Newsticker
SPD beschließt Aufnahme von Ampel-Koalitionsgesprächen im Bund
  1. Startseite
  2. Politik
  3. Kommentar: Deutschlands Anti-Atomkraft-Politik schadet dem Klimaschutz

Deutschlands Anti-Atomkraft-Politik schadet dem Klimaschutz

Kommentar Von Rudi Wais
14.10.2021

Auf Dauer ist die Atomenergie keine Lösung. Als Brücke in das Zeitalter der Erneuerbaren aber eignet sie sich sehr wohl. Frankreich zeigt, wie es funktionieren könnte.

Unvorstellbar, dass Robert Habeck, Claudia Roth oder Jürgen Trittin solche Sätze über die Lippen kämen. „Niemand sagt, dass wir morgen die Atomkraftwerke runterfahren“, betont der Präsidentschaftskandidat der französischen Grünen, Yannick Jadot. 20 Jahre, schätzt er, brauche man sie noch. „Und wenn es fünf Jahre mehr sind, dann ist das eben so.“

Ein Grüner, der es mit dem Ausstieg aus der Kernkraft nicht eilig hat? Während es der deutschen Politik nach der Katastrophe von Fukushima nicht schnell genug gehen konnte, entscheiden sich viele andere Länder gerade für den pragmatischeren Weg. Für Finnen, Franzosen oder Tschechen ist die Atomenergie heute vor allem eines: Mittel zum Zweck. Die europäischen Klimaschutzziele erreichen sie mit ihr leichter als ohne sie, weil ein Kernkraftwerk kein Kohlendioxid ausstößt. Eine Allianz von zehn Mitgliedsländern will Investitionen in die Kernenergie deshalb von der EU als „grüne Investitionen“ deklarieren lassen. Der Bau neuer oder die Modernisierung bestehender Reaktoren könnten dann mit europäischen Geldern gefördert werden. Und wenn in Ländern wie der Bundesrepublik oder Österreich der Strom knapp wird, weil die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht bläst, würde der Atomstrom aus Frankreich oder Tschechien womöglich noch zum Exportschlager.

Der Strombedarf in Deutschland steigt

Im Bemühen, besonders vorbildlich zu sein, ist Deutschland den zweiten Schritt vor dem ersten gegangen. Es steigt nahezu zeitgleich aus der Kernkraft und der Kohle aus, ohne den steigenden Strombedarf einer großen, digitalisierten und zunehmend auf elektrische Mobilität setzenden Volkswirtschaft verlässlich mit Energie aus regenerativen Quellen und ein paar Gaskraftwerken decken zu können. Macron dagegen fährt eine Sowohl-als-auch-Strategie: Er forciert einerseits den Ausbau der Erneuerbaren, will zugleich aber mehrere neue Mini-Reaktoren bauen, die teilweise kaum größer sind als ein Einfamilienhaus. So bleibt der Strom bezahlbar und die eigene Klimabilanz einigermaßen im Lot.

 

Natürlich ist die Atomkraft keine Lösung von Dauer, dazu sind die Risiken im Betrieb, im Uranabbau und bei der Lagerung des Atommülls viel zu groß. Die überstürzte Art aber, mit der die schwarz-gelbe Bundesregierung nach Fukushima einen beschleunigten Ausstieg beschlossen hat, hat mehr Probleme geschaffen als gelöst. Anstatt sich eine gewisse Flexibilität bei den Laufzeiten zu bewahren, zählte nur eines: ein frühstmögliches Datum für den Ausstieg, nämlich das Jahr 2022. Selbst der erste, noch von der rot-grünen Koalition mit den großen Energiekonzernen verabredete Atomkonsens, war in dieser Hinsicht flexibler: Er hätte das Übertragen bestimmter Produktionsmengen von alten, früh abgeschalteten Reaktoren auf neue Anlagen mit entsprechend längeren Betriebszeiten noch erlaubt.

Lesen Sie dazu auch

USA, China, Indien: Hier entstehen Dutzende Reaktoren

So ist Deutschland zum Gefangenen seiner eigenen Vorbildlichkeit geworden, das Land mit den weltweit höchsten Strompreisen. Selbst der Weltklimarat, jeglicher Parteinahme für die Energiewirtschaft unverdächtig, bilanziert heute: „Die wachsende Nachfrage nach Strom, Energiediversifikation und Klimaschutz motiviert den Bau neuer Kernreaktoren.“ In China, den USA oder Indien entstehen sie gerade zu Dutzenden, in Deutschland dagegen hat die Politik derart harte Fakten geschaffen, dass sogar die Kraftwerksbetreiber einen Ausstieg aus dem Ausstieg für unmöglich halten.

Mit der Haltung des französischen Grünen Jadot dagegen, dem es auf fünf Jahre mehr oder weniger mit der verhassten Kernkraft nicht ankommt, wäre sogar ein früherer Abschied von der ungleich klimaschädlicheren Kohle möglich. Die Atomenergie, praktisch CO2-frei und rund um die Uhr verlässlich verfügbar, als Brücke in das Zeitalter der erneuerbaren Energien: In den deutschen Koalitionsverhandlungen ist dieses Thema ein Tabu. In Frankreich macht Macron es zu einem Wahlkampfschlager.

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

15.10.2021

@ Daniel Spannbauer
>>Das ein bestrahltes BE mehr Radioaktivität abgibt, liegt in der Natur der Sache. Gut geschirmt klingt das aber auch sehr rasch ab. Nach ca. 1000 Jahren ist man auf dem Niveau des Natururans, aus dem das Uran gewonnen wurde.<<

Die Aussage, dass ein verstrahltes BE nach ca. 1000 Jahren auf dem Niveau von Natururan strahle, ist falsch.
Rechnen Sie doch Ihre Behauptung mal vor.

Raimund Kamm

Permalink
15.10.2021

@RobertM Sorry, verlesen: Wenns von der TAZ kommt, ists noch weniger zutreffend. Aber drucm haben Sie das ja der TAZ entnommen, oder?
Dem Staat scheinen dir Rückbaukosten zu reichen. Aber da wissen ja Atomkraftgegner immer etwas mehr. Das "Gutachten", auf das man sich hier bezieht, ist von den Grünen in Auftrag gegeben. Wessen Brot ich ess...... Davon ab ist auch Heise sehr auf der Anti-Atom-Schiene. Tja, wie viele in D auch, aber die Anzahl schwindet ja GsD.
Das Sie nur das glauben, was Sie glauben wollen, glaub ich Ihnen sogar. :)

Mich wundert es ja, dass Sie das FÖS noch nicht aus dem Ärmel gezogen haben, aber das kommt bestimmt auch noch :)
Darf ich fragen, wie alt Sie sind?

Was die Uranvorräte angeht: in dem PDF, das Sie verlinkt haben, geht man von den "aktuell" bekannten Lagerstätten aus. Das war 2006. Das ganze ist vom Uranpreis abhängig. ISt der hoch genug lohnt es sich auch, Erze mit niedrigerem Vorkommen abzubauen. Und da Uran die geringsten Kosten an der Stromerzeugung sind, spielt da er Uranpreis keine Rolle. Auch im Meer sind noch Millionen Tonnen von Uran gelöst. Es wird uns nicht ausgehen....
Lt. OECD reichen die aktuellen Vorkommen noch min. 165 Jahre.

Permalink
15.10.2021

Die Atomenergie ist komplex und lässt sich nicht in wenigen Sätzen bewerten. Bedauerlich, dass Rudi Wais hier sehr oberflächlich kommentiert. Eigentlich einer großen Tageszeitung unwürdig.

Nur vier Aussagen:

1. Seit Start der wohl ersten atomaren Kettenreaktion in Deutschland am 31. Oktober 1957 in Garching wird tödlich strahlender Atommüll erzeugt. Bis heute ist noch kein Kilogramm entsorgt. Eine Technik, die in 64 Jahren keine funktionierende Entsorgung vorweisen kann, ist unverantwortlich.

2. Beim Spalten der Uranatome werden Spaltprodukte und Transurane erzeugt. Einige dieser neuen und tödlich strahlenden Nuklide haben Halbwertszeiten (HWZ), also die Zeit in der unter Aussendung radioaktiver Strahlung die Hälfte des vorhandenen Stoffs zerfällt, von Sekunden, andere von Tagen und wiederum andere von Jahren. Zwei Beispiele: Das besonders relevante Plutonium 239 hat eine HWZ von 24.100 Jahren. Das PU-242 sogar eine von 376.000 Jahren.

3. Uranspaltelemente strahlen. Doch im Reaktor explodiert diese Strahlung geradezu. Nach rund 4 Jahren im Reaktor und schon einem halben Jahr Abklingzeit strahlt solch ein Spaltelement 10.000.000.000 mehr als ein frisches. Auch nach 1 Million Jahre strahlt es noch mehr als das ursprüngliche Uran-Spaltelement.
Bis heute gibt es in Deutschland hunderte Orte und Landkreise, die erklären, dass sie kein Endlager wollen. Ganz Bayern lehnt laut Staatsregierung ein Endlager ab. Noch nicht ein einziger Ort in Deutschland hat erklärt, dass er, wenn er geologisch geeignet wäre, bereit sei, ein Endlager aufzunehmen.

4. AKW können nur betrieben werden, weil der Staat sie davon freistellt, eine risikogerechte Absicherung der möglichen Schäden vorzuweisen. Im Falle des Falles würden die Geschädigten, wenn sie wie die Menschen in Fukushima durch Flucht ihr Leben retten können, ein Großteil der Schäden nicht ersetzt bekommen, da die Betreiber hierfür keine Absicherung haben. Eventuell würde der Staat und somit die Steuerzahler einspringen.

Raimund Kamm

Permalink
15.10.2021

Hallo Herr Kamm,

dass das hier nicht ohne Sie abgeht, war eigentlich fast zu vermuten :)
1.) Ja, es entsteht radioaktiver Müll. Dieser wird gut verpackt gelagert.
Bei der Herstellung von WKA entsteht auch tödlicher Müll (z.B. Gewinnung der seltenen Erden, z.B. Neodym für die Dauermagnete der Generatoren), dieser bleibt bei den Herstellern, also in z.B. in China in großen Seen. Das hat keine Halbwertszeit, das zerfällt niemals.
In D ist er gut bewacht. Rein physikalisch kann er auch später noch verstromt werden, so dass Stoffe mit kurzer Halbwertzeit entstehen.
Es ist schon ein Armutszeugnis für ein Technologieland wie Deutschland, dass, durch 40 Jahre "Anti-Nuklearer Bestrahlung" durch u.a. Gruppen dem Forum, ein Giftmülllager für höchsttoxischen Müll unter einer Stadt wie Heilbronn geduldet wird, aber bei einer geringen Menge radioaktiven Mülls, der sich auch noch im Laufe der Zeit selbst radiologisch unschädlich macht, der Aufschrei riesig ist. Vielen Dank dafür.

2. Wie Sie sicherlich wissen, sind Stoffe mit langer Halbwertszeit radiologisch ziemlich langweilig, weil sie eben wenig Radioaktivität abgeben. Je schneller ein Stoff zerfällt, desto mehr Radioaktivität wird frei. Plutonium können Sie aus radiologischer Sicht einfach in die Hand nehmen. Pu239 und Pu242 sind Alpha-Strahler, die Haut reicht als Abschirmung. Es ist nur dummerweise sehr giftig. Aber es unterscheidet sich damit wenig von anderen Schwermetallen, wie sie z.B. in PV-Modulen vorkommen (Tellur, Cadmium) Das Plutonium ist eigentlich kein Problem, wird nur wegen der langen Halbwertszeit von Kernkraftgegnern gerne missbraucht. Ich würde mich vor Stoffen mit kurzer Halbwertszeit in Acht nehmen :)

3) Ja, BE strahlen. Wie so ziemlich alles auf der Erde. Wenn Sie Angst vor Radioaktivität haben, würde ich als ersten die Frau aus dem Bett werfen, die strahlt btw. auch. Das ein bestrahltes BE mehr Radioaktivität abgibt, liegt in der Natur der Sache. Gut geschirmt klingt das aber auch sehr rasch ab. Nach ca. 1000 Jahren ist man auf dem Niveau des Natururans, aus dem das Uran gewonnen wurde. Wie lange ist Giftmüll gefährlich? Ihr Aufschrei?
Ja, in Bayern will man kein Endlager. Das ist u.a. auch ein sehr großer Verdienst von Ihnen und Ihrer Organisation. Herzlichen Glückwunsch dazu. Aber hinterher heulen. Ist das nicht etwas heuchlerisch?
Btw: ich hätte nichts gegen ein Endlager unter meinem Grundstück (um dem Spruch gleich mal vorzugreifen)

4) Jedes Kernkraftwerk ist entsprechend seines Risikos versichert. Wenn Sie eine Vollversicherung wollen, können Sie in D jeden chemischen Betrieb und jeden PKW stilllegen. Jede Versicherung geht nur über eine bestimmte Schadenssumme.
Das Fukushima so in D nicht passieren kann, wissen Sie (oder Sie wollen es nicht wissen, die Gründe hierzu kann ich Ihnen hier gerne nochmal auflisten). Da die höhere Versicherungssumme eh der Kunde zahlen würde (es wird ja auf die Stromrechnung umgelegt) und der Stromkunde auch Steuerzahler ist....merken Sie selbst, ne?
Wie die Versicherung der AKW geregelt ist, wissen Sie bestimmt sehr genau. Zuerst zahlt die Deutsche Kernreaktor-Versicherungs-Gesellschaft, darüber hinaus der Bund. Wenn Sie das nicht wissen: es steht im Atomgesetz. Das "Evtl. würde der Staat zahlen" kann also als Panikmache getrost gestrichen werden.
Diskutieren soll man eigentlich nur, wenn man an der Meinung des anderen interessiert ist. Da das weder bei Ihnen noch bei mir der Fall ist, werden wir es wohl dabei bewenden lassen. Ich wollte nur Ihren "Kommentar" nicht unkommentiert stehen lassen.


Schone Grüße an die Windlobby
Daniel Spannbauer
Kernenergie? Ja bitte!

Permalink
14.10.2021

Die grüne Winkraft/Solar Lobby soll endlich mal Leistung bringen und nachvollziehbare technisch-finanzielle Pläne für die Energieversorgung im Winterhalbjahr darstellen.

Wir haben diese Diskussion um die Atomkraft nur deswegen, weil dieses Konzept für das Winterhalbjahr aussteht und man stattdessen (mit medialer Unterstützung) abstraktes Zeugs von Systemwechseln fantasiert.

Permalink
14.10.2021

Ich war schon sehr lange in Kernkraftwerken tätig und habe eine tiefe Überzeugung:
Die Kernkraft wird eine Renaissance erleben, allerdings in ferner Zukunft.
Momentan haben die Menschen doch kein richtiges Problem: Sie versuchen die erneuerbaren Energien
zu nutzen und wenn diese wie so oft nicht zuverlässig liefern, werden Kohlekraftwerke, Ölkraftwerke, Gaskraftwerke etc angeworfen.
Aber: Irgendwann, in vielleicht 50 oder 100 Jahren werden das Öl, das Gas und alle fossilen Brennstoffe verbraucht sein!
Und dann siehts anders aus! Wenn bis dahin die Erneuerbaren nicht zu 100% rund um die Uhr liefern können, bricht Chaos und
Anarchie aus. Uns spätestens dann wird man sich auf die Kernkraft rückbesinnen, Uran steht ausreichend zur Verfügung.
Wobei ich betonen möchte: Es wäre toll, wenn es mit den Erneuerbaren wenigstens dann funktionieren würde!

Permalink
14.10.2021

"Uran steht ausreichend zur Verfügung."

Soso:
"Mit Sicherheit festzustellen ist jedoch, dass Uran insgesamt ein begrenzter Rohstoff ist,
der der Menschheit im bisherigen Ausmaß nur für einige weitere Generationen – und
damit nicht wesentlich länger als Öl oder Gas und eher kürzer als die Kohle – zur Verfügung stehen wird (BMWi/BMU 2006)."
(https://www.bundestag.de/resource/blob/509082/5594603c3ecf27933ad76d31faf89c27/uran-als-kernbrennstoff-data.pdf)

Permalink
14.10.2021

@RobertM:
Und nochmal: Befassen Sie sich mit den Thema, bevor Sie da was schreiben.
"Gleich zweimal falsch. Wie war das noch gleich mit Gorleben? Es gibt kein sicheres Endlager."
Klar wird das sicher verwahrt. Aber halt nicht in Gorleben. Passt doch. Wenn man denkt, dass Gorleben nicht sicher ist, lagert man nichts ein. Ganz einfach.

"Und wer zahlt? "Der Abbau von Atommeilern und die Endlagerung kosten 170 Milliarden Euro. Während die Konzerne nur einen Bruchteil zahlt, fällt die Hauptlast auf den Steuerzahler." (https://www.faz.net/aktuell/finanzen/steuerzahler-tragen-die-kosten-der-energiewende-14209053.html)"

Tja, da ist die FAZ halt schief gewickelt.
1. Die Endlagerung wird aus dem Kenfo gezahlt. Das Geld ist bereits an den Staat überwiesen.
2. Den Rückbau zahlen die Betreiber. Dafür wurden Rückstellungen gebildet, die vom Staat (genauer: von der Bafa) überwacht werden. Das stellt sicher, dass das Geld auch wirklich da ist. Dies wird jährlich an den Bundetag berichtet.

Wie Sie sehen: Rückbau und Entsorgung sind 2 paar Stiefel.
Auch ich gehe davon aus, dass das Geld im Kenfo für die Endlagerung nicht reichen wird. Aktuell sind das um die 24 Mrd. Während Finnland ein Endlager für ca. 4 Mrd. baut, kriegt es Deutschland bestimmt hin, das Geld zu verbraten und nicht mal einen Standort zu finden. Vielleicht nehmen die Finnen unseren Kram. Nachgedacht haben die schon drüber....

Permalink
14.10.2021

"Tja, da ist die FAZ halt schief gewickelt."

Das schreibt ja nicht nur die TAZ:
"Wer bezahlt den Rückbau der deutschen Kernkraftwerke?
29. Juli 2015 Christoph Jehle
Möglicherweise kommt auf den deutschen Steuerzahler ein bodenloses Fass zu"
(https://www.heise.de/tp/news/Wer-bezahlt-den-Rueckbau-der-deutschen-Kernkraftwerke-2764844.html)

Und denen glaube ich schlicht und ergreifend mehr als einem Scheuklappen-Atomkraft-Fanatiker wie Ihnen!

Permalink
14.10.2021

Ich bin eigentlich ziemlich davon überzeugt, daß die Atomkraft in 5-10 Jahren eine Wiederauferstehung in Deutschland feiern wird. Ich persönlich war schon immer gegen die hektische Abschaffung. In einigen, vielleicht sogar vielen EU-Staaten ist die Atomkraft EINE Lösung gegen den Klimawandel. Frankreich prescht gerade ziemlich stark vor. Und da die Energiewende in Deutschland nicht zum erhofften Ziel führen wird, gibt es kaum eine andere Alternative.

Permalink
14.10.2021

Wir schalten die Hälfte der verbliebenen Kraftwerke noch vor dem Winter ab. FRAMATOM und CEZ reiben sich doch schon die Hände ob solcher Dummheit. Wie sollte man sonst auch die wegfallenden Mengen kompensieren, wenn nicht durch Import.
Außerdem muss man nicht nur die wegfallenden Mengen kompensieren sondern nochmal 100% der derzeitigen Stromproduktion oben drauf packen, wenn man die Industrie dekarbonisieren will.
Ich bin ja gespannt wie man das mit Windrädern und PV-Feldern kompensieren will. Da bleibt vom Land nicht mehr viel übrig.

Permalink
14.10.2021

"…dazu sind die Risiken im Betrieb, im Uranabbau und bei der Lagerung des Atommülls viel zu groß." So der O-Ton von Herrn Wais.

Also gibt es große Risiken? Aber nicht für die nächsten fünf Jahre? Seltsame Betrachtungsweise … Weil … bisher ist es ja gut gegangen?
Ob so eine Betrachtung mutig oder einfach nur blauäugig ist – ich bin froh, dass die Kernkraftwerke Vergangenheit sind.

Permalink
15.10.2021

Keine Ahnung, wie da der Wissensstand von Herrn Wais ist:
Das Risiko ist sehr gering. Natürlich nicht 0, das gibt es nirgends.
Aber Sie werden bestimmt eher 2x im Lotto Gewinnen, als durch einen nuklearen Unfall geschädigt werden. Von Sterben reden wir jetzt mal nicht. Selbst unter Einbeziehung von Tschernobyl und Fukushima zählt die Kernenergie mit zu den sichersten Stromerzeugungsmethoden. Weit davor sind Wasser-, Gas- und Kohlekraftwerke. (https://www.statista.com/statistics/494425/death-rate-worldwide-by-energy-source/)
Was wäre Ihnen denn statt Kernkraftwerken lieber? Ein Block in Gundremmingen ersetzt ca. 1500 Windkraftanlagen + Backupkraftwerk (meist Gas).

Permalink
14.10.2021

@RobertM:
Was ein Störfall ist, lege nicht ich fest, sondern die Ines-Skala. Ich verharmlose da nichts.
https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Bewertungsskala_f%C3%BCr_nukleare_Ereignisse#Ereignismeldung_nach_INES_in_Deutschland
Das hat auch nichts mit "Glück" zu tun. Das sind technische Maßnahmen, die genau das tun, was sie tun sollen. Nicht mehr, nicht weniger. Wie eine Bremse am Auto.
Und noch einmal: Befassen Sie sich damit, Sie machen sich lächerlich.

Permalink
14.10.2021

Was rechtfertigt einen deutschen "Sonderweg"? Sind wir vernünftiger und verantwortungsbewusster als weite Teile der restlichen industrialisierten Welt? Oder aber sind wir nur weniger pragmatisch und dafür viel ideologieverliebter?

Die Antwort darauf wird natürlich unterschiedlich ausfallen. Aber gemeinsam sollten wir froh darüber sein, dass Rudi Wais den Mut aufbringt, dazu beizutragen, uns erneut mit dem heißen Eisen Kernenergie befassen zu müssen. Denn diese Befassung ist notwendig geworden.

Warum? Unsere europäischen Nachbarn haben eine zum Teil konträre Sicht auf die Kernenergie. Und mit ihnen müssen wir uns mit Blick auf den European Green Deal verständigen. Seit unserem Ausstieg aus der Kernenergie hat nicht nur das Thema CO2-Reduktion politisch dramatisch an Bedeutung gewonnen. Auch gibt es seither deutliche Fortschritte bei den Reaktoren. Bei Dual-Fluid-Reaktoren der Generation IV soll es keine Kernschmelze mehr geben, auch lassen sie sich angeblich mit abgebrannten Brennelementen betreiben und verringern so den Atommüll. Darüber gibt es für eine breite und faktengestützte Diskussion noch viel zu wenig Aufklärung.

Also wäre mein Wunsch: mehr Aufklärung für einen sachlich fundierten und ergebnisoffenen Diskurs!

Permalink
14.10.2021

@Georg KR:
ja, das Gaskraftwerk ist wegen der "zuverlässigen" Erneuerbaren Energien leider möglich. Das nette: es ist eins von 4, die gebraucht werden, es hat nur 1/4 der Leistung eines Blocks am KGG. Das Gaskraftwerk versorgt Sie auch laufend mit Dreck. Der bringt sogar Menschen um und wird direkt in der Atmosphäre entsorgt. Klimawandel wird dadurch auch noch gefördert.
Der radioaktive Abfall wird gut verwahrt, für die Entsorgungskosten sind die Betreiber bereits aufgekommen. Zahl das Gaskraftwerk für die Schäden, die es verursacht?
Seltsame Präferenzen haben Sie da....

Permalink
14.10.2021

"Der radioaktive Abfall wird gut verwahrt, für die Entsorgungskosten sind die Betreiber bereits aufgekommen."

Gleich zweimal falsch. Wie war das noch gleich mit Gorleben? Es gibt kein sicheres Endlager.

Und wer zahlt? "Der Abbau von Atommeilern und die Endlagerung kosten 170 Milliarden Euro. Während die Konzerne nur einen Bruchteil zahlt, fällt die Hauptlast auf den Steuerzahler." (https://www.faz.net/aktuell/finanzen/steuerzahler-tragen-die-kosten-der-energiewende-14209053.html)

Permalink
14.10.2021

@RobertM:
Schon wieder: befassen Sie sich mal mit der Technik.
a) Der Wurm war sehr alt b) hat der Rechner keinen Internetanschluß, Wurm daher unwirksam.
Soviel zum Wurm auf der Lademaschine.

Zum Thema Reaktorschutz: das ist keine Behauptung, das ist Fakt. Wo kein rechner ist, kann keiner von einem Schädling befallen werden.

Die beiden Toten waren Block A, der Mitte der 70er abgeschaltet wurde. Und dieses Unglück hätte auch in jedem anderen Dampf-Kraftwerk passieren können.
Ich kanns Ihnen nur ans Herz legen: befassen Sie sich mit der Technik, bevor Sie sich hier noch weiter lächerlich machen.

Permalink
14.10.2021

Lächerlich sind hier höchstens Ihre Verharmlosungsversuche. Angesichts der vielen "Zwischenfälle", die es auf Ihrer Verharmlosungsskala noch nicht bis zum "Störfall" gebracht haben, ist es nur dem Glück zu verdanken, daß noch nicht mehr passiert ist.

Und "Glück" ist nun nicht unbedingt etwas, auf das man sich beim Betrieb einer hochgefährlichen Anlage verlassen sollte.

Permalink
14.10.2021

@RobertM:
Richtig, es gab keine Störfälle in Gundremmingen (die sind ab Ines2 ).
Die Schadsoftware war dauf der Lademaschine. Der Reaktorschutz kann nicht von Viren befallen werden.
Also nochmal: Informieren Sie sich richtig oder lassen Sie solche Äußerungen.

Permalink
14.10.2021

"Der Reaktorschutz kann nicht von Viren befallen werden."

Nachdem Systeme des Kernkraftwerks bereits durch einen Computerwurm kompromittiert wurden, ist das eine sehr forsche Behauptung.

Was war das dann eigentlich anno 1975? Anno 1977? Zwei Menschen tot, verbrüht - alles easy-peasy gemäß Daniel S.…

Permalink
14.10.2021

@Robert M
Tschernobyl-Typ? Lustig. Aber da sieht man mal, wieviel Ahnung der BUND hat.
Beides waren Siedewassereaktoren, das stimmt. Es machen also beide Wasser heiß. Das wars dann aber auch schon.
RBMK: Grafit-moderiert, KGG-C Wassermoderiert.
RBMK: positives VOID-Koeffizient, KGG-C negativ.
d.h. der RBMK kam bei Dampfblasen (durch mehr Hitze) erst so richtig in Schwung, bei Gundremmingen bremmst das die Kettenreaktion.

Der ganze Rest hat nur ein Ziel: Panikmache.
Gundremmingen hat mit dem RBMK gar nichts gemeinsam. Nichts.
Aber Sie gehören wohl auch zu der Alarmistentruppe, die den Rest Deutschlands für blöd verkauft. Andernfalls empfehle ich Ihnen, Quellen zu benutzen, die sich mit der technischen Seite der Reaktoren befassen.

@Augsburger Allgemeine: Schade, dass man auf Kommentare nicht mehr Antworten kann.

Permalink
14.10.2021

Genau!!! Es gab auch nie Störfälle in Gundremmingen und auch keinen Computerwurm. Alles easy-peasy…

Wie blind muß man denn sein?

Permalink
14.10.2021

@Robert M.
Ja, zuverlässig. Sie dürfen gerne mal die Vollaaststunden von PV und Wind mit denen des KGG-C verrgleichen.
Dass der BUND da Käse behauptet, ist a) klar und hat b) nicht mit der Zuverlässigkeit zu tun.

Permalink
14.10.2021

Daß ein störanfälliger Reaktor vom Tschernobyl-Typ "zuverlässig" ist, kann man auch nur behaupten, wenn man vor lauter Scheuklappen nicht mehr nach links oder rechts schauen kann.

Permalink
14.10.2021

"Deutschlands Anti-Atomkraft-Politik schadet dem Klimaschutz"

Merkt Herr Wais eigentlich vor welchen Karren er da gespannt wird, bzw. sich spannen lässt?

Was dem Klimaschutz und nebenbei den Interessen von Millionen Verbrauchern massiv schadet ist der politisch gebremste, im Schneckentempo vorangehende Ausbau regenerativer Energiequellen und die unter großem Lobbyisten-Einfluss der alten Energie-Riesen miserabelst gemanagte Energiewende mit u. a. all den widersinnigen Ausnahme-Regelungen bei EEG-Umlage und CO₂-Bepreisung.

Permalink
14.10.2021

Vor wessen Karren denn? Den des Klimaschutzes? Alleine Gundremmingen (das, auf dem Foto) ersetzt mit einem Block 1600 Windräder. Und das Rund um die Uhr. Zuverlässig. Mit welchen Erneuerbaren Energien wollen Sie das denn erreichen? Als Backup für Gundremmingen wird in Leipheim gerade ein Gaskraftwerk gebaut. Freuen tut das nur die Russen und den Betreiber des GAskraftwerks, die LEAG (die nebenbei in Ostdeutschland die Braunkohlekraftwerke betreibt)

Permalink
14.10.2021

"Zuverlässig."

Wie bitte?

"Der Reaktor C des AKW Gundremmingen ist der letzte Siedewasserreaktor in Deutschland, der trotz der massiven Sicherheitsmängel noch immer läuft"
(https://www.bund.net/themen/atomkraft/akw-in-deutschland/karte-der-akws/gundremmingen/)

Permalink
14.10.2021

@ DANIEL S.

Als Backup für Gundremmingen wird in Leipheim gerade ein Gaskraftwerk gebaut.

Das einzig "zuverlässige" an dieser Steinzeit-Technologie ist, dass sie uns "zuverlässig" mit gefährlichstem Dreck versorgt. Und die Konzerne es clever verstanden, die tatsächlichen Kosten dieser Art der Energieerzeugung zu vernebeln und vor allem die fatalen Folgekosten zwecks eigener Profitsteigerung kommenden Generationen und der Allgemeinheit zu überlassen.

Das neue Gaskraftwerk in Leipheim kommt wenigstens ohne Schrott-Endlagerstätte aus.

Permalink
14.10.2021

So manchem/r 70er Jahre Atomkraftgegner/in scheint nicht ganz klar zu sein, dass es nur ENTWEDER Reduzierung der CO2-Freisetzung ODER Abschaltung der verbliebenen AKWs gibt.

Natürlich ist der Ausbau erneuerbarer Energien nicht weit genug. Natürlich ist der Ausbau der Stromtrassen nicht weit genug. Natürlich hat man hier viel verschlafen und es wurde auch von Aktivisten vieles bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag auf die lange Bank geklagt. Aber was bringt uns diese Erkenntnis? Nüscht!

Deutschland will die Kohlekraft loswerden, benötigt aber gleichzeitig in absehbarer Zeit doppelt soviel (!) Strom wie heute. Wie soll das gehen, wenn man sich der CO2-freien Stromproduzenten beraubt?

Permalink
14.10.2021

Diese Brücke hat sehr niedrige Pfeiler. Da steht man mit den Füßen schnell im Wasser bzw. im Atommüll, für den es bisher keine Lösung gibt. An atomarem Restmüll haben wir bereits mehr als genug angesammelt. Und es ist einfach perfide, den anfallenden Dreck den kommenden Generationen aufzubürden, nur damit wir nichts neues in Angriff nehmen müssen. Der Weg zurück wäre ein Weiter so der schlimmsten Art. Diese Brücke hat längst ausgedient. Sie würde nur dazu dienen, sich weiter darauf auszuruhen. Sie mag ein wahltaktisches Manöver Macrons sein, aber man muss nicht alles gut finden, was andere im Wahlkampf von sich geben. Diese Diskussion noch einmal aus der Schublade zu ziehen, ist das Rückständigste, was ich seit langem gelesen habe. Ich sage nur: Atomkraft, nein danke!!!

Permalink
14.10.2021

Die Kernenergie ist Zuverlässig, Umweltfreundlich, Platzsparen und vor allem: CO2-frei. Der Müll ist gut verwahrt wie wahrscheinlich nichts anderes in D. Ob da jetzt durch eine Verlängerung etwas mehr dazu kommt, spielt keine Rolle. Wenn wir den Müll unbedingt entsorgen wollen (Recycling darf/will man ja nicht), dann braucht es wohl ein Endlager.

Dass wir als Klimastreber gerade voll versagen, hat auch die Weltöffentlichkeit mitbekommen. Es gibt einen offenen Brief an die Bundesregierung von führenden Wissenschaftlern, die darum bitten, die AKW laufen zu lassen, weil D nur so seine Ziele schaffen kann.

Das einzige, was dem entgegen steht, sind irgendwelche Atomkraftgegner mit Wissen aus den 70ern.

Vo daher: Kernenergie? Ja bitte!

Permalink
14.10.2021

"Zuverlässig, Umweltfreundlich, Platzsparen und vor allem: CO2-frei"
Diese Begriffe sind Märchen. Zuverlässig nur, wenn sie nicht gerade gewartet werden müssen, umweltschädlich ist der Abbau von Uran (vor allem in den Ländern, wo man eh nicht so genau hinsehen will), platzsparend nur, wenn man den Müll ncht mitrechnet, CO2-frei, wenn man den Uran- und Abfalltransport sowie die Wiederaufbereitung nicht mitrechnet.
Was bleibt dann noch übrig? Atomkraft ist wahrscheinlich eine der teuersten Energien, wenn man alles zusammenrechnet: Umwelt- und Gesundheitsschäden, Entsorgung, Zwischen- und Endlager, Aufwand für Schutz und Sicherheit, Rückbau … ein Fass ohne Boden. Künftige Generationen werden Danke sagen für die strahlende Last, die wir hinterlassen.

Und: "der Müll ist gut verwahrt": das ist ein Witz, über den niemand lachen muss. Man weiß nämlich noch gar nicht, wo und wie man den Müll "sicher" verwahren kann und wird. Oder wie man ihn "recyceln" kann. Im Moment gibt es Wiederaufbereitungsanlagen, die jedoch nicht ohne Umweltschäden auskommen. Bequem, dass uns die Franzosen und Engländer das momentan abnehmen. Aber ganz umsonst machen die das auch nicht.

Permalink
14.10.2021

@ DANIEL S.

"Derzeit liefert die Kernspaltung noch etwa zehn Prozent der weltweiten Elektrizität." (Stand Januar 2021)

Eine Größenordnung, die durch "Erneuerbare" problemlos ersetzt werden kann. Strom aus Kernenergie wurde in den letzten Jahren immer teurer, "Erneuerbare" immer billiger. Deshalb:

"Atomkraft, nein danke" und weg mit dem Schrott . . .

Permalink
15.10.2021

Was ist da sicher verwahrt?
Da stehen die Behälter - ordentlich deutsch - schön gestapelt im Gelände?
Als die Behälter immer mehr wurden - hat man die Mauern um diese Gelände erhöht - soll ja niemand sehen?
Da können wir darauf warten, dass da mal jemand eine Panzerbrechende Rakete reinhaut - und dann schauen wir mal wo hin die Leute in Europa evakuiert werden können?
Putin kann uns da sicher einige Flächen anbieten - um Tschernobyl sollen ja auch noch große Grundstücke zur Verfügung stehen?
Es geht nur um Geld!
Wenn mir die Atom-Lobby ordentlich Geld bietet - dann könnte ich mir auch überlegen, viel so viel Stuss zur "sicheren Kernenergie" abzusondern?

Permalink
15.10.2021

@Rudolf D.: Propagieren Sie hier etwa "Lebensraum im Osten"? Im Übrigen liegt Tschernobyl zwar in Putins Möchtegern-Reich, aber nicht in seinem Ist-Reich.

Permalink
14.10.2021

Nachdem es absehbar ist, dass wir nach der Abschaltung der eigenen AKWs gezwungen sein werden, Atomstrom aus Frankreich und Tschechien zu importieren, zeigt sich natürlich dass die überstürzte Abschaltung uns nur Probleme bereiten wird.
Schon jetzt freuen sich jetzt alle Wärmepumpenbetreiber auf kalte Stunden oder hohe Heizkosten.

Wer hat's erfunden? Die CDU - weil sie Spezialisten wie Raimund Kamm zufireden stellen wollte!

Permalink
14.10.2021

"Wer hat's erfunden? Die CDU - weil sie Spezialisten wie Raimund Kamm zufireden stellen wollte!"

So primitiv sollte man es sich wirklich nicht machen.

Nach dem World Nuclear Waste Report sind in Europa bislang mehr als 2,5 Millionen Kubikmeter radioaktive Abfälle angefallen.
Alleine europäischen Atomkraftwerke produzieren über ihre gesamte Lebensdauer rund 6,6 Millionen Kubikmeter an strahlendem Müll. Die bisher nicht ansatzweise gemeisterte Herausforderungen durch Atommüll birgt unkalkulierbare technische, logistische und finanzielle Risiken.
Kein Land der Welt hat auch siebzig Jahre nach Beginn des Atomzeitalters eine wirkliche Lösung für die strahlenden Hinterlassenschaften der Atomkraft gefunden. Und was die Sicherheit betrifft stecken sichere Fusionsreaktoren noch in den Kinderschuhen.
Selbst der Kostenfaktor spricht nicht mehr für den Neubau von AKW's, denn die Kosten dafür vervielfachen sich, während die Preise für alternative Energiequellen sinken.

Permalink
15.10.2021

@Richard M.: Wenn Sie in der Lage sind die Stromproduktion der nochlaufenden AKWs bis Ende nächsten Jahres durch erneuerbare Energien zu ersetzen, dann nur zu! Da bin ich ja gespannt.
Glauben Sie ernsthaft, dass ein Industrieland ohne stabile Stromversorgung existieren kann? Ich nicht.

Permalink
14.10.2021

Dass bei den Erneuerbaren Energien zu wenig getan wurde - kann man sicher auf die Lobbyarbeit der Protagonisten zurückführen und sicher auch beweisen.

Dass die Atomindustrie nun ihren Gegenangriff - u.U. wie früher mit bezahlten "Wissenschaftlern" , wie bei der Öllobby - offensiv angeht ist klar!
Für Milliarden, die bei einer Verlängerung winken, da tun manche viele Dinge, wie man so schön sagt ....

Permalink
14.10.2021

Es gibt kaum mehr Atomindustrie in D. Alles abgewandert. Und das, was es noch gibt, zieht den Kopf ein um blos nicht aufzufallen.

Permalink
14.10.2021

Genau, die Grünen sind Schuld am von Schwarz Gelb beschlossenen Ausstieg. Übrigens haben alle deutschen Energiekonzerne bereits mit dem Thema abgeschlossen und ein Weiterbetrieb wurde bereits ausgeschlossen und wäre gar nicht ohne weiteres möglich. Dass Atomkraft in Frankreich ein Milliardengrab ist, bleibt auch unerwähnt.

Permalink
14.10.2021

Ja, u.a. die Grünen. 40 Jahre verbreiten von Horrorgeschichten macht halt Eindruck.
Ja, die deutschen Energiekonzerne haben damit abgeschlossen, die Gegner werden auch nicht Müde, das zu verbreiten. Aber mit einer entsprechenden Laufzeitgarantie wären die bestimmt bereit, den gewinn, den die bereits abgezahlten AKW abwerfen, mitzunehmen.
Aber es geht auch anders, wie das Beispiel von Byron. Das Kraftwerk wurde kurz vor seiner Abschaltung noch gerettet und produziert nun weitere Jahre CO2-freien Strom. Nebenbei sorgt es noch für 1500 weitere Arbeitsplätze und viele Investitionen in der Region.
Kernenergie ist teuer. Aber wenn man mal schaut, wieviel Geld in D bisher in eine Stromversorgung geflossen ist, die alles andere, nur nicht stabil ist, ist das ganze ein Schnäppchen. Wir versenken jedes Jahr 25 Mrd. an EEG-Umlage (mittlerweile muss aus Steuergeld aufgelegt werden).

Wir haben in D mit die sichersten reaktoren der Welt und legen die in einem Anfall von grünem Größenwahn still. So blöd muss man mal sein....
Btw: auch die Finnischen Grünen sind für die Kernenergie.

Von daher: Kernenergie? Ja bitte!

Permalink
14.10.2021

Die Horrorgeschichten hat niemand verbreitet, sondern sie waren Realität und die Sicherheit ist auch relativ egal, solange es keine Lösung für Müll gibt, der über Millionen Jahre gelagert werden muss. Dass eine Versorgung mit 100% erneuerbaren möglich ist, wenn man nicht gewisse Lobbyparteien in Verantwortung hätte, die alles mögliche tun, um das zu verhindern, ist längst belegt, jede Diskussion also überflüssig.

Permalink
15.10.2021

@ DANIEL S.

Jetzt übertreiben Sie's aber mit Ihrer "Schnäppchen"-Schönfärberei bzw. -Schwarzmalerei.

"Im März 2014 wurde bekannt, dass sämtliche Kraftwerke von Exelon Verluste einfahren und die Anlage in Byron neben zwei weiteren, Clinton und Quad Cities zu den unrentabelsten gehört.
". . . es arbeiten dort ungefähr 690 Mitarbeiter".

Die wundersame "Rettung":

"Im September 2021 wurden Exelon von Illinois 700 Millionen Dollar an Subventionen über fünf Jahre bewilligt, sodass die Stilllegung der Kraftwerke Dresden und Bryon doch noch abgewendet wurde.

Wenn die Schrottreaktoren nur mit Steuergeldern am Laufen gehalten werden können - abschalten und zwar ganz schnell.


"Stromversorgung . . . , die alles andere, nur nicht stabil ist"

Keine Ahnung, wo Sie wohnen - ich jedenfalls habe von Instabilität noch nichts gemerkt.

Permalink