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Die Deutsche Bahn muss das Vertrauen der Fahrgäste zurückgewinnen

Kommentar Von Christian Grimm
26.10.2021

Verspätungen, Ausfälle, verpasste Anschlüsse – es läuft derzeit nicht bei der Bahn. Sie muss die Mängel abstellen und vor allem in einem Bereich besser werden.

Die Bahn bezieht Prügel – mal wieder. Oft ist es Volkssport, sich über den staatseigenen Betrieb aufzuregen. Doch in den letzten Wochen ist der Verdruss berechtigt. Die Verheerungen des Hochwassers im Westen, der Streik und die vielen Baustellen bringen das Getriebe durcheinander – zum Leidwesen der Reisenden.

Trotz aller Schwierigkeiten, die das Unternehmen meistern muss, kann es sich nicht vom seinem zentralen Versprechen frei machen: Dass die angebotenen Verbindungen pünktlich und zuverlässig bedient werden. Kann sie das nicht, müsste sie das Angebot ausdünnen, um Kapazitäten frei zu bekommen.

Bei der Bahn läuft es nicht mit der Kommunikation

Der Bahn gelingt es derzeit nicht, ihr Versprechen zu erfüllen. Das Schlimme daran ist, dass es der Schienenkonzern selbst noch schlimmer macht, weil die Kommunikation danebengeht. Viele Fahrgäste haben sogar Verständnis dafür, wenn der Zug zu spät kommt, wenn die Verzögerung richtig erklärt wird und sie stimmige Informationen über Alternativen erhalten.

Doch viel zu oft erleben die Kunden nach der Enttäuschung eine weitere, weil der Anschlusszug doch nicht erreicht wird und die Ersatzverbindung völlig überbelegt ist. In solchen Momenten ist dann noch das Bordbistro geschlossen. Wer dann eine teure Reise gebucht hat, weil er oder sie keine Bahncard hat, ärgert sich schwarz.

Die Bahn muss wieder Vertrauen bei den Fahrgästen aufbauen

Beim Erklären eigener Fehler muss die Bahn deutlich besser werden und dafür kann es keine Ausreden geben. Verbesserungen an dieser Stelle würden sich nicht nur kurzfristig, sondern auch mittelfristig auszahlen. In den nächsten Jahren plant das Unternehmen hohe Investitionen in das Netz, weshalb das Umfahren von Baustellen tägliche Übung bleiben wird. Es wird also mit hoher Wahrscheinlichkeit immer wieder Phasen geben, in denen die Pünktlichkeit und die Zuverlässigkeit leiden.

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Die Reisenden werden aber nur vom Auto umsteigen, wenn sie sicher sind, dass sie an ihrem Ziel ankommen und bei Verspätungen nicht im Nirgendwo sitzen bleiben, weil die Ansagen falsch sind. Enttäuscht die Bahn ihre Fahrgäste zu oft, werden sie sich wieder dem Auto oder Flugzeug zuwenden.

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11.12.2021

Ich pendle seit fast 10 Jahren von Augsburg nach Donauwörth und eigentlich passt das für mich sehr gut. Ich würde die Strecke nicht täglich mit dem Auto fahren wollen. Dennoch gibt es natürlich Ereignisse bei der Bahn die einen persönlich natürlich nerven, trotzdem verstehe ich natürlich, dass das ein sehr komplexes System ist, und es entsprechend schwierig ist, immer den Erwartungen der Fahrgäste zu entsprechen.

Ich bin sicher eine geduldige Pendlerin und habe für vieles Verständnis. Ich denke mir auch immer, dass auch wenn ich mit dem Auto fahren würde, immer auch Probleme entstehen wie Stau, Autopanne etc. Worüber ich mich aber wirklich ärgere sind geplante Fahrplanänderungen, die man regelmäßig in Kauf nehmen muss. Ich rede hier nicht von Fahrplanänderungen im Sinne von Erweiterung und Verbesserung des Angebots, sondern von Streichungen von Verbindungen. Gerade jetzt zum Winterfahrplan wurde in der Früh eine weitere IC Verbindung nach Donauwörth gestrichen. Eine ICE Verbindung zu ähnlicher Zeit, wurde schon vor einigen Monaten gestrichen. Es gibt also nun keine einzige Verbindung mehr, die in der Früh zwischen 6:00 und 7:00 Uhr in Donauwörth ankommt. Wenn man also wie ich um 7:00 Uhr anfängt, kann man entweder um 5:38 Uhr losfahren und dann eine Stunde in Donauwörth herumlungern oder zu spät kommen. Oder eben mit dem Auto fahren.... Wenn kein Zug fährt, ist es eben keine Option, mit dem Zug zu fahren.

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