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Kanada

27.01.2018

Rücktritte nach Sex-Affären

Patrick Brown

Gleich drei Politiker reagieren auf schwere Vorwürfe

Die „Me Too“-Bewegung hat in voller Kraft die kanadische Politik erreicht. Binnen 24 Stunden mussten drei Politiker ihren Rücktritt erklären, nachdem Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens oder „unangemessenen“ Verhaltens gegen sie erhoben worden waren. Kanadas Premierminister Justin Trudeau bekräftigte seine Haltung der „Null-Toleranz“ in solchen Fällen.

Während sich Trudeau am Donnerstagabend auf den Rückflug vom Weltwirtschaftsforum in Davos nach Ottawa machte, veröffentlichte sein Büro eine Erklärung: Der für Sport und Menschen mit Behinderungen zuständige Minister Kent Hehr, der aufgrund seiner Querschnittslähmung im Rollstuhl sitzt, tritt wegen der gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück. Eine frühere Bedienstete des Parlaments der Provinz Alberta, deren Mitglied Hehr vor seiner Wahl ins Bundesparlament 2015 war, hatte ihn auf Twitter beschuldigt, ihr gegenüber anzügliche Kommentare wie „Du bist lecker“ gemacht zu haben und dass sie an ihrem ersten Arbeitstag gewarnt worden sei, mit dem Politiker allein in einem Fahrstuhl zu sein. „Belästigung jeder Art ist unakzeptabel“, erklärte Trudeau.

Hehrs Rücktritt war das vorläufige Ende von 24 turbulenten Stunden. Am Mittwochnachmittag war der Vorsitzende der Konservativen Partei in der Atlantikprovinz Nova Scotia, Jamie Baillie, zurückgetreten, nachdem ihm eine Mitarbeiterin „unangemessenes Verhalten“ vorgeworfen hatte.

Vier Monate vor der Wahl zum Provinzparlament musste auch der Vorsitzende und Spitzenkandidat der Konservativen, Patrick Brown, zurücktreten. Ebenfalls am Mittwoch waren gegen ihn Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens erhoben worden. Er bestreitet diese Vorwürfe. Aber sein kompletter Mitarbeiterstab kündigte und die Partei forderte ihn zum Verzicht auf seine Spitzenämter auf. Brown waren sehr gute Chancen eingeräumt worden, bei der Wahl im Mai die seit 14 Jahren in Ontario regierenden Liberalen von der Macht zu verdrängen. Wer die Konservativen nun in die Wahl führen wird, ist unklar.

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