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Medienbericht
06.06.2011

Leiharbeiter verrichten in deutschen Atomkraftwerken gefährliche Arbeiten

Brennstäbe im AKW Krümmel werden geprüft
Foto: DPA

Laut einem Medienbericht verrichten in deutschen Atomkraftwerken Leiharbeiter gefährliche Arbeiten. Sie seien höheren Strahlendosen ausgesetzt als Stammkräfte.

In Atomkraftwerken in Deutschland werden Leiharbeiter für gefährliche Arbeiten genutzt. Die "Süddeutsche Zeitung" vom Montag meldet unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei, diese Arbeiter seien einer deutlich höheren Belastung an Strahlung ausgesetzt als die festen Mitarbeiter.

90 Prozent der Strahlendosen bekommen Leiharbeiter ab

Im Kernkraftwerk Sellafield in Nordwestengland kam es am 10. Oktober 1957 im Reaktor Windscale zu einer Freisetzung radioaktiver Stoffe.
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Schwere Unfälle in Atomkraftwerken
Foto: dpa, dapd

Der Zeitung zufolge haben in Deutschland mehr als 67.000 Beschäftigte einen Strahlenpass. Dieses Dokument ist für Personen vorgeschrieben, die bei ihrer Arbeit in fremden Betrieben ionisierender Strahlung ausgesetzt sind. Nach Angaben der Bundesregierung seien das 2009 in den 17 deutschen Leichtwasserreaktoren knapp 6.000 eigene Mitarbeiter gewesen, schrieb die Zeitung. Für Fremdpersonal seien dagegen 24.000 Strahlenpässe ausgestellt worden. Fast 90 Prozent der gesamten Stahlendosen bekämen Leih- und Werkarbeiter ab, die Stammbeschäftigten nur etwas mehr als ein Zehntel. Allerdings liege die Durchschnittsbelastung pro Person weit unter dem Grenzwert von 20 Millisievert.

Das Blatt schrieb, nach Berechnungen der Linkspartei sei die Strahlenbelastung für das Fremdpersonal pro Person im Durchschnitt fast doppelt so hoch wie die für das Eigenpersonal. Die Linken-Abgeordnete Jutta Krellmann spreche von "Strahlenproletariat in deutschen Atomkraftwerken". Die Linken-Politikerin Dorothée Menzner fürchte zudem, dass international Beschäftigte mit mehreren Strahlenpässen arbeiten und so Strahlenhöchstdosen überschreiten könnten. dapd

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