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Nutri-Score
30.09.2019

Foodwatch fordert sofortige Zulassung von Lebensmittel-Ampel

Verbraucherschützer empfehlen den Nutri-Score: Auf einen Blick ist erkennbar, wie gesund ein Lebensmittel ist.
Foto: Pleul, dpa (Archiv)

Exklusiv Foodwatch fordert, dass die Lebensmittelampel Nutri-Score sofort in Deutschland zugelassen wird. Julia Klöckner müsse aufhören, das auszubremsen.

Vor der Präsentation der Regierungsstudie über Nährwert-Kennzeichnungen hat die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch die sofortige deutsche Zulassung der Lebensmittelampel Nutri-Score durch eine entsprechende Anmeldung von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner bei der EU-Kommission gefordert.

„Unabhängig von den Ergebnissen der vom Bundesernährungsministerium beauftragten Meinungsumfrage fordern wir: Julia Klöckner muss die Nutri-Score-Ampel unverzüglich bei der Europäischen Kommission notifizieren“, sagte Foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker unserer Redaktion. Die CDU-Ministein müsse dabei dem Modell Frankreich folgen, forderte er Verbraucherschützer.

Nutri-Score animiere die Menschen zu gesünderen Einkäufen

„Es ist in umfangreichen wissenschaftlichen Studien belegt, dass die Nutri-Score-Ampel leicht verständlich ist, die Hersteller zu ausgewogeneren Rezepturen und die Menschen zu gesünderen Einkäufen animiert“, sagte Foodwatch-Geschäftsführer Rücker. „Diese belegten Erfahrungen aus der Praxis in Frankreich sollten das wichtigste Argument bei der Entscheidung für ein Kennzeichnungsmodell sein“, betonte er.

Rücker verwies dabei auch auf entsprechende Wünsche aus Teilen der Nahrungsmittelindustrie, zum Beispiel des Nestlé-Konzerns oder des Tiefkühlproduzenten Iglo: „Eine Reihe von Lebensmittelherstellern scharrt mit den Hufen und will die verbraucherfreundliche Nährwertkennzeichnung endlich einführen – sie können dies aber nicht rechtssicher tun, weil die Ministerin das System nicht legitimiert hat“, betonte er.

„Es kann doch nicht sein, dass Lebensmittelhersteller in Deutschland, die freiwillig die Nutri-Score-Ampel nutzen wollen, Sorge haben müssen, verklagt zu werden“, fügte Rücker hinzu. „Nestlé zum Beispiel hat sich für den Nutri-Score ausgesprochen – darf die Ampel in Deutschland allerdings nicht verwenden, weil die Bundesernährungsministerin es versäumt hat, für rechtliche Klarheit zu sorgen“, kritisierte er.

Lebensmittel-Ampel: Foodwatch kritisiert Julia Klöckner

„Die Nutri-Score-Ampel muss endlich auch in Deutschland ins Regal kommen“, forderte, der Foodwatch-Geschäftsführer. „Frau Klöckner muss ihre Ampel-Verhinderungs-Taktierereien endlich beenden: Schluss mit immer neuen Tricks!“, betonte er. „In anderen europäischen Ländern wie Frankreich und Belgien verwenden bereits viele Hersteller den Nutri-Score“, sagte Rücker. „In Deutschland haben Danone und Iglo begonnen, ihre Produkte mit Nutri-Score zu kennzeichnen. Iglo wurde allerdings die Verwendung bereits gerichtlich untersagt.“

Die Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner will an diesem Montag das Ergebnis einer Umfrage unter 1600 Verbraucher vorlegen, auf deren Basis die CDU-Politikerin entscheiden will, welches Modell für eine klarere Kennzeichnung von Zucker, Fett und Salz die Bundesregierung der Industrie zur freiwilligen Nutzung empfehlen will.

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