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Impfen: Warum Söder die Stiko nicht kleinreden sollte

Kommentar Von Rudi Wais
03.08.2021

Die Ständige Impfkommission zögert weiter, Kindern und Jugendlichen eine Impfung gegen Corona zu empfehlen. Die Politik sollte das endlich respektieren.

Der Zweck heiligt nicht alle Mittel. Dass sich immer weniger Menschen impfen lassen, hat viele Gründe – die Ständige Impfkommission sollte dafür allerdings niemand verantwortlich machen. Ob sie Kindern und Jugendlichen eine Impfung empfiehlt, entscheidet sie auf Basis ihrer wissenschaftlichen Expertise und nicht auf politischen Druck hin.

Vor allem Markus Söder sollte sein Temperament hier etwas zügeln. Wie der CSU-Chef die Kommission vor Kurzem als eine Art Laienrunde abgeläppelt hat, die nur ehrenamtlich tage, sagt mehr über Söder selbst als über die Kommission. Wie heißt es doch? Wer mit einem Finger auf andere zeigt, auf den zeigen drei Finger zurück.

Keine Zweifel an der Kompetenz der Stiko

Was wäre denn eine Empfehlung wert, die unter sanftem Zwang zustande käme? Nichts. Die wenigsten Eltern würden ihre Kinder auf dieser Basis impfen lassen. Schon deshalb sollte die Politik gar nicht erst den Eindruck entstehen lassen, sie dränge die Stiko zu einer Entscheidung. Im Moment allerdings tut sie das Gegenteil, indem sie ein Gremium diskreditiert, an dessen Kompetenz es nicht den Hauch eines Zweifels gibt. Seine 18 Mitglieder bringen es zusammen auf 18 Doktor- und 13 Professorentitel.

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Die Diskussion ist geschlossen.

03.08.2021

Die Stiko scheint hier eher ein Trotzverhalten an den Tag zu legen und die Empfehlung eben nicht zu erteilen, da die Politik es wünscht!
Die Sitko empfiehlt die Impfung gegen Covid 19 bei Jugendlichen nicht, da bei Jugendlichen kein schwerer Krankheitsverlauf zu erwarten ist.
Abgesehen davon, dass die Gefahren von LongCovid bei Kindern und Jugendlichen bislang maßlos unterschätz worden sind (ARD Tagsethmen vom 10. Juli 2021), würde mich bei der angeblichen Transparenz der Stiko hinsichtlich ihrer Empfehlungen interessieren, warum sie für Kleinkinder die Röteln-Impfung empfiehlt!
Röteln ist eine absolut harmlose Kinderkrankheit, ohne irgendwelche Nebenwirkungen oder Langzeitfolgen. Die einzige Gefahr ist eine Erkrankung einer Schwangern im ersten Drittel der Schwangerschaft. Dann kommt es zu Missbildungen beim Kind.
Dennoch wird die Impfung gegen Röteln bei Kindern (männlich und weiblich) empfohlen. Warum? Hier kann nicht der Schutz der Geimpften im Vordergrund stehen! Hier geht es darum, andere zu schützen.
Bei der Covid-Impfung geht es um den Schutz der Jugendlichen selbst und um den Schutz der anderen.
Ausserdem muss man bei der Risiko-Einschätzung nicht nur im Auge haben, wie schwer ein Krankheitsverlauf ist, sondern auch, wie gross die Gefahr ist, sich anzustecken. Und nachdem unsere Kinder auf dem Schulweg auf die vollen Fahrzeuge des ÖPNV angewiesen sind, ist die Ansteckung hier immens.
Es wird Zeit, dass wir uns um unseren Nachwuchs kümmern! Sie sind die Zukunft.
Die Stiko täte gut daran, wirklich transparent zu arbeiten und Empfehlungen nach nachvollziehbaren Kriterien zu treffen!

Die Covid-19-Impfung für Jugendliche ist weit aus eher angezeigt, als bspw. die Röteln-Impfung bei Kindern!

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03.08.2021

Der Vergleich mit der Röteln-Impfung ist ein sehr guter Hinweis. Die Stiko ist keine Kommission, die für den Umgang mit einer Pandemie geschaffen wurde. Die individuellen Risiko-Abwägungen, um die es dort geht, waren wichtig bei der Festlegung der Impfreihenfolge. Es geht bei der Bekämpfung einer Pandemie mit Impfungen aber nicht um das persönliche Risiko einer Erkrankung einzelner, sondern um das Erreichen der Herdenimmunität. Deswegen ist auch das ängstliche Abwägen von Impfskeptikern so fehl am Platz und das Verhalten von Impfverweigeren schlicht egoistisch. Das Durchimpfen der Bevölkerung ist nun man nötig, um ansteckenden Krankheiten zu besiegen. Oder hätten die Impfgegner gerne die Pocken und Kinderlähmung wieder?

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03.08.2021

Allem Anschein nach, haben aber unsere Politiker, mehr Ahnung als die Stiko, denn anders kann man es nicht deuten, dass sich nun die Damen und Herren die die Weisheit anscheinend mit dem Löffel gefuttert haben, doch über die Stiko heben und durch die Impfempfehlung für 12-17 jährige das Ansehen der Stiko versuchen zu schädigen

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