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420 Mio Euro Einkommensteuer

30.01.2020

Rentenerhöhung steigert staatliche Steuereinnahmen

Durch die Rentenerhöhung nimmt der Staat zusätzliche Einkommensteuer ein.
Bild: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Rente und Steuer: Immer mehr Rentner müssen Steuern zahlen. Zugleich bringen die Rentenerhöhungen dem Staat höhere Einnahmen.

Die Rentenerhöhung im Sommer dürfte dem Staat zusätzliche Einkommensteuer in Höhe von 420 Millionen Euro bringen. Das zeigt die Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag. Sie liegt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor.

Bei der Schätzung geht das Ministerium von der bisher vorhergesagten Rentenerhöhung von 3,15 Prozent im Westen und 3,92 Prozent im Osten aus. Wie die Renten sich bei der Anpassung zum 1. Juli genau entwickeln, wird allerdings erst im März feststehen.

Somit steigen die zusätzlichen Steuereinnahmen durch die Rentenerhöhungen weiter an. 2019 waren es 390 Millionen Euro, in den Jahren zuvor 350 und 220 Millionen.

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Die Einkommensteuer von Steuerpflichtigen mit Renteneinkünften insgesamt dürfte der Antwort zufolge 2020 von 40,8 auf 42,9 Milliarden Euro ansteigen. Darunter fließen allerdings nur rund 3,5 Milliarden Euro von Steuerpflichtigen mit überwiegenden oder ausschließlichen Renteneinkünften an den Staat. 2019 waren es erst 2,8 Milliarden Euro.

2015 waren rund 34,65 Milliarden Euro Einkommensteuer von Steuerpflichtigen mit Renteneinkünften an den Staat gegangen - davon knapp 1,3 Milliarden von Menschen, die ausschließlich oder überwiegend Rente bezogen.

Die Zahl der steuerpflichtigen Rentner steigt kontinuierlich. Bis 2005 galt ein Freibetrag von 50 Prozent der Rente. Seitdem steigt der Besteuerungsanteil der Rente um zunächst jährlich zwei Prozentpunkte. Von 2040 an sollen gesetzliche Renteneinkünfte von Neurentnern komplett besteuert werden.

Im Gegenzug können seit 2005 Rentenbeiträge mehr und mehr vom steuerpflichtigen Einkommen abgezogen werden. Geltend gemacht werden können auch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge und manche alltägliche Ausgaben. Fällig wird die Steuer, wenn die Gesamteinkünfte eines Rentners über dem Grundfreibetrag (9408 Euro) liegen.

Linksfraktionschef Dietmar Bartsch sagte der dpa: "Wir brauchen eine Generalüberholung unseres Steuer- und Rentensystem." Rentner müssten heute dreimal mehr Steuern zahlen als 2005 - das sei ungerecht. "Die Rentenbesteuerung widerspricht dem Gerechtigkeitsempfinden der Mehrheit in unserem Land", sagte Bartsch. "Wenn Rentner zehn Mal so viel Steuern zahlen wie Millionenerben, ist es höchste Zeit für eine große Steuer- und Rentenreform." (dpa)

Antwort auf Linke-Anfrage

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Die Diskussion ist geschlossen.

30.01.2020

Der nächste Witz ist dies: Als langjähriger Beitragszahler darf ich z.B. mit 65 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen. Wenn ich mich jetzt entscheide, zum frühesten Zeitpunkt, also mit 63 Jahren in Rente zu gehen passiert Folgendes: Die Rente wird bis zum Lebensende um 14,4% gekürzt. Die sind 4 Jahre, vom 63. bis zum regulären Renteneintritt mit 67. Ich frage mich warum? Logisch wären 2 Jahre Kürzung, also 7,2 % bis zum Lebensende. Das ist alles so arbeitnehmerfeindlich das einem das Kot...n kommt! Aber Hauptsache die Merkel kann das Geld in der ganzen Welt verteilen, dann ist sie glücklich.................................

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30.01.2020

Erkundigen Sie sich erst mal nach unserem Rentensystem und hetzen hier nicht. Aus dem Rentensystem wird nichts in die Welt verteilt. Flüchtlinge und Co. sind ganz sicher nicht an unseren Rentensystem Schuld, sondern das keine wirklichen Reformen statt gefunden haben. Auch weil jegliche Reform beim Wähler unbeliebt ist.
P.S: Bereits 32 % der Renten werden aus Steuergelder finanziert und nicht aus Beiträgen.

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30.01.2020

Genau! Fährt nach Indien und schenkt einem Staat - der die Atombombe hat und ins Weltall fliegt - 1 Milliarde Euro?
Und die die modernen Maharajas leben weiterhin in Saus und Braus …
Aber die mitreisenden Industriebosse wissen ja für was man die Geschenke anbietet ….

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31.01.2020

"P.S: Bereits 32 % der Renten werden aus Steuergelder finanziert und nicht aus Beiträgen."
.
Ist ihnen bekannt, dass nach der Wiedervereinigung ca. 1000 Milliarden € aus der Rentenkasse zur Finanzierung der Deutschen Einheit entnommen wurden? Und warum sollen westdeutsche Rentenzahler die Renten von Ostdeutschen bezahlen, die niemals in dieses Rentensystem eingezahlt haben? Dies muss selbstverständlich aus Steuern finanziert werden! (Zur Info: Ich bin ein großer Befürworter der Wiedervereinigung!)

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31.01.2020

Ist Ihnen überhaupt bekannt wie unser Rentensystem funktioniert????

Mit den laufenden Beiträgen werden die laufenden Renten bezahlt!!!

Es wird nicht wie bei einer Lebensversicherung Geld auf ein Depot gelegt und verzinst. Was aktuell bei den Zinsen auch nicht wirklich rentabel wäre und die meisten Renten ins Bodenlose rasseln würden.

Die Wiedervereinigung ist jetzt dann 30 Jahre her. Viele von den damaligen Rentner sind wohl nicht mehr da. Dagegegen viele, die seit dem neu in Rente gekommen sind und auch Beiträge geleistet haben.
Zudem sind durch die Wiedervereinigung nicht nur Rentner dazu gekommen, sondern auch Beitragszahler!

Wo ist Ihre Quelle mit den 1000 Milliarden für die Wiedervereinigung? Die Ostrenten werden quasi durch die laufenden Beiträge der (Ost-)Beitragszahler finanziert. Somit fallen die raus. Es lassen sich durchaus andere Zweckentfremdungen finden. Aber nicht die Ostrenten.

https://rentenbescheid24.de/renten-abc/auslandsrenten/rentensystem-von-oesterreich/

In Österreich werden aktuell die Renten bereits zu 100 % versteuert. Und wer früher gehen will, muss höhere Abschläge hinnehmen. Inwieweit es eine Beitragsbemessungsgrenze in Österreich weiß ich nicht. Ein Wegfall in D dieser würde auch deutlich höhere Einnahmen bringen.
Das österreichische System ist aktuell besser. Ob es ganz für Deutschland umsetzbar ist, ist eine andere Frage.

Selbstständige und Beamte mitaufzunehmen bringt nur kurz eine Entspannung. Weil diese irgendwann dann auch Renten aus den Topf erhalten. Somit kann man sich damit nur eine kurze Verschnaufpause erreichen. Eine mitelfristige oder gar langfristige Lösung ist es nicht.
Früher wurde beispielsweise möglichst viel verbeamtet, damit der Staat sich die Ausgaben für die Rentenkasse spart und damals mehr Geld hatte. Nun ätzt er unter den Pensionslasten.

Hauptgrund für sinkende Renten ist in erster Linie die demographische Entwicklung.

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30.01.2020

Hier ein Beitrag zum österreicherischen Rentensystem. Ein Grund ist u.a. höher Rentenbeiträge sprich weniger Netto im Arbeitsleben. Und AG oder AN- Anteil ist defacto egal. Ein AG sieht nur die Bruttokosten und nicht wie ein AN das Netto.
Inwieweit in Österreich Renten besteuert werden. Weiß ich jetzt nicht.

https://www.focus.de/finanzen/altersvorsorge/rente/auch-hier-anwendbar-rente-oesterreichisches-modell-macht-deutsche-ruhestaendler-neidisch_id_11600861.html

Die Besteuerung der Rente betrifft aktuell in der Regel nur die, die entweder hohe Renten oder zusätzliche Einkünfte zum Beispiel aus Vermietung haben. Besonders wenn degressiv abgeschrieben wird, steigen die Einkünfte in der Steuererklärung. Ist logisch. Einkommen ist Einkommen. Ist bei einem Arbeitnehmer genauso wenn er nebenzu noch andere Einkünfte hat.
Steht hier im Artikel auch eigentlich drin.
Der Anteil der Rentner, die Steuern zahlen steigt weil bei den Renten nur der Ertragsanteil (fiktive Verzinsung der Beiträge) versteuert wurde. Waren in der Regel (rentenbeginn 65 Jahre) so 23 bis 25 % der Rente. Heißt wurden von 12000 € Rente im Jahr nur 2760 - 3000 € angesetzt bei der Steuer. Somit weit, weit unter Existenzminimum. Früher wurden aber im aktiven Erwerbsleben die Rentenbeiträge versteuert. Dies wurde geändert und die Beiträge zur Rentenversicherung werden nicht mehr besteuert. Heißt als Arbeitnehmer hat man mehr netto. Wenn es dann in das Rentenalter geht, wird von der Rente im Gegenzug ein immer größerer Anteil versteuert (Rentenbeginn 2020: Ansatz 80 %), ab Rentenbeginn in 2040 sind dann 100 % erreicht. Aktuell ist der Grundfreibetrag 9.408 € im Jahr. Somit muss jemand der nur Rente bezieht und 2020 in Rente (Vergleich Rentenbeginn 2005: 18.816 € Jahresrente) beginnt erst ab einer Jahresrente von 11.760 € zahlen (Vergleich Rentenbeginn 2005: 18.816 € Jahresrente) . Hat im Gegenzug die letzten Jahre weniger Steuern auf sein Arbeitseinkommen zahlen müssen. In der Regel mit einem niedrigeren Steuersatz.

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30.01.2020

Österreich - dort ein anderes System - Politiker haben rechtzeitig das Gehirn zugunsten des Bürgers eingeschaltet - also bitte informieren. Nahezu 60% höhere Renten als in Deutschland. Wer hat und - evtl. bewusst bestohlen?
https://www.handelsblatt.com/meinung/kolumnen/expertenrat/bentele/expertenrat-verena-bentele-oesterreich-ist-ein-vorbild-fuer-unser-rentensystem/23653658.html?ticket=ST-174252-rZDeCe9J2nJFNyOhWSSu-ap4

Dass hier so viel mehr Steuer abgeschöpft wird liegt m.E. nicht an den Dingen, die auch Rentner versteuern müssen, wie Mieteinnahmen etc. - sondern einfach nur, weil die Renten um die paar läppischen € erhöht wurden - obwohl die Erhöhungen ja über viele Jahre nicht einmal die (hingerechnete) Inflation abgedeckt haben.

Dass die Millionäre und Milliardäre , wie Pilze aus dem deutschen Boden sprießen, da sorgt ,man schon etwas besser dafür - kommen ja auch mehr (steuerbegünstigte) Parteispenden rüber....

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30.01.2020

@Rudolf D.

Bitet Artikel durchlesen. Nicht mal 10 % der Steuern beruhen aus Einkünften nur oder ausschließlich aus Renten.

Die Renten (2019 West +3,18%) sind nicht an die Inflationsrate (2019: 1,4 %) geknüpft. Diese war auch in den letzten Jahren recht niedrig. Viele aktive AN können von einner solchen jährlichen Erhöhung nur träumen. Leider gerade die, die eh unten sind und am stärksten von Altersarmut bedroht sind.
Wegen der Rentenerhöhung allein fallen nur weniger unter die Betseuerung. Wenn dann sind auch viel AN oder andere betroffen (Kalte Progression). Vielmehr erwischt es Neurentner , da bei diesen ein höherer Anteil der Steuer unterworfen wird. (Rentenbeginn 2020 80%; 2021 81%; ...)

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30.01.2020

Es gibt genügend Gründe diese Regierungsparteien nicht mehr zu wählen.

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30.01.2020

Dies ist genau das System dieser Regierung! Von den arbeitenden Sozialabgaben zahlenden Menschen solange kassieren wie es geht. Und dann geht es weiter mit der Rente! Wenn ein Arbeiter in Österreich genauso viel und genauso lang in die dortige Rentenkasse eingezahlt hat wie hier in Deutschland, bekommt er in Österreich eine um 50% höhere Rente. 50% !!!!!!!!!!!!

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30.01.2020

Wieder ein Indiz dafür, wie pervertiert unsere Steuergesetze sind!
Warum wird so ein Zustand in einem so hoch entwickelten Land, wie Deutschland aufrecht erhalten?
Wohl um viele mit hohen Gehältern beschäftigt zu halten, die dringend am produktiven Arbeitsmarkt gebraucht würden? :-)

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