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Kommentar
24.11.2017

Entscheidung über Zukunft vertagt: Horst Seehofer hat Zeit gewonnen

Horst Seehofer ist es am Donnerstag gelungen, die Debatte über seine Zukunft zu verschieben.
Foto: Sven Hoppe, dpa

Horst Seehofer ist es gelungen, die Entscheidung über seine Zukunft in der CSU zu vertagen. Markus Söder spielt mit - da er genau weiß, welche Folgen ein Frontalangriff hätte.

Wir sind uns wieder einig, aber wir wissen nicht worüber. So, oder so ähnlich, hieß es Donnerstabend von verschiedener Seite in der CSU. Tatsächlich hatte der Auftritt von Parteichef Horst Seehofer in der Landtagsfraktion – Seite an Seite mit seinem Kontrahenten Markus Söder – zwar die Gemüter beruhigt. Die Erleichterung darüber, dass es nun doch eine gemeinsame Lösung an der Spitze geben soll, war mit Händen zu greifen. Wie diese Lösung aber aussehen könnte, blieb erst einmal offen. Die Nachricht von einer bereits erzielten Einigung auf eine Ämterteilung mit Seehofer als Parteichef und Söder als Ministerpräsident wurde schnell dementiert.

Horst Seehofer konnte die CSU-Abgeordneten beruhigen

Klar war zunächst nur, dass es Seehofer nach den anstrengenden Wochen in Berlin erneut gelungen ist, Zeit zu gewinnen. Er hatte sich konsequent aus den heftigen innerparteilichen Auseinandersetzungen herausgehalten und hatte somit auch die Autorität, die aufgeregten und teils auch aufrührerisch gestimmten Abgeordneten in München zur Räson zu rufen. Eines Machtworts bedurfte es dazu nicht. Es reichte völlig aus, den Ernst der Lage zu beschreiben, in der sich die CSU befindet.

Doppelspitze mit wenigen Gemeinsamkeiten: Horst Seehofer und Markus Söder, hier beim Parteitag der CSU 2015.
16 Bilder
Die Karriere von Horst Seehofer in Bildern
Foto: Peter Kneffel, dpa

Söder, der es zuletzt mit Provokationen etwas übertrieben hatte, war klug genug, in Seehofers Credo einzustimmen. Ein Frontalangriff hätte in der aktuellen Situation vermutlich in ein Desaster geführt. Nun kann Söder darauf verweisen, seine persönlichen Ambitionen für den Moment hinten angestellt zu haben. Dass sich das wieder ändern wird, ist zu erwarten. Ernsthafte Signale aber gab es dazu Donnerstagnacht zunächst nicht.

Hier lesen Sie, welche Stimmung am Donnerstag in der CSU herrschte.

Uli Bachmeier und Henry Stern erzählen hier die Geschichte einer Partei , die Machtwechsel seit jeher als großes Drama inszeniert hat.

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