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Paris-Attentäter
21.03.2016

Paris-Attentäter sitzt in Belgien hinter Gittern

Der französische Staatswanwalt Francois Molins und der belgische Staatsanwalt Frederic Van Leeuw sprechen nicht viel über den Fall des Terrorverdächtigen Salah Abdeslam.
Foto: Laurent Dubrule, epa

Salah Abdeslam ist einer der Paris-Attentäter und sitzt inzwischen in Belgien in Haft. Ermittler sagen zu dem Fall jedoch nicht viel, da noch weitere Verdächtige frei sind.

Der Paris-Attentäter Salah Abdeslam war einer der meistgesuchten Männer Europas. Seit wenigen Tagen sitzt er in Belgien im Gefängnis und es ist weiterhin unklar, ob er weitere Attentate geplant hat.

Ausweichend reagierte der belgische Staatsanwalt Frédéric Van Leeuw am Montag auf entsprechende Fragen. Der Chefermittler sagte, bei Terrorermittlungen gehe es darum zu handeln, bevor etwas passiere. Er sprach von einem "Puzzle", dessen Teile erst noch zusammengelegt werden müssten. 

Weitere Terror-Pläne des 26 Jahre alten Abdeslam in Belgien

Belgiens Außenminister Didier Reynders hatte zuvor gesagt, der 26 Jahre alte Terrorverdächtige habe in Brüssel "wieder etwas vorgehabt". Reynders war dabei nicht ins Detail gegangen. 

Abdeslam soll einer der Hauptverantwortlichen der Pariser Anschläge vom vergangenen November sein. Bei den Anschlägen in der französischen Hauptstadt sind 130 Menschen getötet und etwa 350 verletzt worden. Am Freitag hatten ihn Polizisten nach einer mehrmonatigen Flucht in der Brüsseler Gemeinde Molenbeek gefasst. Die Kommune gilt als Islamistenhochburg. 

Suche nach weiteren Verdächtigen der Paris-Attentate

Van Leeuw und der französische Anti-Terror-Staatsanwalt François Molins sagten bei einer Pressekonferenz in Brüssel, sie informierten nur zurückhaltend über die Ermittlungen, denn es würden noch Verdächtige gesucht. 

Gefahndet wird unter anderem nach dem 24 Jahre alten Najim Laachraoui, der gut zwei Monate vor den Pariser Attentaten mit Abdeslam und einem weiteren Verdächtigen in Ungarn gewesen sein soll. Er benutzte einen gefälschten belgischen Personalausweis. 

Terroranschläge von Paris: DNA-Spuren auf Sprengstoff-Gürtel

Französische Medien berichteten, DNA-Spuren des mutmaßlichen Abdeslam-Komplizen seien auf einem Sprengstoffgürtel gefunden worden, den die Terroristen in Paris benutzten. Die Ermittler verdächtigen Laachraoui, am Abend der Anschläge von Belgien aus Kontakt zu den Attentätern gehalten zu haben. 

Van Leeuw: "Es ist offensichtlich, dass sie nicht hier waren, um ein Picknick zu machen."

Auf die Frage nach möglichen weiteren Anschlagplänen Abdeslams sagte Van Leeuw, es sei beunruhigend, schwerbewaffnete Männer gefunden zu haben. "Es ist offensichtlich, dass sie nicht hier waren, um ein Picknick zu machen."

Er spielte auf eine Razzia in der vergangenen Woche in der Brüsseler Gemeinde Forest an, wo Sicherheitskräfte einen mit einer Kalaschnikow bewaffneten Mann getötet hatten. Von Forest aus waren die Ermittler auf die Spur Abdeslams gekommen. 

Abdeslam sitzt nun in Belgien in Untersuchungshaft. Der französische Chefermittler Molins machte deutlich, sein Land dringe auf die Auslieferung Abdeslams. Das Verfahren dazu in Belgien kann aber nach früheren Angaben noch Wochen dauern. 

Molins wies Vorwürfe des Anwalts von Abdeslam zurück, er habe unerlaubt Vernehmungsdetails ausgeplaudert. Das französische Recht gebe unter bestimmten Bedingungen die Möglichkeit, "objektive Elemente" herauszugeben. Frankreichs Präsident François Hollande empfing in Paris Vertreter mehrerer Opferverbände im Élyséepalast. AZ,dpa

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