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Nichtraucherschutz beschlossen
25.05.2007

Raucher werden ab September einsam

Auch im Berliner Reichstag ist an den meisten Stellen das Rauchen längst verboten.
Foto: dpa

Die rote Karte für den blauen Dunst rückt näher: Das für Septembergeplante Rauchverbot in öffentlichen Bussen, Bahnen, Taxis undBundesbehörden hat am Freitag nach langem Streit eine entscheidendeHürde genommen.

Berlin (dpa). Die rote Karte für den blauen Dunst rückt näher: Das für September geplante Rauchverbot in öffentlichen Bussen, Bahnen, Taxis und Bundesbehörden hat am Freitag nach langem Streit eine entscheidende Hürde genommen.

Der Bundestag stimmte mit Mehrheit für die Regierungspläne, das Rauchen nur noch in abgetrennten Räumen zuzulassen. Wer sich nicht daran hält, dem droht ein Bußgeld bis 1000 Euro. Auch im Bundestag soll das Verbot gelten. Der Jugendschutz soll verschärft werden: Zigaretten dürfen dann nur noch an über 18- Jährige, bisher gilt eine Altersgrenze von 16. FDP und Grüne enthielten sich bei der Abstimmung. Der Bundesrat muss im Juli noch zustimmen.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), sieht Deutschland nun bei Nichtraucherschutz nicht mehr als Schlusslicht in Europa. "Rauchen ist das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko", sagte sie kurz vor dem Weltnichtrauchertag am 31. Mai. Die Parlamentarische Gesundheitsstaatssekretärin Marion Caspers- Merk (SPD) betonte, das Nichtrauchen solle der Normalfall in Deutschland werden. Das Verbraucherministerium riet Eltern zu einem umfassendem Rauchverzicht. "Es wäre vernünftig, auch zu Hause vor dem Bildschirm, in der Wohnung, im Auto insbesondere Kinder zu schützen", sagte der Parlamentarische Staatssekretär Gerd Müller (CSU). Rund 3300 Menschen sterben bundesweit nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums pro Jahr an Folgen des Mitrauchens.

Die Drogenbeauftragte hat den Blick bereits auf das Fernsehen gerichtet und will bei Sendern für mehr Zurückhaltung werben, wenn es um Raucherszenen geht. Damit soll eine negative Wirkung auf Jugendliche verhindert werden. Laut einer Studie zeigen deutsche Produktionen doppelt so viele Raucherszenen wie andere europäische oder US-Angebote. Bätzing lud die Verantwortlichen der öffentlich- rechtlichen Rundfunkanstalten und der Privatsender zu einem Treffen ein. ARD-Programmdirektor Günter Struwe sagte der "Saarbrücker Zeitung" (Samstag): "Realistische Milieuschilderungen können nicht immer auf Szenen verzichten, in denen geraucht wird."

Die FDP lehnt ein Rauchverbot grundsätzlich ab. Der FDP- Abgeordnete Detlef Parr warnte vor einer "Gängelungsgesellschaft". Die Regierung erreiche das Gegenteil, da öfter zu Hause geraucht werde als in der Öffentlichkeit. Die Grünen verlangten eine Bundesregelung auch für Gaststätten. "Unser Schutzstandard wird Schlusslicht sein", sagte Grünen-Politikerin Birgitt Bender. Wie der Bundesrat forderten die Spitzenverbände der Krankenkassen ein komplettes Rauchverbot ohne Raucherräume. Kritik kam auch von den Ärzten im Arbeitskreis Rauchen und Gesundheit. Sie warfen dem Bund das Versäumnis vor, alle Arbeitnehmer zu schützen und ein Rauchverbot in der Gastronomie durchzusetzen.

Die Bundesregierung appellierte an die Länder, auch in Gaststätten für ein umfassendes Rauchverbot zu sorgen. Die meisten Länder wollen das Qualmen in Gaststätten und Restaurants bis auf abgetrennte Räume verbieten. Nordrhein-Westfalen und das Saarland wollen allerdings nach bisherigen Plänen Ausnahmen für kleinere Kneipen zulassen. Ein einheitliches Rauchverbot über eine Bundesregelung war im Dezember aus rechtlichen Gründen gescheitert. dpa vr yydd z2 rh

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