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Neuer Job trotz Plagiats-Affäre
23.06.2011

Hohn und Spott für Forschungspolitikerin Koch-Mehrin

Die Europapolitikerin Koch-Mehrin muss erneut Kritik einstecken. (Archivbild) dpa
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Die Europapolitikerin Koch-Mehrin muss erneut Kritik einstecken. (Archivbild) dpa

Über Silvana Koch-Mehrin wird nach ihrem Aufstieg in den EU-Forschungsausschuss heftig gelästert. Die Politikerin, die ihren Doktortitel verlor, könne dort ja viel lernen, heißt es.

"Vielleicht lernt sie da ja wissenschaftliches Arbeiten", ätzt der Grünen-Europaabgeordnete Sven Giegold. „Dann kann sie bei der Übernahme von Änderungsvorschlägen von Lobbyisten in Zukunft Quellenangaben machen.“

Wie "Spiegel Online" zuvor berichtet hatte,  beförderte der EU-Parlaments-Vize-Präsident Gianni Pittella Koch-Mehrin am Mittwoch als Vollmitglied in den EU-Forschungsausschuss. Bisher war die FDP-Abgeordnete lediglich stellvertretendes Mitglied.

Zu Koch-Mehrins Aufgaben wird damit die Forschungspolitik der EU gehören, der Ausschuss kümmert sich um die "Verbreitung und Auswertung wissenschaftlicher Erkenntnisse".

Der 40-Jährigen wurde erst vor etwa einer Woche der Doktortitel von der Universität Heidelberg aberkannt. Sie hatte in ihrer Doktorarbeit zum Thema „Historische Währungsunion zwischen Wirtschaft und Politik: Die Lateinische Münzunion 1865–1927“ an über 120 Stellen aus anderen Quellen abgeschrieben, ohne dies kenntlich zu machen. Die Europa-Politikerin will das Uni-Urteil prüfen lassen.

Für Koch-Mehrin bedeutet der akademische Schlussstrich einen besonders tiefen Fall. Als Zugpferd der Liberalen bei den beiden zurückliegenden Europa-Wahlen hatte sie die FDP im Europäischen Parlament zu alter Stärke geführt. Als der erste Verdacht gegen ihre Doktorarbeit sich schon vor einigen Wochen erhärtete, räumte sie den Vorsitz der FDP-Gruppe in der Straßburger Bürgervertretung und zog sich auch als Vizepräsidentin des Europäischen Parlamentes zurück. AZ 

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