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Nach Chemnitz
31.08.2018

Syrer in Wismar verprügelt, Eritreer in Thüringen verletzt

In Wismar wurde ein Mann aus Syrien verprügelt und schwer verletzt.
Foto: Marcel Kusch, dpa (Symbolbild)

Nicht nur in Chemnitz gibt es rechte Ausschreitungen: In Wismar wurde ein Syrer verprügelt und in Sonderhausen, Thüringen, ist ein Mann aus Eritrea verletzt worden.

Die ausländerfeindliche Ausschreitungen von Chemnitz sorgten für Aufsehen in ganze Deutschland. Aber auch andere Teile der Republik haben ein Problem mit der Gewalt gegen Einwanderer, wie zwei Fälle aus Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen zeigen. Bei zwei  brutalen Angriffen sind ein Syrer und Eritreer schwer verletzt worden. Die Polizei nahm einen 26-jährigen Deutschen fest, der den Syrer in Wismar krankenhausreif geprügelt haben soll. Ein Haftantrag wurde zunächst noch geprüft, wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte. Im thüringischen Sondershausen ermittelt die Polizei, nachdem ein 33-jähriger Mann aus Eritrea mit Schlägen und Tritten gegen den Kopf traktiert worden war. 

Attacke auf Mann aus Eritrea in Thüringen: Wohl ausländerfeindliche Parolen in Sonderhausen

Der junge Syrer in Wismar war nach Polizeiangaben am Mittwochabend auf dem Heimweg von drei Unbekannten ausländerfeindlich beschimpft, mit einer Eisenkette geschlagen und am Boden liegend getreten worden. Der 20-Jährige erlitt einen Nasenbeinbruch und Prellungen, konnte aber nach ambulanter Behandlung die Klinik wieder verlassen. Der Tatverdächtige bestreitet den Vorwurf laut Staatsanwaltschaft. 

In Sondershausen sollen laut Polizei auch ausländerfeindliche Parolen gerufen worden sein. Es sei zunächst nur klar, dass es eine Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen unterschiedlicher Nationalität am Mittwochabend gegeben habe. Darunter seien auch Deutsche gewesen. Das Opfer soll wegen Körperverletzung bereits polizeibekannt gewesen sein und Zeugenberichten zufolge selbst provoziert haben, hieß es von der Polizei.

Nach Ausschreitungen von Chemnitz wendet sich Ministerpräsident Kretschmer an die Bürger

Nach den Krawallen in Chemnitz hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) bei einem Besuch in der Stadt um Vertrauen in die staatliche Ordnung geworben. "Der Grundsatz unseres Zusammenlebens ist Demokratie und Rechtsstaatlichkeit", sagte Kretschmer am Donnerstagabend zum Auftakt eines schon länger geplanten Bürgergesprächs in der Stadt. Die Veranstaltung wurde von einer neuen Kundgebung der rechtsextremen Organisation Pro Chemnitz begleitet - die Polizei registrierte mindestens acht Straftaten.

 

"Wir werden alles tun, damit dieses Verbrechen aufgeklärt und gesühnt wird", sagte Kretschmer mit Blick auf die Tötung eines 35-jährigen Deutschen am Wochenende, für die zwei Flüchtlinge aus Irak und Syrien verantwortlich gemacht werden. Dies sei jetzt Aufgabe der Justiz und der Gerichte. Er eröffnete das Bürgergespräch mit einer Schweigeminute für den Getöteten.

Der Ministerpräsident wandte sich auch gegen fremdenfeindliche Übergriffe. "Dem müssen wir alle mit aller Kraft entgegentreten", rief er die anwesenden Bürger auf, mit denen er und weitere Mitglieder der Landesregierung sich danach zum Gespräch zusammensetzten. (AZ/dpa)

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