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  3. Porträt: Ban Ki Moon positioniert sich als Verfechter der Menschenrechte

Porträt
25.09.2012

Ban Ki Moon positioniert sich als Verfechter der Menschenrechte

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon kämpft gegen sein schwaches Image an.
Foto: Sabri Elmhedwi/Archiv dpa

Seit er seine zweite Amtszeit angetreten hat, versucht Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon, sein blasses Image abzulegen. Er hat nichts mehr zu verlieren.

Ban Ki Moon redete mit einem seiner schwierigsten  Besucher Tacheles: Am Sonntag traf der Uno-Generalsekretär in New York den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad. Der Iraner war zur heute beginnenden Vollversammlung der Vereinten Nationen angereist. Ban verurteilte ihm gegenüber die Gewalt durch das Assad-Regime in Syrien und beklagte die „verheerenden humanitären Folgen“ des Bürgerkriegs. Dann forderte er, der Iran müsse die „ausschließlich friedliche Natur“ seines Atomprogramms belegen. Zum Ende geißelte Ban die gehässigen Ausfälle Ahmadinedschads gegen Israel. Der Iraner war bedient.

Ban zeigt sich wie verwandelt

Die undiplomatische Abrechnung passt in das Bild des neuen Ban Ki Moon. Der 68-Jährige präsentiert sich seit Monaten wie verwandelt: direkt und unbequem. Es scheint, als sei der Südkoreaner der vielen floskelhaften Reden seiner ersten Jahre an der Spitze der Weltorganisation überdrüssig. „Ban ist seit Anfang 2012 in seiner zweiten und letzten fünfjährigen Amtszeit, er braucht kein Blatt mehr vor den Mund zu nehmen“, sagt ein Uno-Diplomat – zumal, wenn es um die Gewalt in der arabischen Welt geht. Der Ex-Außenminister findet klare Worte. Er stärkt den friedlichen Demonstranten den Rücken und er prangert die Despoten an: von Mubarak über Gaddafi bis Assad.

Als Kind erlebte Ban selbst die Schrecken des Korea-Konfliktes – seitdem fühlt er besonders mit Kriegs-Opfern mit. Auch wagt es Ban heute, die mächtigen westlichen Industriestaaten offen zu rügen: Ihnen wirft er Knauserigkeit bei der Armutsbekämpfung vor.

Ban wurde als zu blass und bieder kritisiert

In seinen ersten Uno-Jahren machte der Asiat keine allzu gute Figur. Das US-Magazin Foreign Policy lästerte: Ban sei ein „Dilettant auf der internationalen Bühne“. Die Kritiker riefen: Ban sei zu blass, zu bieder, zu unterwürfig. Bans Pech: Seine weiche Stimme und seine maskenhaften Gesichtszüge ließen ihn kraftloser erscheinen, als er war.

Viele Uno-Mitarbeiter fragten besorgt: Ist Ban der richtige Mann auf dem Posten? Lange suchte er das große Thema für seine Amtszeit. Zwar betont er stets, er wolle sich vorneweg gegen den Klimawandel einsetzen. Die Resultate fallen aber mager aus. Auch können die Vereinten Nationen im Kampf gegen die Armut keinen Durchbruch vermelden. Auf dem wichtigsten Feld der Weltorganisation, der Schaffung von Frieden und Sicherheit, weist Ban ebenso keine gute Bilanz vor.

Immerhin hat er nun die rigorose Verteidigung der Menschenrechte für sich entdeckt und buckelt nicht mehr vor den mächtigen Staaten. Ban ist dabei, sein selbst auferlegtes Image als „unsichtbarer Mann“ abzuschütteln.

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