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Regierungsflieger
28.02.2019

Pannenserie bei der Bundeswehr erwischt Vielflieger Maas

Kommt aus Mali wegen einer Flugzeugpanne erst mit Verspätung zurück: Außenminister Heiko Maas.
Foto: Michael Fischer, dpa

Schon wieder gibt es eine Panne mit einem deutschen Regierungsflieger: Nun sitzt Außenminister Heiko Maas in Mali fest. Bisher hatte er mehr Glück.

Nach mehr als 300.000 problemlosen Flugkilometern ist nun auch Vielflieger Heiko Maas von der Pannenserie bei den Regierungsfliegern erwischt worden. Wegen eines Hydraulikschadens an seinem Airbus A319 der Bundeswehr musste der Außenminister am Freitag mit seiner rund 40-köpfigen Delegation einen Tag länger als geplant im westafrikanischen Mali bleiben. Er nahm es gelassen. "Ich bin jetzt mehr als 300.000 Kilometer pannenfrei geflogen", sagte er. "Irgendwann erwischt es jeden." 

Trotz seiner Flugzeugpanne in Mali hat sich Maas gegen die Anschaffung weiterer neuer Regierungsflieger über die bereits bestellten drei Maschinen hinaus ausgesprochen. Die Anschaffung der drei Langstreckenflugzeuge sei notwendig und sie müssten jetzt auch zügig kommen, sagte er am Freitag in der malischen Hauptstadt Bamako. Darüber hinaus sehe er aber keinen Bedarf.

"Das Grundproblem bei der Flugbereitschaft besteht darin, dass Maschinen, die für den dauerhaften Einsatz gebaut worden sind, jetzt relativ lange Standzeiten haben zwischen der Nutzung durch Regierungsmitglieder. Das macht diese Maschinen anfälliger", sagte Maas. "Mit Blick auf die Tatsache, finde ich, ist die Flugbereitschaft der Bundeswehr wirklich gut aufgestellt."

In den vergangenen Monaten war es immer wieder zu Pannen bei der Flugbereitschaft der Bundeswehr gekommen. Die spektakulärste traf Bundeskanzlerin Angela Merkel Ende November. Sie musste auf dem Weg nach Buenos Aires mit ihrer A340 "Konrad Adenauer" umkehren und mit Linie zum G20-Gipfel fliegen. Dort kam sie mit einem Tag Verspätung an. Die Langstreckenflieger waren bisher am häufigsten von den Pannen betroffen.

Außenminister Heiko Maas (Mitte) steigt am Flughafen von Daressalam in das Flugzeug.
Foto: Simon Fidelis, dpa

Die für mittlere und kurze Strecken eingesetzten beiden A319 sind dagegen weniger anfällig. Bei ihren 370 Flügen seit 2016 habe es nur einen Ausfall gegeben, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Jens Flosdorff, am Freitag in Berlin. "Das ist jetzt der zweite." Insgesamt liege die Zuverlässigkeit der 14 Maschinen der Flugbereitschaft bei 98 Prozent - ähnlich wie bei größeren Linienfluggesellschaften.   

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Maas blieb in den ersten elf Monaten seiner Amtszeit von Ausfällen verschont. Umgerechnet flog er siebeneinhalb Mal um die Welt, nie ist etwas passiert - bis zum Donnerstagabend. Während einer Kulturveranstaltung, nach der es eigentlich zum Flughafen gehen sollte, teilte er den Delegationsmitgliedern mit, dass der Rückflug nach Berlin ausfällt.

Die Flugbereitschaft setzte am Freitagmorgen einen Ersatzflieger in Bewegung: Die deutlich größere A340 "Theodor Heuss", die normalerweise für Langstreckenflüge vorgesehen ist. Die Landung war für 15.00 Uhr deutscher Zeit geplant, die Landung in Berlin für kurz nach Mitternacht - mit gut 20 Stunden Verspätung.   

Maas musste wegen der Panne einen wichtigen privaten Termin zu Hause sausen lassen:  "Das Schmerzhafteste für mich persönlich ist, dass ich den Geburtstag meines Sohnes verpasse", sagte der SPD-Politiker am Freitag in Mali. "Aber er hat Gott sei Dank Verständnis dafür." Die Verlängerung seiner Westafrika-Reise um einen Tag nutzte er unter anderem für ein Gespräch mit dem Kommandeur der EU-Ausbildungsmission EUTM, dem Bundeswehrgeneral Peter Mirow.

Maas ist seit Sonntag in Westafrika unterwegs

Wie schwer der Schaden an der A319 ist, konnte die Luftwaffe zunächst noch nicht sagen. Das Hydraulikleck betreffe das Fahrwerk, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Es sei aber unklar, wie lange die Reparatur dauern werde. Die Luftwaffe hatte 2010 zwei gebrauchte A319 erhalten. Sie verfügen jeweils über 44 Sitzplätze und haben eine Reichweite von etwas mehr als 7000 Kilometern.  

Der Außenminister ist seit Sonntag in Westafrika unterwegs und hatte vor Mali das Nachbarland Burkina Faso und Sierra Leone besucht. Mit ihm reisen drei Bundestagsabgeordnete sowie knapp 40 Mitarbeiter, Journalisten und Sicherheitskräfte.

Im Januar blieb Entwicklungsminister Müller in Sambia hängen

Maas ist nicht der erste Minister, der wegen einer Flugzeugpanne in Afrika gestrandet ist. Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) blieb im Januar für längere Zeit in Sambia hängen, musste sogar einen Besuch in Namibia absagen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier steckte im November wegen eines Triebwerksdefekts stundenlang in Südafrika fest und wenig später dann noch einmal in Äthiopien. 

Der CSU-Politiker Müller hatte sich lautstark über die häufigen Pannen beschwert. Sie seien ein Debakel für Deutschlands Ruf als High-Tech-Land, schimpfte er.  

Ähnlich äußerte sich jetzt die FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann. "Das ist an Peinlichkeit nicht zu überbieten und schadet unserer Reputation weltweit erheblich", sagte sie. Das Problem könne mit einer bloßen Wartung der defekten Maschinen nicht behoben werden. Die Bundesregierung müsse ihre alte Flotte schrittweise durch eine neue zu ersetzen. "Die Finanzierung dazu muss außerhalb des Verteidigungsetats liegen."

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat bisher die Beschaffung von drei neuen Langstreckenmaschinen in Auftrag gegeben. "Das ist auch nötig, ich glaube, das merken alle", sagte sie Anfang Februar bei der Verkündung dieses Schritts.  (dpa)

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