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CDU-Parteitag

13.01.2021

Röttgen setzt nicht auf Koalition mit FDP nach der Bundestagswahl

Norbert Röttgen (links) kandidiert mit Armin Laschet und Friedrich Merz um den CDU-Vorsitz.
Bild: Michael Kappeler, dpa

Exklusiv Der CDU-Vorsitzkandidat hält Liberale drei Jahre nach Jamaika-Aus als Regierungspartner für ungeeignet: "Auf eine Partei, die mal Lust hat zu regieren und dann wieder nicht, kann man sich nicht verlassen."

Wenige Tage vor der Wahl des neuen CDU-Parteichef hat sich der Kandidat Norbert Röttgen gegen eine Koalition der Union mit der FDP nach der kommenden Bundestagswahl ausgesprochen. „Die FDP hat ein historisches Versagen zu verantworten, indem sie sich nach zwei Großen Koalitionen einem neuen Anfang und der Regierungsverantwortung verweigert hat“, sagte Röttgen unserer Redaktion. „Auf eine Partei, die mal Lust hat zu regieren und dann wieder nicht, kann man sich nicht verlassen“, betonte er. „Das sind unsichere Kantonisten, auf die ich nicht setzen würde“, erklärte der CDU-Außenpolitiker. 

„Kann ja sein, dass die FDP jetzt auf einmal wieder auf die Idee gekommen ist, dass der Sinn von Politik auch darin bestehen könnte, zu gestalten, zu entscheiden und zu regieren“, sagte Röttgen. Doch auch die Wähler würden das Scheitern der Jamaika-Koalition vor drei Jahren nicht vergessen.

Röttgen würde sich auch eine Kanzlerkandidatur zutrauen

Röttgen betonte zugleich, dass er sich im Falle eines Wahlsiegs auf dem CDU-Parteitag prinzipiell auch die Kanzlerkandidatur der Union zutraue: „Es ist das Selbstverständnis der CDU, dass ihr Vorsitzender das Kanzleramt ausführen will und es auch kann“, sagte der CDU-Außenpolitiker unserer Redaktion. „Wir sollten nicht den Weg der SPD einschlagen und sagen: Wir haben zwar einen Parteichef, aber das Kanzleramt trauen wir dem nicht zu“, sagte er.

Es sei trotzdem kein Automatismus, dass der CDU-Vorsitzende auch Kanzlerkandidat der Union werde. „Es geht im Wahlkampf nicht um das eigene Ego, sondern um die bestmögliche Aufstellung“, sagte der Kandidat und verwies zugleich auf das Mitspracherecht der CSU und deren Parteichef: „Wenn ich gewählt werde, werde ich mich sehr rasch mit Markus Söder besprechen“, sagte Röttgen. „Wir kennen uns ja seit Jahrzehnten, waren beide Landesvorsitzende der Jungen Union, beide Umweltminister während der Atomkatastrophe von Fukushima. Ich werde ihn aufsuchen, denn ich bin ja dann der Neue im Amt.“

Röttgen lobt Söders Krisenmanagement

Allerdings werde es in diesem Falle sicher kein Frühstück geben, wie als die damalige CDU-Chefin Angela Merkel und dem CSU-Vorsitzenden Edmund Stoiber die Kanzlerkandidatur überließ: „Um gleich gar keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, würde ich eine andere Tageszeit bevorzugen“, sagte Röttgen. Gleichwohl lobt der CDU-Politiker den bayerischen Ministerpräsidenten: „Ich finde, was Markus Söder in dieser Krise auszeichnet, ist seine klare Kommunikation“, sagte Röttgen. „Damit hat er Vertrauen geschaffen. Das ist eine große Leistung.“

 

Der Außenpolitiker erwartet, dass der CDU-Parteitag in seiner durch die Pandemie erzwungenen virtuellen Form besonders spannend werde, weshalb er sich auf seine Rede vorbereite: „ Auch vor einem Parteitag mit Publikum würde ich mich vorbereiten“, sagte Röttgen. „Aber natürlich werden die Emotionen und die Atmosphäre fehlen. Als Redner spricht man in eine dunkle Kamera hinein. Man spürt nicht, wie die Delegierten reagieren, kann nicht mit ihnen interagieren. So etwas lässt sich nicht üben. Auch deshalb wird der Parteitag so spannend.“ (AZ)

Lesen Sie das ganze Interview mit Norbert Röttgen: Norbert Röttgen als neuer CDU-Chef? "Es geht nicht um das eigene Ego"

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13.01.2021

Gut dass einer diesen "nicht verhältnismäßig" Schaumschlägern eine Absage erteilt.

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13.01.2021

Herr Röttgen die Aufregung lohnt nicht, sie sollten abwarten ob die GRÜNEN nach der Wahl im Oktober der UNION ein Koalitionsangebot machen.

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13.01.2021

Für mich ist die Frage ob Hr. Röttgen gefragt werden wird. Kann ich mir, Stand heute, eigentlich nicht vorstellen.

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13.01.2021

Tja Herr Röttgen, falsche Antwort, setzen sechs und eine Stimme weniger im Herbst.
Auch Sie interpretieren die Motive der FDP von damals (zumindest nach außen hin) falsch oder haben sie schlichtweg nicht verstanden.
"Lieber nicht regieren als schlecht regieren!" ist ein Bezug auf die liegengebliebenen liberalen Werte (also das Gegenteil von Verteilungs- und Interventionspolitik eines sozialen Globalismus), welche eine FDP spät, aber auf einmal doch kapiert hat, zu vertreten und mit dem Move von Hr. Lindner auch (zumindest nach außen hin) vertreten hat. War schon mal anders.
Unabhängig, ob ich die FDP gut oder schlecht finde, fand ich diesen Move zwar gewagt aber ziemlich geschickt, weil mutig und eben ggü. den Werten dieser Partei konsequent.
Und Sie gehören offenbar zur Kategorie "Lieber schlecht regieren als gar nicht regieren!". Da werden Sie bestimmt ein paar Wähler finden, die diesen Weg mitgehen möchten.
Dann koaliert man eben mit drei bis vier Farben in Zukunft, solange "hauptsache Regieren" möglich ist..
Wir werden sehen.

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13.01.2021

Na da überholt er sich ja selber links? Das heißt, für ihn kommt nur eine linke Koalition in Frage. Auf Wiedersehen Herr Röttgen! Das war es dann mit dem Parteivorsitz. War aber ohnehin schon absehbar. Aber lieber eine klare Ansage, als das Herumgeeiere manch anderer Politiker*innen.

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13.01.2021

Auf die Rechten kann man sich halt verlassen.
Möglicherweise sorgt ja der Friederich für eine noch linkere Koalition - ohne selbst dabei zu sein.
Der Donald ist ja gerade auch dabei in den USA dem Kommunismus zum Durchbruch zu verhelfen.

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13.01.2021

"Der Donald ist ja gerade auch dabei in den USA dem Kommunismus zum Durchbruch zu verhelfen."
Schön Herr Georg Kr., dass Sie sich freuen können über einen "Durchbruch" einer Ideologie, die 100 Millionen Menschenleben auf dem Gewissen hat. Aber ich weiß, der realexistierende Kommunismus wurde ja nie umgesetzt. Sie wissen es natürlich viel besser!

https://www.achgut.com/artikel/100_jahre_kommunismus._100_millionen_tote

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