Newsticker

Massive Kontaktbeschränkungen könnten schon ab 2. November gelten
  1. Startseite
  2. Politik
  3. Plakat mit Stinkefinger: Berlin beendet missglückte Anti-Corona-Kampagne

Berlin

15.10.2020

Plakat mit Stinkefinger: Berlin beendet missglückte Anti-Corona-Kampagne

Berlins Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat nun auch noch Ärger wegen eines missglückten Plakatmotivs.
Bild: Stefanie Loos, dpa

Die Stadtregierung hat mit einem Plakat, auf dem ein ausgestreckter Mittelfinger zu sehen ist, ordentlich danebengegriffen. Nach viel Hohn und einer Strafanzeige ist die Aktion gestoppt.

Hätte der Berliner Senat vorher Stefan Effenberg oder Peer Steinbrück gefragt, wäre die Sache mit dem Stinkefinger vielleicht nie passiert. Der Fußballspieler und der SPD-Politiker wissen: Es ist keine gute Idee, der Öffentlichkeit den gestreckten Mittelfinger zu zeigen. So was kann mit Rauswurf oder Wählerabstrafung enden.

Die Regierung der Hauptstadt fragte aber nicht nach und hat sich nun ordentlich die Finger verbrannt. Oder zumindest einen. Als Reaktion auf die massiv angestiegen Corona-Infektionen ließ der rot-rot-grüne Senat unter Mithilfe der offiziellen Marketingorganisation „Visit Berlin“ ein Anzeigenmotiv drucken. Es zeigt eine ältere Frau mit großer Mund-Nasen-Bedeckung, die dem Betrachter den Mittelfinger entgegenstreckt. Dazu der Spruch: „Der erhobene Zeigefinger für alle ohne Maske. Wir halten die Corona-Regeln ein.“

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Mehr Provokation als ein Stinkefinger geht kaum

Mal abgesehen davon, dass in Berlin viele die Regeln gerade nicht einhalten, sorgte der Spruch auch für Spott, weil auf der Anzeige eben nicht der Zeige-, sondern der Mittelfinger zu sehen ist. Das sei Absicht gewesen, um mehr Aufmerksamkeit zu erzielen, verteidigten sich die Verantwortlichen. Macht allerdings keinen Sinn, denn viel mehr Provokation als ein Stinkefinger geht ja kaum.

Bevor jetzt aber wieder alle mit dem Finger auf Berlin zeigen: Was soll man denn tun als Politiker, wenn wegen der lauten Musik auf den vielen illegalen Partys niemand auf einen hört? Wenn Reden nicht mehr hilft, müssen eben starke Bilder her. Und eine erhobene Faust wäre nicht infrage gekommen. Die Autonomen hätten sich in ihren besetzten Häusern vor Lachen kaum mehr halten können, während auf der anderen Seite Corona-Leugner aus aller Welt solch ein Motiv wohl als Einladung zur nächsten Demo verstanden hätten.

 

Nach zahlreichem Protest, viel Hohn und einer Strafanzeige hat der Senat die Aktion Medienberichten zufolge nun zum Glück gestoppt, eine eigentlich vorgesehene Plakatierung wurde abgesagt. Und die Moral von der Geschicht’: Wenn du andere willst belehren, dann heb den Finger besser nicht.

Das könnte Sie auch interessieren:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren