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US-Wahl 2020

01.10.2020

Nach dem TV-Duell: US-Amerikaner googeln "Umzug nach Kanada"

Fünf Wochen vor der Präsidentschaftswahl standen sich Amtsinhaber Trump und Herausforderer Biden im TV-Duell gegenüber.
Bild: Julio Cortez, dpa

Die Fernsehdebatte von Donald Trump und Joe Biden war eher Schreiduell als Diskussion. Viele Amerikaner waren danach offenbar so deprimiert, dass sie sofort Google ansteuerten.

Dass Amerikaner großartig darin sind, ihr Land für das großartigste aller Länder zu halten, ist hinlänglich bekannt. „America The Beautiful“ singen sie ohne Wimpernzucken, „America First“ ist ein Slogan, der Präsidenten ins Amt hieven half. Dazu gehört, zwar widerwillig anzuerkennen, dass Nachbar Kanada von der Fläche etwas größer ist – sich aber gleich zu trösten, dass dort ja eigentlich nur Schnee liege und die Bürger doch in Iglus lebten.

„Wie beantragt man die kanadische Staatsbürgerschaft?“ ist eine der häufigsten Suchanfragen

Wie sehr dieses amerikanische Urvertrauen gerade aber angeknackst ist, erkennt man an einem ungeheuren Umstand: Viele Amerikaner sind offenbar bereit, nach Kanada zu ziehen. Während der TV-Debatte (genauer: dem Schreiduell) zwischen Donald Trump und Joe Biden schnellte in den USA die Zahl der Online-Suchen bei Google mit der Frage hoch: „Wie beantragt man die kanadische Staatsbürgerschaft?“ Offenbar hatten es manche Fragenden so eilig – oder waren so erregt-entschlossen –, dass sie nicht einmal mehr richtig tippen konnten. „How to move to Canda?“ hieß es oft.

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Neu nach dem TV-Duell ist, dass die Amerikaner immer weiter weg wollen

Dass es sich dabei nicht bloß um eine Schrecksekunde handelte, offenbart der Suchverlauf. Die Anfragen erstreckten sich nämlich bis in die frühen Morgenstunden nach der Debatte. Konnten viele Amerikaner vor Schock noch nicht schlafen? Oder waren sie eingeschlafen, aufgewacht – und begriffen, dass Trump doch kein Albtraum ist? Der würde vermutlich in bewährter Manier gerne prahlen, noch niemand habe vor ihm so viele Landsleute vertrieben, aber ganz sicher ist das nicht. Schon unter Ex-Präsident George W. Bush – einst von vielen verpönt, aber im Vergleich zum aktuellen Amtsinhaber fast ein Heiliger – hatten derlei Suchanfragen Hochkonjunktur.

Neu könnte sein, dass Amis immer weiter weg wollen. Die Frage, wie man nach Neuseeland auswandert, steht laut Google in den Vereinigten Staaten derzeit ebenfalls hoch ganz hoch im Trend. Neuseeland! Great! Das soll Trump erst mal einer nachmachen.

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02.10.2020

Kann man es Ihnen verdenken? Ein polternder Blender und ein Kandidat der nicht unbedingt von Leben sprüht.
Hier in Deutschland lösen bei mir die möglichen Merkelnachfolger ehrlich gesagt auch keine Begeisterung aus.

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