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Porträt

02.07.2020

Neue Hoffnung Lilly Blaudszun: Was hat sie, was die SPD nicht hat?

Lilly Blaudszun, Nachwuchspolitikerin bei der SPD und Influencerin. Bekannt wurde die 19-Jährige über die sozialen Netzwerke Twitter und Instagram.
Bild: Jens Büttner, dpa

Lilly Blaudszun macht Politik bisher vor allem in sozialen Netzwerken. Trotzdem verkörpert die 19-Jährige die Hoffnung der Sozialdemokraten auf bessere Zeiten.

Lilly mit Bierflasche in der Hand und Kumpels auf einer Treppe, Lilly bei einer Geburtstagsfeier oder im Bundestagsfahrstuhl, Lilly mit den SPD-Politikerinnen Katarina Barley und Manuela Schwesig auf einem Selfie. Lilly mit ihrem Hund Henri, dann im Gespräch mit SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil, Lilly am Ostseestrand.

Social-Media-Wunderwaffe Lilly Blaudszun ist die Nachwuchshoffnung der SPD

Lilly Blaudszun, gerade 19 Jahre alt geworden, Studentin, nach eigenem Bekunden Jungsozialistin, gilt als Social-Media-Wunderwaffe der SPD und große Nachwuchshoffnung der Partei. Dabei hat die junge Frau aus Mecklenburg-Vorpommern bislang gar kein Mandat – und strebt vorerst auch keines an.

In schwarzem T-Shirt, grauer Stoffhose, weißen Sneakern und mit einer Mate-Tee-Flasche in der Hand ist sie in Schwerin auf dem Weg zu einem politischen Termin. „Erst einmal will ich mein Studium absolvieren, so lange will ich kein Mandat“, sagt sie. Vielleicht werde sie auch zunächst ein bisschen arbeiten und sich erst dann hauptberuflich der Politik zuwenden. Nichts überstürzen.

Neue Hoffnung Lilly Blaudszun: Was hat sie, was die SPD nicht hat?

Blaudszun studiert Jura im zweiten Semester an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder. Nach dem Abitur sollte es nicht allzu weit weggehen vom heimatlichen Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern, gesteht sie. Bodenständig, lässig, gerade heraus – so gibt sich Lilly Blaudszun im Gespräch, und so kommt sie in den sozialen Medien rüber.

 

Bodenständig, lässig, gerade heraus: Das ist die SPD-Hoffnung Lilly Blaudszun

Als „Digital Native“ aufgewachsen, versteht sie intuitiv, die Internet-Netzwerke für sich und ihre politischen Botschaften zu nutzen. Neben Fotos vom Oktoberfest, von Wurstgulasch und von ihren noch im Entstehen begriffenen Kochkünsten stellt Blaudszun ihre Video-Interviews mit SPD-Politikern ins Netz, zum Beispiel mit Generalsekretär Lars Klingbeil. Doch wie ernst ist diese Mischung aus jugendlichem Geplauder und Partei-Talk zu nehmen?

Durchaus ernst, meint der Leipziger Kommunikationswissenschaftler Patrick Donges. „Es ist eine moderne Form politischer Kommunikation, wie sie gerade für Social-Media-Plattformen typisch ist.“ Junge Menschen seien mit dieser Art der Kommunikation groß geworden und vertraut.

Wissenschaftler Donges erklärt, wie wertvoll Blaudszun für die SPD ist: Als erklärte Volkspartei müsse sie den Anspruch haben, die Gesellschaft insgesamt abbilden zu können. „Dabei hat sie, wie andere Parteien auch, in Teilen der Gesellschaft zunehmend Probleme: bei jungen Menschen, bei Frauen, in den östlichen Bundesländern sowie bei Menschen mit Migrationserfahrungen.“ Lilly Blaudszun verkörpere solche Menschen, die in politischen Parteien fehlten.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil gesteht jedenfalls: „Ich bin froh, dass wir sie als authentisches Sprachrohr der jungen Generation in unseren Reihen haben. Sie spricht zehntausende junger Leute an, die wir als Partei schwer erreichen.“  Iris Leithold, dpa

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