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Bundeswehr

09.10.2019

Kramp-Karrenbauer ist nach Einsatzreise in Mali "schwer verstimmt"

War in Mali unterwegs: Annegret Kramp-Karrenbauer.
Bild: Bänsch, dpa

Bundeswehr-Soldaten mussten ihren Heimflug aus Mali wegen des Besuchs von Annegret Kramp-Karrenbauer verschieben. Die Ministerin ist deswegen "verstimmt".

Als Verteidigungsministerin ist Annegret Kramp-Karrenbauer bald 100 Tage im Amt und angesichts dieser Zahl sowie schlechter Umfragewerte wollte sie offenbar ein Zeichen setzen. Anders ist die Meldung kaum zu erklären, die im Zusammenhang mit Kramp-Karrenbauers „Einsatzreise“ zur Bundeswehr in Mali entstand. Die CDU-Politikerin sei „schwer verstimmt“, berichtete die Nachrichtenagentur dpa.

Der Grund: Soldaten mussten wegen AKK den Heimflug aus Mali um zwei Tage verschieben. Zudem gab es „Vorübungen“ und angeblich wurde sogar der Cola-Verkauf wegen des hohen Besuchs vorübergehend gestoppt.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte den Bericht im Grundsatz. Keinen Kommentar gab er zum angeblichen AKK-Zitat ab, nach der Reise habe es „gekracht“. Die Frage, ob Verantwortliche zur Rede gestellt worden seien, blieb unbeantwortet.

Die viel wichtigere Frage ist aber, warum die Ministerin so aufgeregt reagiert hat. Denn selbstverständlich lassen Soldaten alles andere stehen und liegen, wenn sich die Chefin zum Besuch ansagt. Das ist nicht nur bei der Bundeswehr so, sondern praktisch überall in der Arbeitswelt.

Will sich Kramp-Karrenbauer bei den Soldaten beliebt machen?

Möglicherweise war Kramp-Karrenbauer schlecht gebrieft. Denn sie hätte eigentlich wissen müssen, dass für einen hochrangigen Besuch wie diesen ihre Soldaten gegebenenfalls ein paar Tage länger ausharren müssen. Die rund 70 betroffenen Soldaten und ihre Angehörigen waren informiert, erklärte der Ministeriumssprecher. Die Sache war bedauerlich, ärgerlich aus Sicht der Truppe, aber kein Drama. Flugverzögerungen kommen gerade bei Auslandseinsätzen immer wieder vor.

„Wenn wegen meinen Besuchen Soldatinnen und Soldaten auf ihre Flüge warten müssen, dann sage ich meine Reise entweder ab oder es muss sichergestellt werden, dass wir gemeinsam fliegen können“, sagte AKK. Die Ministerin müsste aus persönlicher Betroffenheit wissen, dass solche Mitflüge nicht einfach so angeordnet werden können – ihre Ausbootung durch Kanzlerin Angela Merkel beim geplanten Mitflug in die USA ist noch nicht so lange her. Möglich, dass sich die „Mutter der Kompanie“ mit so einem Satz beim Fußvolk beliebt macht. Deren Vorgesetzte werden sich über die darin versteckte Kritik allerdings kaum gefreut haben.

Wenn Kramp-Karrenbauer vorgehabt hatte, mit ihrem Vorgehen Punkte zu sammeln, dann dürfte dieser Schuss unterm Strich ziemlich nach hinten losgegangen sein.

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