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Gesundheitskarte

07.08.2017

Ministerium: Elektronische Gesundheitskarte nicht vor Aus

Das Bundesgesundheitsministerium verteidigt die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte.
Bild:  Ralf Hirschberger, dpa (Archivbild)

Das Bundesgesundheitsministerium weist Berichte zurück, dass die elektronische Gesundheitskarte gescheitert sei. Nächste Schritte seien geplant. Krankenkassen sind skeptisch.

Das Bundesgesundheitsministerium hat Berichte zurückgewiesen, wonach die elektronische Gesundheitskarte (eGK) faktisch vor dem Aus steht. Eine Sprecherin sagte am Montag in Berlin, diese Darstellungen "entbehren jeder Grundlage und sie sind falsch".

Vielmehr sei Bewegung in die Umsetzung des elektronischen Verkehrs mit Gesundheitsdaten gekommen. Die bisherigen Tests seien erfolgreich verlaufen, so dass im Herbst damit begonnen werden könne, bundesweit die Arztpraxen an das System anzuschließen. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) gab sich im MDR zuversichtlich, dass die digitale Vernetzung der Facharztgruppen und Krankenhäuser gelingen werde.

Datenschutz-Anforderung habe Entwicklung gebremst

Die Sprecherin forderte an die Akteure im Gesundheitswesen zu gemeinsamen Anstrengungen auf, damit die mehr als 70 Millionen gesetzlich Versicherten nach mehr als zehn Jahren Entwicklung endlich über gesicherte IT-Netze kommunizieren könnten.

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Nachdem die an der Entwicklung des Systems beteiligten Unternehmen unter anderem wegen hoher Datenschutzbestimmungen nicht vorangekommen waren, hatte Gröhe per Gesetz Druck gemacht. Er sprach sich gegen Insellösungen aus, wie sie unter anderem bei Krankenkassen diskutiert werden. 

Krankenkassen zweifeln an Zukunft der Gesundheitskarte

Der Vorstandschef der AOK Bayern, Helmut Platzer, hatte der Nachrichtenagentur dpa gesagt, es sei "unsicherer denn je, wann die Gesundheitskarte die in sie gesetzten Erwartungen erfüllt". In Ärzteverbänden und gesetzlichen Krankenkassen hieß es, in der Bundesregierung gebe es Pläne, die eGK nach der Bundestagswahl für gescheitert zu erklären. Die eGK hat nach Berechnungen des Dachverbands der Innungskrankenkassen bis jetzt rund 1,7 Milliarden Euro an Kosten verursacht.  Mehr zur Kritik lesen Sie hier.bildpool201708060337250000531366915435424664398228011.jpg

Auch aus den Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) kamen Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der Gesundheitskarte. "Wenn man mit Fachleuten redet, hört man, das sei eine Technik, die eigentlich schon überholt ist", sagte der Vorstandschef der KV Bayern Wolfgang Krombholz der dpa. dpa

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