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Drama um Verschüttete in Köln

06.03.2009

Letzte Hoffnung: geortetes Handy

Licht am Ende des Tunnels? Alle Hoffnungen ruhen auf dem georteten Handy.

Die Suche nach den zwei Vermissten an der Einsturzstelle des Kölner Stadtarchivs verzögert sich weiter. Grund: Gebäudebewegung und Regen. Derweil liegen die letzten Hoffnungen für die Verschütteten auf einem unter dem Schutt georteten Handy.

Köln (dpa) - Die Suche nach den zwei Vermissten an der Einsturzstelle des Kölner Stadtarchivs verzögert sich weiter. Sie werde wahrscheinlich nicht vor dem Mittag beginnen, sagte Feuerwehrsprecher Stephan Raphael am frühen Freitagmorgen. Die Feuerwehr sei immer noch dabei, die Kellerräume der inzwischen abgetragenen Gebäude an der Rückseite des Archivs mit Schutt aufzufüllen.

Erst dann könne der mehr als 100 Tonnen schwere Abrissbagger zu der Hausruine gelangen, unter der die Vermissten vermutet werden. "Wenn die Abbrucharbeiten an der Hausnummer 230 abgeschlossen sind, kann mit der Suchaktion begonnen werden."

Zudem müssten nun auch einsturzgefährdete Teile des daran angrenzenden Gebäudes mit der Nummer 232 abgetragen werden. "Wir müssen mit äußerster Vorsicht und Sorgfalt arbeiten", sagte Raphael. Die Sicherheit der Arbeiter und Rettungskräfte müsse gewährleistet sein. Der Abriss der Ruinen geht nach Angaben der Feuerwehr langsamer voran als geplant. "Die Gebäude leisten doch massiven Widerstand gegen das Einreißen", sagte Raphael.

Letzte Hoffnung: geortetes Handy

Nach Zeitungsberichten werden ein 23-jähriger Designstudent und ein 17-jähriger Bäckerei-Azubi vermisst. Sie hielten sich vermutlich in den Dachgeschosswohnungen eines der zusammen mit dem Archivgebäude eingestürzten Nachbarhäuser auf. Die Chance, dass sie lebend geborgen werden, gilt als äußerst gering. Bereits kurz nach dem Unglück hatte die Polizei Signale des Handys von einem der beiden Vermissten geortet. Allerdings sei die Ortung nur bis auf rund 200 Meter genau.

Das Stadtarchiv war am Dienstag eingestürzt und hatte die Nachbarhäuser mit sich gerissen, vermutlich aufgrund von Arbeiten zum Ausbau der U-Bahn. Nach einem vorübergehenden Baustopp zur Prüfung möglicher Gefahrenquellen soll die U-Bahn aber fertig gebaut werden. Der wesentliche Teil der Arbeit sei ja bereits getan, sagte Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU).

Nach einem Bericht der "Kölnischen Rundschau" (Freitag) haben die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) die Bodenverhältnisse nahe dem Archivgebäude während der Tunnelarbeiten nicht überwacht. Man habe auf eine Überwachung während des Baus verzichtet, zitierte das Blatt den KVB-Sprecher Joachim Berger. Lediglich vor Ausschreibung des Projekts und vor Baubeginn sei der Boden stichpunktartig untersucht worden.

Ein angrenzendes Gymnasium ist ebenfalls einsturzgefährdet. Auch einige Anwohner werden nicht mehr in ihre Wohnungen zurückkehren können. Für sie werden 20 bis 25 neue Wohnungen benötigt.

Die Archivdokumente, die an der Unglücksstelle bereits geborgen werden konnten, sollen zunächst in einer Halle gesammelt werden. Zum Schutz der noch verschütteten Schätze will die Feuerwehr eine provisorische Dachkonstruktion über den Trümmern aufbauen. Volker Hingst, der Leiter der Papierrestaurierung im Restaurierungszentrum Brauweiler bei Köln, rechnet mit bis zu 30 Jahren für die Wiederherstellung jener Dokumente, die geborgen werden können.

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