsident in Niedersachsen. Acht Monate später übernahm er das Gesundheitsministerium und im Mai 2011 das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.

    Philipp Rösler ist Bundesvorsitzender der FDP und seit Mai 2011 der Stellvertreter von Angela Merkel.

    2006 suchte Rösler zum ersten Mal sein Geburtsland auf. Laut eigener Aussage entsprach er damit dem Wunsch seiner Frau, die "gern wissen wollte, woher ich komme".

    FDP-Ehrenvorsitzende Hans-Dietrich Genscher hält den nordrhein-westfälischen Spitzenkandidaten und designierten Landesvorsitzenden Christian Lindner für den Mann der Zukunft in seiner Partei. "Die neue FDP, mit dem von Lindner geforderten neuen Denken, vertritt eine neue Haltung, sie ist keine Ein-Mann-Show, und sie ist keine Ein-Themen-Partei", schwärmte Genscher, dessen Worte in der FDP Donnerhall haben. Der Anfang des Jahres als Generalsekretär der Bundes-FDP abgetretene Lindner sei ein "Mann der Zukunft", der neue Chancen für die FDP eröffne. Im Umkehrschluss bedeutet das: Rösler ist das nicht.

    Viele Liberale treibt die Sorge um, es sei ein zu großes Risiko, mit Rösler, dem unbeliebtesten aller Spitzenpolitiker, in den Bundestagswahlkampf 2013 zu ziehen.

    Rainer Brüderle als Nachfolger?

    Nach Informationen des Spiegels arbeiten bereits führende FDP-Politiker auf einen Sturz von Philipp Rösler hin. Er habe nicht das nötige Format. So hofft mancher in der FDP, dass Rösler von sich aus Konsequenzen zieht und Lindner (33) oder Fraktionschef Rainer Brüderle (66) das Feld überlässt.

    Rösler: Ich halte durch

    Doch der angeschlagene FDP-Chef gibt sich vor den für ihn wohl entscheidenden Wahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen kämpferisch. Dass er im aktuellen ARD-"Deutschlandtrend" als unbeliebtester Politiker gilt, nimmt der Vizekanzler sportlich. "Als Parteivorsitzender muss man die gesamte Kritik, die eine Partei trifft, tragen."

    Mit der Arbeit  Röslers sind nur noch 16 Prozent der Befragten zufrieden, ein Punkt weniger als in der vorherigen Umfrage. Laut ARD ist es auch der schlechteste Wert, der je für Rösler im Deutschlandtrend gemessen wurde. AZ/dpa

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