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Kultusministerkonferenz
26.01.2021

Bildungspolitikerin Britta Ernst ist mehr als nur „die Frau von“

Britta Ernst, Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, mit ihrem Mann Olaf Scholz, SPD-Kanzlerkandidat.
Foto: Bodo Marks, dpa

Britta Ernst hat die Leitung der Kultusministerkonferenz übernommen. Sie und Olaf Scholz gelten als politisches Paar durch und durch.

Eine Dauerbaustelle ist das deutsche Schulsystem seit Jahren. Und doch bestimmten die Kultusminister selten die öffentliche Debatte. Dreimal im Jahr trafen sie sich, mal ging es um die Vereinheitlichung des Abiturs, mal um neue Lehrerstellen. Doch seit Corona ist alles anders. Bildungspolitik wurde zu einem der wichtigsten Themen dieser Krise.

Der Druck kommt von allen Seiten: Lehrer fühlen sich überfordert und zu Unrecht kritisiert, Eltern verlangen eine sofortige Öffnung der Schulen, die Ministerpräsidenten bremsen, weil sie Angst vor noch höheren Corona-Infektionszahlen haben. Oberste Krisenmanagerin ist seit dem Jahreswechsel Britta Ernst. Die SPD-Politikerin ist Vorsitzende der Kultusministerkonferenz. Ihr Ziel: Die Schüler dürfen nicht abgehängt werden. Erste Schulen könnten bereits Anfang Februar wieder öffnen, hofft Ernst. Sie sagt: „Distanzunterricht über einen langen Zeitraum tut insbesondere den Grundschulkindern nicht gut.“

 

Die 59-Jährige ist eine der erfahrensten deutschen Bildungspolitikerinnen. Schon während ihrer Zeit als Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft machte sie Schulpolitik zu ihrem Schwerpunkt. 2014 wechselte sie in den Landtag nach Schleswig-Holstein, wo sie das Kultusministerium übernahm. Seit 2017 ist sie Bildungsministerin in Brandenburg.

Ernst und Scholz sind ein politisches Paar durch und durch

„Frauen sind klug beraten, auf ihre Eigenständigkeit zu achten“, sagte sie einmal in einem Interview. Der Hinweis kommt nicht von ungefähr: Britta Ernst hätte selbst leicht in die Falle tappen können, nur als „die Frau von“ wahrgenommen zu werden. Denn ihr Ehemann ist Olaf Scholz, Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten. Mit ihm lebt sie in Potsdam, seit 1998 sind die beiden verheiratet, Kinder haben sie nicht. Kennengelernt haben sie sich bei der SPD in Altona, ein politisches Paar durch und durch.

Dass sie im (eher unwahrscheinlichen) Fall einer Kanzlerschaft ihres Mannes als First Lady nur noch Hände schütteln würde, passt nicht zu ihr. Auf die Frage eines Stern-Reporters zu ihrer möglichen Rolle als Kanzlergattin antwortete sie mit zwei Worten: „Netter Versuch.“ Britta Ernst ist auf ihre eigenen Ziele bedacht, Privates soll privat bleiben – hanseatische Diskretion, wie sie auch Olaf Scholz pflegt. Die gelernte Kauffrau und studierte Ökonomin ist schon immer ihren persönlichen Weg gegangen. Mit 17 trat sie in die SPD ein, erarbeitete sich eine politische Karriere auf Länderebene.

Die Digitalisierung ist Britta Ernsts Mega-Thema

Als Vorsitzende der Kultusministerkonferenz hat sie nun die Digitalisierung zu ihrem Mega-Thema gemacht. „Angesichts der rasanten Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung möchte ich den Blick darauf lenken, wie Unterrichtsqualität noch besser im Zeitalter der Digitalisierung gedacht, gestaltet und umgesetzt werden muss“, sagt Ernst. „Es geht um eine Verzahnung von Theorie und Praxis des guten Unterrichts sowie des Lernens mit digitalen Medien.“

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