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Kontaktbeschränkungen

02.11.2020

Merkel macht Hoffnung auf Weihnachten mit der Familie

Merkel appellierte an die Bürgerinnen und Bürger, den tiefen Einschnitt in ihr Leben mitzutragen. Es sei geboten, in dieser Lage etwas für andere zu tun.
Bild: Kay Nietfeld, dpa

Die Kanzlerin schwört die Deutschen auf vier schwere Wochen ein. Weihnachten soll im kleinen Kreis möglich sein. Doch der Winter insgesamt wird eher einsam.

Die Menschen in Deutschland müssen sich auf ein entbehrungsreiches Winterhalbjahr einstellen. Am Tag 1 der vierwöchigen Corona-Zwangspause hat Kanzlerin Angela Merkel ( CDU) überdeutlich gemacht, dass auch danach das Leben schwer eingeschränkt bleiben wird. "Es wird am 1. Dezember nicht die Normalität einkehren", sagte Merkel am Montag in Berlin. "Wir müssen vorsichtig sein."

Großveranstaltungen, Feiern und das Tanzen in Discos und Clubs werden nach Überzeugung der Kanzlerin frühestens im Frühjahr wieder möglich sein. Silvester wird dieses Jahr wohl viel stiller als sonst.

Merkel will sich nicht festlegen, ob die Zwangsmaßnahmen tatsächlich Ende November auslaufen

Immerhin Weihnachten sollen die Deutschen mit ihren Lieben zusammen feiern dürfen – im kleinen Kreis der Kernfamilie und mit den Großeltern. "Es soll kein Weihnachten in Einsamkeit sein", sagte Merkel. Sie schränkte aber ein: "Wenn wir im November vernünftig sind." Derzeit rät die Bundesregierung von allen nicht zwingend erforderlichen privaten Besuchen ab. 

Mit dem Beginn dieser  Woche sind in ganz Deutschland umfangreiche Beschränkungen der persönlichen Freiheit in Kraft getreten. Anders als im Frühjahr bleiben Schulen und Kindergärten geöffnet, die Wirtschaft läuft weiter. Schließen müssen hingegen Wirtshäuser, Kneipen, Hotels und Fitnessstudios. Kulturveranstaltungen sind verboten.

Merkel wollte sich nicht festlegen, ob die Zwangsmaßnahmen tatsächlich Ende November auslaufen. Zur Bedingung dafür erklärte sie, dass der Ansteckungswert pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen auf die Marke von 50 Personen fällt. "Dann bekommen die Gesundheitsämter die Kontaktnachverfolgung hin", erklärte die 66-Jährige. Derzeit liegt der Wert laut Robert-Koch-Institut (RKI) bei 120 Angsteckten pro 100.000 Einwohnern.

Für den Fall, dass die Zahl der Infektionen nicht dauerhaft sinkt, denkt die Regierung über weitere Verschärfungen nach. Zum Beispiel könnte das Tragen von Masken im Unterricht überall verpflichtend eingeführt oder private Treffen mit anderen Haushalten komplett verboten werden. Mitte des Monats will Merkel mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer über den Erfolg der Seuchenpolitik beraten.   

Angela Merkel: "Ich will das alles nicht nur auf Strafe aufbauen."

Die Kanzlerin warnte vor einem Kollaps der Krankenhäuser mit überlasteten Intensivstationen, wenn die Infektionen weiter so sprunghaft steigen würden wie zuletzt.  "Das kann keine Bundesregierung verantworten, das will keine Bundesregierung verantworten", betonte sie. Merkel appellierte an die Bürgerinnen und Bürger, den tiefen Einschnitt in ihr Leben mitzutragen. Es sei geboten, in dieser Lage etwas für andere zu tun. Nur so könne diese große Kraftanstrengung im November gelingen. "Ich will das alles nicht nur auf Strafe aufbauen."

Am Montag meldete das RKI 12.000 neue Ansteckungen in Deutschland. Vor vier Wochen hatten die Gesundheitsämter lediglich rund 2500 Fälle pro Tag registriert.

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