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Nahost
27.12.2018

Israel greift Ziele in Syrien an

US-Pläne für Abzug verschärfen Lage

In Syrien nehmen die militärischen Spannungen nach der Ankündigung des amerikanischen Truppenabzugs zu. Sowohl die syrische Armee als auch die Türkei ziehen in der Nähe der nordsyrischen Stadt Manbidsch starke Verbände zusammen. Beide Parteien wollen das Vakuum füllen, das durch den Rückzug amerikanischer Soldaten aus der Gegend entstehen könnte. Die Türkei bekräftigte ihre Entschlossenheit, die syrische Kurdenmiliz LPG aus der Grenzregion östlich des Euphrat zu vertreiben.

Westlich von Damaskus beschossen israelische Kampfjets am Dienstagabend erneut Waffenlager der pro-iranischen Hisbollah, die auf Assads Seite in Syrien kämpft und den Konflikt nutzen will, um den jüdischen Staat vom syrischen Staatsgebiet aus unter Druck zu setzen. Auch Einrichtungen der iranischen Revolutionsgarden wurden getroffen, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Die israelische Regierung hatte betont, sie werde auch nach dem amerikanischen Rückzug aus Syrien gegen den Versuch Irans vorgehen, sich dauerhaft in Syrien festzusetzen.

Gleichzeitig spitzt sich die Lage in Manbidsch zu. Die kurdische YPG, ein Partner der USA im Kampf gegen den Islamischen Staat (IS), hatte den IS vor zwei Jahren aus der Stadt vertrieben und kontrolliert seitdem die Stadt, die 20 Kilometer südlich der türkischen Grenze liegt. Ankara betrachtet die YPG als syrischen Ableger der Terrororganisation PKK, die es zu vertreiben gilt. Der von US-Präsident Donald Trump verkündete Truppenabzug aus Syrien bedeutet, dass die YPG einer türkischen Militärintervention schutzlos ausgeliefert wäre.

Obwohl die in Manbidsch stationierten US-Soldaten noch nicht abgezogen sind, hat die Kurdenmiliz die syrische Regierung und die russischen Militärs gegen die Türkei zu Hilfe gerufen. Die russische Armee hat in dem Dorf Arima westlich von Manbidsch laut Medienberichten ein Koordinationszentrum eingerichtet, um sich mit syrischen Regierungsverbänden beim Marsch auf die Stadt abzustimmen. Regierungstreue syrische Kommentatoren berichteten am Mittwochmittag, erste syrische Soldaten seien in den Außenbezirken von Manbidsch angekommen. Gleichzeitig rücken auch pro-türkische Rebellenverbände auf Manbidsch zu.

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