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Porträt
01.02.2021

EU-Kommissarin Stella Kyriakides: Diese Frau verhandelt über unseren Impfstoff

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides mahnt die Mitgliedstaaten mit Blick auf die Corona-Impfvorbereitungen zur Eile.
Foto: Yves Herman, dpa

Als Gesundheitskommissarin der EU hat Stella Kyriakides in der Corona-Krise einen schweren Stand. Ist sie zu zögerlich? Oder wird sie gezielt ausgebremst?

Wenn Stella Kyriakides über die Corona-Krise spricht, gehören solche Sätze stets dazu: „Es geht hier nicht um Zahlen oder Statistiken. Es geht um Menschen mit Familien, Freunden und Kollegen.“ Die Gesundheitskommissarin der EU ist die einfühlsame und sensible Psychologin geblieben, die sie vor ihrem Wechsel in die Politik war. Ob es um Impfstoffe, Verträge mit Pharma-Firmen oder Reisebeschränkungen geht – sie will nie übersehen, dass dieses Virus großes Leid für die Betroffenen bringt.

EU-Gesundheitskommissarin: Den Krebs hat Stella Kyriakides schon zweimal besiegt

Sie weiß, wovon sie redet. Mit 40 bekam sie eine niederschmetternde Diagnose: Brustkrebs. Sie kämpfte und gewann. Einige Jahre später kehrte die Krankheit wieder zurück. Sie kämpfte wieder und siegte erneut. Als die heute 64-jährige Christdemokratin aus Zypern dann 2019 Gesundheitskommissarin wurde, wähnte sie sich angekommen. Endlich konnte sie auf europäischer Ebene das Thema voranbringen, das sie selbst nach ihrer Erkrankung nie losgelassen hatte: den Kampf gegen den Krebs. An diesem Mittwoch präsentiert die Kommission ihr Programm: Spätestens in zehn Jahren soll in den Mitgliedstaaten kein Kind mehr an Krebs erkranken.

Doch keine zwei Monate nach ihrem Wechsel nach Brüssel wusste die mit einem ehemaligen Banker verheiratete Mutter von zwei Kindern, dass von ihr zuerst etwas anderes verlangt werden würde: Krisenmanagement. Den Schock, den die Bilder der Leichentransporte von Bergamo ausgelöst haben, beschreibt sie als „Wendepunkt“. Die Politikerin, die bis heute für ihr ruhiges Auftreten und ihr makelloses Englisch gelobt wird, musste sich als Verhandlerin mit Pharma-Konzernen bewähren. Nicht wenige sahen sie dabei überfordert. Man stellte ihr die in diesen Fragen erfahrene Handelsexpertin Sandra Gallina zur Seite – mit der Folge, dass sie nicht selten übergangen wurde, weil Gallina direkt aus dem Umfeld von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ihre Weisungen erhielt.

Stella Kyriakides: Fehler wie in der Corona-Krise sollen der EU nicht mehr passieren

Kyriakides stammt aus der zyprischen Hauptstadt Nikosia. Nach dem Studium in Großbritannien arbeitete sie zunächst von 1979 bis 2006 im Gesundheitsministerium ihrer Heimat. Einen Namen machte sie sich auch da im Kampf gegen Brustkrebs. 1999 wurde sie Präsidentin des Nationalen Komitees für Krebsstrategien. 2013 organisierte sie die erste Informationskampagne des Landes, um Frauen für die Vorsorge zu sensibilisieren. 2006 wechselte sie ins zyprische Parlament.

 

In Brüssel ist Stella Kyriakides als Gesundheitskommissarin stärker ins Blickfeld gerückt als jeder ihrer Vorgänger. „Kaum jemand, ausgenommen Science-Fiction-Schriftsteller, hätte sich vorstellen können, dass das Thema Gesundheit plötzlich im Mittelpunkt der Politik und aller Entscheidungen stehen würde“, sagte sie vor Kurzem. Da hatte sie gerade ihr nächstes Großprojekt vorgestellt. Die EU soll zu einer Gesundheitsunion werden. Damit Fehler wie in der Corona-Krise nie mehr passieren.

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04.02.2021

Alle drei, von der Leyen, gelernte Ärztin, Stella Kyriakides, Zypriotin, klinische Psychologin (!!) und Sandra Gallina, Italienerin, Übersetzerin(!), EU Direktorin Einkauf, sind völlig inkompetent.
Sie haben noch nie in ihrem Leben einen größeren Vertrag abgeschlossen, von einem Vertrag über die Lieferung von Arzneimitteln ganz zu schweigen. Sie kennen die Branche überhaupt nicht, und sie wissen nicht, was bei der Lieferung eines Arzneimittels zu berücksichtigen ist. Wenn geballte Inkompetenz zusammenkommt, muss es in einem Desaster enden.

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