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Nordkorea
10.08.2017

So groß ist das Waffenarsenal von Kim Jong Un

Kim Jong Un angeblich auf einem Testgelände für Raketen. Das Bild stammt aus einem vom nordkoreanischen Fernsehsender KRT ausgestrahlten Video.
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Kim Jong Un angeblich auf einem Testgelände für Raketen. Das Bild stammt aus einem vom nordkoreanischen Fernsehsender KRT ausgestrahlten Video.
Foto: KRT/AP/dpa

Angesichts des Säbelrasselns zwischen Nordkorea und den USA stellt sich die Frage, was wirklich hinter den Drohungen steckt. Welche Waffen könnte Nordkorea entwickeln?

Trotz Warnungen vor einer militärischen Eskalation des Konflikts setzen die USA und Nordkorea ihre Kriegsrhetorik fort. US-Verteidigungsminister James Mattis warnte Pjöngjang, vor allen "Aktivitäten, die zum Ende des Regimes und zur Vernichtung seines Volkes führen würden".

Raketenprogramm: Interkontinentalrakete KN-20 getestet

Nordkorea erklärte seinerseits am Donnerstag, US-Präsident Donald Trump verstehe nur "absolute Stärke" und präzisierte die Pläne für einen Raketenangriff nahe dem US-Außenposten Guam im Pazifik.

Wie viel an diesen verbalen Drohungen dran ist, darüber können Wissenschaftler in den USA und Europa nur spekulieren. Schließlich arbeitet das Regime in Pjöngjang viel mit Propaganda. Dass Nordkorea über sie verfügt, ist bei einigen Raketen aber festzustellen.

Nordkoreas Militär hat den USA mit einem Raketenangriff auf die Pazifikinsel Guam gedroht. Die Meldung kam wenige Stunden, nachdem US-Präsident Trump Nordkorea gedroht hatte.
Foto: Dpa-infografik Gmbh

So wurde am 28. Juli 2017 die Interkontinentalrakete KN-20 getestet, womit sich die Bedrohungslage für Nordamerika und Europa noch einmal drastisch verschärft hat. Denn die KN-20 hat das Potenzial, nicht nur Alaska, sondern auch das US-amerikanische Festland zu erreichen. Allerdings wurde die Langstreckenrakete in einem so steilen Winkel in den Himmel geschossen, dass sie nur 1000 Kilometer vom Abschlussort entfernt ins Japanische Meer stürzte.

Drohpotenzial für USA: So weit reichen Nordkoreas Waffen

Berechnungen des US-Physikers David Wright zufolge hätte die Rakete etwa 10.000 Kilometer weit fliegen können, wäre sie in einem flacheren Winkel gestartet worden. Damit wären bei sehr leichter Nutzlast womöglich Städte wie Seattle zu erreichen, das nur 8000 Kilometer östlich von Nordkorea liegt. Allerdings müssten derart leichte Sprengköpfe in Nordkorea wohl erst einmal entwickelt werden.

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Gelänge dem Regime in Pjöngjang dies, könnte die Rakete KN-20 auch Los Angeles in 9600 Kilometern oder Chicago in 10.400 Kilometern Entfernung erreichen. Zumal, wie Wright in seinem Blog schreibt, die Erdrotation Nordkoreas Raketen helfen könnte. Weil die USA im Osten von Nordkorea liegen, dreht sich die Erde den Raketen quasi entgegen. Auch New York, das nur 10.850 Kilometer entfernt liegt, könnte möglicherweise getroffen werden.

Nordkoreas Waffenarsenal: Diese Raketen könnte Pjöngjang bauen

Abgesehen von der Langstreckenrakete KN-20 entwickelt Nordkorea in seinem Raketenprogramm nach Einschätzung von Experten die Kurzstreckenraketen KN-02 und Scud, die 120 Kilometer beziehungsweise zwischen 300 und 1000 Kilometer entfernte Ziele erreichen.

Darüber hinaus arbeite das Regime in Pjöngjang an der Entwicklung von Mittelstreckenraketen mit den Namen KN-11, Nodong und Musudan, die eine Reichweite von 1000 bis 3500 Kilometer haben. Was das Atombombenarsenal angeht, gehen Experten davon aus, dass die Zahl derzeit zwischen 30 und 60 liegt. Eine Gefahr sind sie eher für die Region um Nordkorea. Die Vereinigten Staaten oder Europa erreichen sie bislang nicht.

Die USA verfügen derzeit laut Daryl Kimball, dem Chef der Arms Control Association über rund 1750 strategische atomare Sprengköpfe, die auf ballistischen Interkontinentalraketen eingesetzt werden können. Außerdem stehen auch U-Boot-gestützte ballistische Raketen und strategische Kampfflugzeuge sowie rund 180 taktischen Atomwaffen auf europäischen Stützpunkten bereit.

Deutschland würde von Nordkorea aus also nur die kürzlich getestete Langstreckenrakete KN-20 gefährlich, die bis zu 10.000 Kilometer weit fliegt. AZ/zian/dpa

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