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Kirche

29.05.2015

Papst Franziskus: "Zwei oder drei Klapse schaden nicht"

Leichte Schläge bei der Kindererziehung sind für Franziskus in Ordnung.
Bild: Bernd Weissbrod/dpa

Papst Franziskus äußert sich zur Züchtigung von Kindern. Das hatte er schon einmal getan und wurde dafür weltweit teils scharf kritisiert. Beeindruckt hat ihn das nicht.

Papst Franziskus hat seine umstrittene Haltung zur Kinderzüchtigung bekräftigt. „Ich sage immer: Man soll ein Kind nicht ins Gesicht schlagen, weil das Gesicht heilig ist. Aber zwei oder drei Klapse auf den Hintern schaden nicht“, sagte er in einem Interview mit der argentinischen Zeitung La Voz del Pueblo.

Als er diese Haltung schon einmal bei einer Generalaudienz bekannt habe, hätten ihn einige Länder kritisiert, in denen strenge Gesetze zum Schutz Minderjähriger gelten, fügte Franziskus hinzu. „Kurioserweise haben diese Länder, die sogar Vater oder Mutter bestrafen, wenn sie ihre Kinder schlagen, Gesetze, die es erlauben, Kinder vor ihrer Geburt zu töten.“ Das seien die „Widersprüche unserer Zeit“, sagte er. Abtreibungsgegner in den USA haben ihn bereits für diese Worte gelobt.

Schon im Februar erntete Papst Franziskus Kritik

Anfang Februar wurde Franziskus für ähnliche Aussagen teilweise scharf kritisiert. Damals hatte er einen Familienvater gelobt, der seine Kinder „manchmal ein bisschen schlagen müsse, aber nie ins Gesicht, um sie nicht zu demütigen“. „Wie schön!“, rief Franziskus da, dieser Vater habe Sinn für Würde. „Er muss bestrafen, macht das auf richtige Weise und macht weiter.“

Die Deutsche Kinderhilfe bezeichnete die Aussagen als „völlig daneben“. Franziskus mache sich „mitschuldig, wenn auch nur einem einzigen Kind unter Verweis auf seine Aussage Schmerzen zugefügt werden“. Auch einige Politiker kritisierten den Papst.

Das Interview mit seinen neuen Äußerungen wurde am vergangenen Sonntag veröffentlicht. Sie wurden jedoch erst jetzt weltweit bekannt, da sie nicht in die offiziellen Übersetzungen des Interviews durch die Vatikan-Zeitung L’Osservatore Romano oder Radio Vatikan eingingen.

Als Grundschulkind beleidigte er eine Lehrerin: "Zuhause setzte es dann was"

Die katholische Nachrichtenagentur Argentiniens, AICA, hat das vollständige Gespräch zwischen Franziskus und dem Korrespondenten von La Voz del Pueblo, Juan Berretta, mittlerweile online gestellt – ebenso die Zeitung selbst. Franziskus spricht über die „Klapse auf den Hintern“ im Zusammenhang mit einer Episode aus seiner Kindheit.

Als Grundschulkind habe er einst eine Lehrerin beleidigt. Seine Mutter, die in die Schule gerufen wurde, habe ihn daraufhin zur Rede gestellt. „Zuhause setzte es dann was“, erzählte der Papst. Heute hätten sich die Erziehungsmethoden geändert, es gebe nun mehr Empfindlichkeit. „Damals gab es zwei Ohrfeigen und Schluss.“

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