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Konflikte
30.06.2014

Iraks Armee attackiert Isis

Die sunnitische Isis-Miliz verucht, mit der Ausrufung eines Kalifats in den von ihr eroberten Gebieten Fakten zu schaffen.
Foto:  Stringer (dpa)

Nach der Ausrufung eines "Kalifats" durch die sunnitischen Isis-Milizen hat die irakische Armee ihre Angriffe auf die Terrorgruppe fortgesetzt.

Kampfhubschrauber attackierten am Montag den Ort Baidschi, wie irakische Medien berichteten. Nach Informationen des Nachrichtenportals "Shafaaq News" starben dabei sechs Zivilisten, darunter Frauen und Kinder.

Die Terrorgruppe "Islamischer Staat im Irak und in Syrien" (Isis) hatte am Sonntag in den von ihr eroberten Provinzen des Iraks und Syriens ein "Islamisches Kalifat" ausgerufen. In einer Audiobotschaft wurde Isis-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi zum Kalifen bestimmt.

Die Armee hatte am Samstag eine Offensive gegen die Isis-Milizen begonnen. Die Angriffe richteten sich vor allem gegen die Stadt Tikrit 170 Kilometer nordwestlich von Bagdad. Sie war am 11. Juni von Isis-Kämpfern eingenommen worden. Tikrit ist strategisch wichtig, da die Stadt an einer Hauptverbindungslinie zwischen dem Norden des Landes und Bagdad liegt.

Ein Offizier sagte der Nachrichtenagentur dpa, Regierungseinheiten hätten am Sonntagabend große Teile Tikrits zurückerobert. Die Soldaten seien sehr nahe an das Gebäude des Provinzrates und andere Regierungseinrichtungen herangerückt. Die Armee wehrte zudem nach eigenen Angaben am Montagmorgen Isis-Angriffe auf den Luftwaffenstützpunkt "Camp Speicher" zwischen Baidschi und Tikrit ab. Die Angaben ließen sich von unabhängiger Seite nicht überprüfen.

In der Isis-Audiobotschaft hieß es, alle Muslime müssten dem neuen Kalifen Gefolgschaft schwören. Ein Kalifat ist ein auf islamischen Gesetzen basierendes Staatswesen, in dem die weltliche und religiöse Führung in einer Hand liegen. Laut der Audiobotschaft verkürzte die Terrorgruppe ihren offiziellen Namen zudem auf "Islamischer Staat".

Die sunnitische Miliz beherrscht einige Regionen im Bürgerkriegsland Syrien und ist seit Anfang Juni auch im Irak auf dem Vormarsch. Dort hat sie im Norden und Westen des Landes weite Teile eingenommen. Mit der Ausrufung eines Kalifats nimmt die Gruppe Bezug auf die islamischen Reiche in der Nachfolge des Propheten Mohammed. Das letzte Kalifat hatte die türkische Regierung 1924 nach dem Ende des Osmanischen Reiches abgeschafft.

US-Präsident Obama warnte unterdessen vor "Dschihad-Touristen". Europäer, die zum Kämpfen in die Region reisten, könnten auch eine Gefahr für die Sicherheit Amerikas darstellen. Die Dschihadisten sammelten in Syrien und nun im Irak Kampferfahrung, sagte er am Sonntag im Fernsehsender ABC-News. "Dann kommen sie zurück. Sie haben europäische Pässe. Sie brauchen kein Visum, um in die Vereinigten Staaten einzureisen."

Es sei daher wichtig, dass die USA ihre Geheimdienst- und Überwachungsaktivität in der Region ausbauten. Spezialkommandos spielten eine große Rolle. "Und es wird Schläge gegen Organisationen geben, die uns gefährden könnten", sagte Obama. (dpa)

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