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Künftiger Bundespräsident?
14.11.2016

Porträt: Das ist Frank-Walter Steinmeier

Außenminister Frank-Walter Steinmeier könnte der nächste Bundespräsident werden.
Foto: Sebastian Gollnow (dpa)

Er gehört schon seit Jahren zu den beliebtesten Politikern Deutschlands - nun soll Frank Walter Steinmeier Bundespräsident werden. Ein Porträt.

Wann ist er eigentlich das letzte Mal zu Hause gewesen? Und schläft er überhaupt noch? Außenminister Frank-Walter Steinmeier ist als Chefdiplomat der Nation ständig unterwegs, um sich mit den Wichtigen und Mächtigen zu treffen und die Konflikte dieser Welt zu lösen. Und wie sein legendärer Vorgänger Hans-Dietrich Genscher scheint er dabei die Grenzen von Raum und Zeit zu überwinden.

Die Außenpolitik - das ist das Element des 60-jährigen Sozialdemokraten, der nun Bundespräsident werden soll. Als Frank Walter Steinmeier nach der letzten Bundestagswahl im Dezember 2013 an seinen Schreibtisch im Auswärtigen Amt am Werderschen Markt in Berlin-Mitte zurückkehrte, wirkte es, als sei er nie weg gewesen. Schon in der Großen Koalition zwischen 2005 und 2009 hatte er dort seinen Platz. Scheinbar bruchlos knüpfte der aus dem ostwestfälischen Detmold stammende Jurist an seine erste Amtszeit an.

Geduldiger Moderator, zäher Vermittler

Als geduldiger Moderator, zäher Vermittler und ehrlicher Konfliktlöser war Steinmeier gefordert - Ausdruck der gewachsenen Verantwortung Deutschlands in der Welt. Mit seinem Noch-US-Kollegen John Kerry versteht er sich bestens, und auch den Russen Sergej Lawrow kennt er seit vielen Jahren. Mit einem scheinbar grenzenlosen Optimismus und unerschütterlichem Glauben an die Vernunft setzt er wie einst Genscher auf das persönliche Gespräch, die Kraft der Argumente und die Bereitschaft zum Kompromiss.

In seinen Worten heißt das: "Wir müssen den ganzen Werkzeugkasten der Diplomatie nutzen, um für eine friedlichere Welt zu arbeiten." Dass dies eine Sisyphusarbeit ist, weiß Steinmeier nur allzu gut. 

Zunächst machte Frank-Walter Steinmeier an der Seite von Gerhard Schröder Karriere - in der Staatskanzlei in Hannover, als Schröder dort Ministerpräsident war. Nachdem Schröder 1998 die Wahl gewonnen hatte, wechselte er mit ins Kanzleramt - anfangs als Staatssekretär, dann als Chef der Behörde.

In die erste Reihe rückte er 2005 auf: Steinmeier wurde Außenminister in Angela Merkels erster großer Koalition, später auch Vizekanzler. Bei der Bundestagswahl 2009 machte ihn die SPD zu ihrem Kanzlerkandidaten. Die Wahl im verlor er mit nur 23 Prozent aber klar. Steinmeier wurde anschließend SPD-Fraktionschef.

Als es zur Wiederauflage der Großen Koalition kam, kehrte Steinmeier ins Auswärtigen Amt zurück. Er ist mit rund 2500 Amtstagen der bundesdeutsche Außenminister mit der drittlängsten Dienstzeit. Lediglich Hans-Dietrich Genscher und Joschka Fischer waren länger im Amt.

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Frank-Walter Steinmeier spendete seiner Frau eine Niere

Geboren wurde Steinmeier am 5. Januar 1956 in Detmold (Nordrhein-Westfalen). Der Tischlersohn studierte nach der Bundeswehr Jura und Politik in Gießen. Seine Doktorarbeit trägt den Titel "Bürger ohne Obdach". Steinmeier ist mit der Verwaltungsrichterin Elke Büdenbender, verheiratet. Das Paar hat eine erwachsene Tochter, die studiert. Für Aufsehen sorgte 2010 die Entscheidung Steinmeiers, seiner Frau eine Niere zu spenden. Hierfür zoger sich mehrere Wochen aus der Politik zurück. AZ/dpa

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