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Laschet stellt Zukunftsteam vor: Das war sein letzter Trumpf

Kommentar Von Stefan Lange
03.09.2021

Kurz vor der Bundestagswahl hat Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet ein Zukunftsteam vorgestellt. Damit hat Laschet nun sein Pulver verschossen. Nun bleibt ihm nur noch die Hoffnung, dass auch andere Fehler machen.

Drei Wochen vor der Bundestagswahl hat Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet seine letzte Leuchtrakete abgebrannt und sein sogenanntes Zukunftsteam vorgestellt. Ob davon allerdings die erhoffte Signalwirkung ausgeht und der bislang eher lahme Wahlkampf des CDU-Vorsitzenden endlich zündet? Man mag es nicht glauben.

"Zukunftsteam" vor Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet: die Rettung?

Laschets Team besteht aus respektablen Männern und Frauen, die allesamt schon einiges in ihrem politischen Leben bewegt haben. Aber bis auf wenige Ausnahmen ist in der Gruppe kein so bekanntes Gesicht dabei, dass es der Union aus dem Umfragetief verhelfen könnte. Ein Zuwachs um ein oder zwei Prozentpunkte ist denkbar. Dass CDU und CSU mit diesem „Zukunftsteam“ die SPD wieder überholen, eher nicht.

Laschet wollte nie ein Schattenkabinett vorstellen. Er hat es jetzt doch getan, auch wenn die Bezeichnung eine andere ist. Dieser Schwenk mag ein Hinweis darauf sein, wie groß die Ratlosigkeit in der CDU-Wahlkampfzentrale ist. Alles, was bis jetzt angepackt wurde, verpuffte wirkungslos.

Laschets „Zukunftsteam“: verzweifelter Versuch die Umfragewerte von CDU und CSU zu verbessern

Das „Zukunftsteam“ wirkt da wie ein verzweifelter Versuch, das Blatt noch zu wenden. Bemerkenswert dabei ist, dass SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz noch kein solches Team vorstellen musste, er konnte bislang allein mit seiner Person überzeugen. Bei der Grünen-Spitzenkandidatin Annalena Baerbock ist es ähnlich, sie baut auf sich und ihren Co-Vorsitzenden Robert Habeck.

Armin Laschet, CDU-Kanzlerkandidat, präsentiert sein "Zukunftsteam" in der CDU-Parteizentrale.
Foto: Christoph Soeder, dpa

Laschet hat mit dem „Zukunftsteam“ sein Pulver verschossen. Die Phantasie reicht nicht aus, um sich eine andere Finte, einen anderen Dreh oder einen genialen Trick vorzustellen, mit dem der Aachener die Spitze zurückerobern könnte. Die großen Namen in der Union verweigern ihm die Unterstützung. Kanzlerin Angela Merkel etwa hält sich zurück, ebenso wie CSU-Chef Markus Söder.

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Der Unions-Kanzlerkandidat muss in den letzten Tagen vor der Wahl ganz auf seine eigene Kraft vertrauen. Kämpfen kann er, das hat er in Nordrhein-Westfalen bewiesen. Reicht auch das nicht aus, bleibt ihm am Ende nur die Hoffnung, dass die anderen noch einen Fehler machen.

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04.09.2021

Traurig der Absturz - aber mit einem Kanditaten wie Laschet war dies die logische Kosequenz... So wird die Union nur noch die 3. Geige spielen und bald nur noch Opposition machen...

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04.09.2021

>> ... und bald nur noch Opposition machen... <<
Er übt ja schonmal, gegen die anderen zu giften. Das kann er schon recht gut.

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03.09.2021

Friedrich Merz ist wohl ein Hoffnungs-Joker der wohl nie ins große Spiel der real-aktiven Politik gebracht werden kann. Vor 16 Jahren konnte er sich nicht gegen Angela Merkel durchsetzen und nach 10 Jahren bei „BlackRock“ ist er politisch angreifbar geworden.
Und der Rest von "Laschets-Dream-Team" lässt auch nicht ruhig schlafen.

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