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Silvester

01.01.2020

Polizist wird bei Ausschreitungen in Leipzig schwer verletzt

Polizisten im Leipziger Stadtteil Connewitz. In der Neujahrsnacht ist es dort zu Zusammenstößen zwischen Linksautonomen und der Polizei gekommen.
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Polizisten im Leipziger Stadtteil Connewitz. In der Neujahrsnacht ist es dort zu Zusammenstößen zwischen Linksautonomen und der Polizei gekommen.
Bild: Sebastian Willnow

In der Silvesternacht bleibt es leider nicht nur friedlich. In Leipzig gibt es schwere Ausschreitungen und Angriffe auf die Polizei. Ein Beamter wird schwer verletzt.

Nach einem Angriff auf einen Polizisten bei Ausschreitungen in Leipzig ermittelt das Landeskriminalamt Sachsen (LKA) wegen des Verdachts des versuchten Mordes. Die konkreten Tatumstände und Verletzungen, die ein Beamter erlitten habe, hätten die Staatsanwaltschaft zur Hochstufung veranlasst, sagte LKA-Sprecher Sprecher Tom Bernhardt am Mittwoch. Zuerst war wegen versuchten Totschlags ermittelt worden. Genauere Angaben wollte Bernhardt nicht machen.

In der Silvesternacht wurde im Leipziger Stadtteil Connewitz ein 38 Jahre alter Polizist schwer von Pyrotechnik verletzt. Mehrere Menschen hätten Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper auf Einsatzkräfte geworfen, so die Polizei. Dem Polizisten sei der Helm vom Kopf gerissen worden, bevor er attackiert wurde, hieß es aus Polizeikreisen. 

Der 38-Jährige verlor das Bewusstsein. Er musste nach Angaben der Polizei im Krankenhaus notoperiert werden. "Hier wurde jemand gezielt angegriffen und schwer verletzt", sagte Bernhardt. Der Täter sei bislang unbekannt. Die Soko LinX des Polizeilichen Extremismus- und Terrorismus-Abwehrzentrum (PTAZ) Sachsen des LKA ermittelt. 

Polizist wird bei Ausschreitungen in Leipzig schwer verletzt

Drei weitere Beamte erlitten in der Nacht in Connewitz leichte Verletzungen. Die Polizei nahm neun Menschen fest, drei von ihnen wurden in der Nacht wieder entlassen. Im linksalternativ geprägten Stadtteil Connewitz kommt es häufiger zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Polizeipräsident Torsten Schultze bezeichnete die Angriffe als skrupellos und erschreckend. Das Vorgehen sei menschenverachtend, erklärte Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU): "Wir werden die schweren Straftaten mit aller Härte des Rechtsstaates verfolgen."

Berliner Polizei mit einem Großaufgebot im Einsatz

Vor der Silvesternacht war bundesweit eine Debatte über den Sinn und Unsinn von Böllerei angesichts von Klimaschutz sowie Lärm und Aggressionen entbrannt. Zum ersten Mal waren in der deutschen Hauptstadt Raketen und Böller nicht nur auf der Partymeile verboten, sondern auch in einigen anderen Bereichen - unter anderen galt rund um den Alexanderplatz ein Böllerverbot. 

Die Berliner Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz, sprach aber von einem vergleichsweise normalen Einsatz-Aufkommen für einen Silvesterabend in der Hauptstadt. Während der Silvesterfeier am Brandenburger Tor wurden drei Verdächtige wegen sexueller Belästigung von Frauen festgenommen.

Die Berliner Feuerwehr war in der Silvesternacht 1523 Mal im Einsatz - das war deutlich häufiger als im Jahr zuvor mit 1385 Einsätzen. Laut Feuerwehr gab es 24 Übergriffe auf Einsatzkräfte, etwa halb so viele wie vor einem Jahr.

In Hamburg zündeten Unbekannte einen Streifenwagen mit Böllern an. Die Polizisten seien im Einsatz gewesen und nicht am Wagen, als die Täter zuerst eine Scheibe am Auto einschlugen, wie ein Sprecher sagte. Die Unbekannten hätten dann durch das kaputte Fenster Böller in den Wagen geworfen - dieser sei daraufhin komplett ausgebrannt. (dpa)

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