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Griechenland

15.01.2019

Nächste Feuerprobe für Tsipras

Hält seine Regierung durch? Alexis Tsipras stellt Vertrauensfrage.
Bild: dpa

Regierungschef stellt Vertrauensfrage am Mittwoch

Das politische Schicksal von Alexis Tsipras liegt in den Händen des griechischen Parlaments. Der Regierungschef hatte am Vortag die Vertrauensfrage gestellt, nachdem Verteidigungsminister Panos Kammenos und seine Partei der Unabhängigen Griechen (Anel) die Koalition mit der Regierungspartei Syriza aufgekündigt hatten. Grund dafür ist der Namensstreit mit dem Nachbarland Mazedonien.

Tsipras’ bisheriger Mehrheitsbeschaffer Kammenos – ein Rechtspopulist – will den geplanten neuen Namen „Nord-Mazedonien“ aus patriotischen Gründen nicht mittragen, weil eine nordgriechische Provinz denselben Namen trägt. Seit Jahrzehnten blockiert Griechenland wegen des Namensstreits die Annäherung des Nachbarlandes an EU und Nato. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag in Berlin: „Wir vertrauen auf die in der griechischen Verfassung vorgesehenen Verfahren zur Lösung einer solchen Regierungskrise.“ Die Bundesregierung hoffe zudem auf Griechenlands Zustimmung zu dem mit Mazedonien erzielten Kompromiss im Namensstreit, damit dieser Prozess erfolgreich abgeschlossen werden könne.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte vor ihrem Besuch in Athen vergangene Woche von einer historischen Chance zur Lösung des Konflikts gesprochen. Tsipras braucht 151 Stimmen im 300-köpfigen Parlament. Seine Partei hat 145 Abgeordnete. Beobachter gehen davon aus, dass der Premier gute Aussichten hat, die nötigen sechs Abgeordneten zu finden. Vier Abgeordnete des bisherigen Koalitionspartners Anel haben bereits angekündigt, für Tsipras zu stimmen. Für den Fall, dass es ihm dennoch nicht gelinge, wolle er das Land mit einer Minderheitsregierung führen und zu einem geeigneten Zeitpunkt vorgezogene Wahlen beantragen, sagte Tsipras. Planmäßig wären die Wahlen im Oktober dieses Jahres.

Gewinnt Tsipras die Vertrauensfrage, wird in den Tagen darauf auch über das Abkommen mit Mazedonien in die Umbenennung „Nord-Mazedonien“ entschieden. Dies werde eine weitere Kraftprobe für Tsipras sein, werteten Diplomaten in Athen. (dpa)

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