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Porträt

25.01.2019

Nancy Pelosi: Wer ist die Frau, die Trump so auf die Nerven geht?

Nancy Pelosi vor ihrer Vereidigung zur Vorsitzenden des neuen US-Abgeordnetenhauses im Kapitol.
Bild: Alex Brandon, dpa (Archiv)

Über kaum jemanden regt sich Donald Trump so auf wie über Nancy Pelosi. Warum die Demokratin trotzdem auch in den eigenen Reihen so umstritten ist.

Es gibt in den USA das Klischee vom Ostküstenliberalen. Damit sind jene Familien und Personen gemeint, die zwar meist viel Geld in einer der Finanzmetropolen wie Boston oder New York gemacht haben, ihre Zöglinge auf teure Privatschulen schicken – aber trotzdem partout links wählen oder gar linke Politik gestalten. John F. Kennedy war ein typischer Ostküstenliberaler. Dann gibt es aber auch noch die Westküstenliberalen. Sie gelten auch als äußerst wohlhabend und sogar noch ein wenig linker, bisweilen werden sie als kollektive Sushi-Esser und Cappuccino-Trinker bezeichnet – was nicht als Kompliment gemeint ist. Deren derzeit prominenteste Vertreterin heißt: Nancy Pelosi.

Nancy Pelosi sperrt Donald Trump aus

Die Demokratin, 78, vertritt seit rund 30 Jahren im US-Repräsentantenhaus San Francisco, eine der liberalsten und progressivsten Städte der USA. Natürlich ist auch Pelosi fabelhaft wohlhabend, ihr Ehemann und sie haben mit Immobiliengeschäften Millionen verdient. Erst mit 47 stieg die fünffache Mutter in die Politik ein – aber schaffte es noch bis ganz an die Spitze. Als „Speaker of the House“ ist sie die Nummer 3 der US-Polithierarchie. Und wichtigste Gegenspielerin von Donald Trump. Der Twitter-Präsident schreibt ihr gerade mit Vorliebe giftige Briefe oder verbietet ihr Auslandsreisen, weil ja schließlich der (von Trump im Streit um seinen Grenzzaun angezettelte) Shutdown herrsche. Pelosi revanchiert sich, indem sie den Präsidenten aus dem Kongress aussperrt, sodass er seine traditionelle Rede zur Lage der Nation wohl nicht mehr bis Ende Januar halten kann. Das hat es so noch nicht gegeben, aber diesen Satz hat man in den Trump-Jahren schon oft geschrieben.

Auch nach dem Ende des Shutdown wird Pelosi Trump triezen können, mit Untersuchungsausschüssen zu seinen Steuererklärungen oder Russland-Kontakten. Pelosi ist also mal wieder mittendrin. Viele Parteifreunde sind darüber gar nicht so glücklich. Die Wahl der Demokratin, die schon unter Obama „Speaker“ war und dessen Gesundheitsreform durchzupeitschen half, war höchst umstritten. Gerade jüngere Demokratinnen wünschten sich einen Generationswechsel an der Spitze. Sie wissen, dass Pelosi die Wähler polarisiert. Teilweise sind daran rechte Hetzmedien schuld, die sie als Karikatur der Salonlinken gezeichnet haben. Teilweise aber zeigt Pelosi in der Tat Züge einer abgehobenen Politikerin, die, siehe oben, nicht weiß, wann es genug ist.

Das Scheinwerferlicht beansprucht Nancy Pelosi für sich selbst

Leider teilt sie dieses Schicksal mit Parteifreundin Hillary Clinton, die sich trotz ihrer Wahlschlappe weiter gerne einmischt. Noch immer haben die Demokraten keinen klaren Kandidaten, der Trump im kommenden Jahr herausfordern könnte. Und wenn Pelosi und Clinton immer wieder das Scheinwerferlicht für sich beanspruchen: Wo soll dann dieser Kandidat oder diese Kandidatin herkommen?

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