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Konferenz in Augsburg
02.12.2007

Mixa fordert ein Ende "feministischer Experimente"

Bischof Walter Mixa hat auf einer Veranstaltung in Augsburg ein Ende "feministischer Experimente" in Deutschland gefordert und erneut den geplanten Ausbau von Kinderkrippen kritisiert. Unterstützung bekam der Bischof dabei von Christa Müller, der Ehefrau des Linke-Parteivorsitzenden Oskar Lafontaine.

Von Ursula Ernst

Augsburg. Was für ein Bild! Der Augsburger Bischof Walter Mixa und die Linke Christa Müller, mit freundlichem Lächeln herzlich vereint im Thema Familie. Dabei haben sich beide auf ihrem Feldzug nicht nur Freunde gemacht. Mixa war vielen auch in der katholischen Kirche mit seinem "Gebärmaschinen"-Vergleich zu weit gegangen und Müller hat es sich bei der Linken mit ihrer Hausfrau- und Mutterrolle verscherzt.

Wenn nun Müller und Mixa bei der Familienkonferenz der bayerischen Pan-Europa-Union am Wochenende in Augsburg zusammen auftreten, dann könnte das spannend werden. Doch leider liegen Stunden zwischen ihren Vorträgen und der vielbeschäftigte Bischof ist schon wieder weg, als die Linke das Mikrofon ergreift. In einem direkten Diskurs hätten sich die Unterschiede deutlicher ausmachen lassen können. Solange beide von der gerechten Honorierung der Familien für Kindererziehung sprechen, sind sie sich einig. Doch Christa Müller, will, dass der Staat regelmäßig überprüft, wie die Eltern das Geld ausgeben. Das aber widerstrebt dem konservativen Familienbild, das den Staat strikt aus seinem Umfeld verbannt.

Wie erwartet, gibt Mixa bei der Familienkonferenz nicht nach: Er wettert gegen die Familienpolitik der großen Koalition. Der geplante Krippenausbau von Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) sei für Familien "in hohem Maße schädlich" und erhebe die berufstätige Frau zu einem "ideologischen Musterfall". Er hält von der Leyen vor, mit ihrem Betreuungskonzept die grundgesetzlich geschützte Familie als wichtigsten Keim der Gesellschaft zu missachten. Sie wolle die Erziehung verstaatlichen. Für Mixa ist sie eine unselige Allianz mit der Wirtschaft eingegangen, bei der es nur darum gehe, der demografischen Entwicklung mit rein ökonomischen Mitteln entgegenzutreten. Die zwei Milliarden Euro, die zum Krippenausbau nötig sind, sollten besser in die Stützung der Familien investiert werden, so Mixa.

Krippenerziehung sei "in hohem Maße schädlich" für die Kinder, das belegten Untersuchungen. Kinder bräuchten die Zuwendung von Mutter und Vater, damit sie ein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln könnten. Doch er verkenne nicht die Tatsache, dass es viele alleinerziehende Mütter gibt, die auf Krippen angewiesen sind. Für die halte die Diözese Augsburg auch 1400 Krippenplätze vor. Aus den Notfällen dürften aber keine Regelfälle gemacht werden. Die Notfälle gelte es zu beseitigen.

Die Wahlfreiheit von der die Politik spreche, verdiene diesen Namen nicht. Für eine echte Wahlfreiheit müsste die Wirtschaft den Frauen familiengerechte Arbeitszeiten anbieten, sagt Mixa. Wenn von der Leyen von Karriereplanung gut ausgebildeter Frauen spreche, die es zu unterstützen gelte, dann entlarve sie ihre Politik als "Oberschichtendebatte". Mit der Lebenswirklichkeit habe dies nichts zu tun.

Als Entlastung der Familien, die auf jedes Einkommen angewiesen sind, fordert Mixa ein Erziehungsgehalt, das Lohnausfälle ausgleichen könne. Das Betreuungsgeld, das jetzt auch im Grundsatzprogramm der CDU aufgenommen wurde, sei eine kleine Verbesserung. Dies als "Herdprämie" zu diffamieren, sei eine schlimme Diskriminierung.

Auch Christa Müller fordert ein Erziehungsgehalt und bekommt von den durchwegs konservativen Kongressteilnehmern viel Beifall. Die blonden Haare immer wieder hinter die Ohren streichend, rechnet sie vor, dass ein gut ausgestatteter Krippenplatz 1600 Euro im Monat kostet und das will sie den Eltern zukommen lassen. Doch die Linke knüpft Bedingungen daran, die ihrem Publikum nicht so gut gefallen: Wer das Geld bekommt, muss regelmäßige staatliche Überprüfungen hinnehmen. Da entfuhr es einem Pan-Europäer: "Die hat doch hier nichts zu suchen ..."

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