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AfD
12.10.2021

AfD-Chef Jörg Meuthen will nicht mehr kämpfen

Jörg Meuthen zieht die Konsequenzen aus dem wachsenden Widerstand, der ihm entgegenschlägt: Der Co-Parteivorsitzenden tritt für diesen Posten nicht mehr an.
Foto: Kay Nietfeld, dpa

Der Vorsitzenden der AfD, Jörg Meuthen, hat seinen Abschied aus der Spitze der Partei angekündigt. Zuletzt war ihm die Partei entglitten.

Zuletzt war nicht zu übersehen, dass Jörg Meuthen die Fäden in der AfD längst entglitten sind. Zuletzt bekam er ganz offen vom Co-Vorsitzenden Tino Chrupalla und der Fraktionschefin Alice Weidel Kontra. Auf Parteitagen wurde seine Isolation überdeutlich. Das schlug dem Professor für Volkswirtschaftslehre nicht selten Hohn und Verachtung entgegen. Meuthen wiederum konnte nicht verbergen, dass er viele Beschlüsse für unsinnig hielt.

Einige Machtproben hat Jörg Meuthen gewonnen

Es ist ja auch nicht so, dass der 60-Jährige Europaabgeordnete leicht einzuschüchtern ist. Einige Machtproben hat er gewonnen oder zumindest überstanden. Meuthen war maßgeblich dafür verantwortlich, dass Rechtsaußen Andreas Kalbitz im Mai 2020 aus der Partei gedrängt wurde. In aussichtslose Schlachten ziehen, um mit Pauken und Trompeten unterzugehen, ist seine Sache allerdings nicht.

Meuthen wird oft als "gemäßigter" Politiker der AfD bezeichnet. Ein Adjektiv, das vor wenigen Jahren kaum verwendet wurde. Auf dem hitzigen Parteitag in Essen wurde er 2015 erstmals zum Co-Vorsitzenden neben Frauke Petry gewählt. Dass Petry nach der Bundestagswahl 2017 entnervt hinschmiss, galt damals als Symbol für einen Rechtsruck.

Wofür Meuthen politisch steht, war lange unklar

Wofür Meuthen politisch steht,war lange unklar. Kritiker warfen ihm vor, dass er sich bei rechtsradikalen Kräften im Osten geradezu anbiedern würde, um sich seine eigenen Machtoptionen zu sichern. So verzichtete er im Sommer 2019 noch darauf, einen Aufruf in der Partei gegen den Anführer des völkischen AfD-Flügels, Björn Höcke, zu unterzeichnen.

In den letzten Jahren änderte Meuthen die Tonlage. Er monierte, dass die Radikalisierung seiner Partei schaden würde - und sah sich in dieser Einschätzung durch die Verluste bei der Bundestagswahl bestätigt. Doch die AfD wollte ihm auf dem Weg weg von extrem rechten Positionen nicht mehr folgen.

Was ihm bleibt, ist ein veritabler AfD-Rekord: Schließlich hielt sich der gebürtige Essener sechs Jahre an der Parteispitze. Er werde weiterhin seine "Stimme hörbar" einsetzen, schrieb er an die Parteimitglieder. Ob er das innerhalb der AfD tun will oder kann, steht nicht in seinem Statement.

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11.10.2021

Wie sagt Meuthen mal. Die AfD ist nicht rechtsradikal. Schauen sie sich an, wer sie führt ... er als Feigenblatt hat nun auch ausgedient. Die Spitzenpositionen werden immer mehr von rechtsradikalen Flügel besetzt. Die Landesliste Bayern bei der Bundestagswahl war schon Flügelgeführt. Unter anderem ein Kandidat den nur sein Abgeordnetenstatus die Beendigung der Beobachtung durch den Verfassungsschutz ein Ende gesetzt hat. Der in illegale Kriegswaffenhandel verwickelt war, offen bekennende Rechtsradikale als Mitarbeiter beschäftigt usw. Ach und ungeklärte Finanzspritzen von unbekannten war bei der und dem anderen auch dabei. Wie kommen solche auf die Spitzenplätze? Hat die AfD keine anderen Kandidaten und traut sich keiner?
Meuthens Ende war deshalb absehbar. Er hat es nur mit größter Mühe und Not geschafft, Kalbitz aus der Partei vorläufig zu schmeißen. Was auch sehr schmerzhaft für einige AfDler war. Für einen sogar körperlich, weil er einen "freundschaftlichen" Schlag von Kalbitz erhielt und dabei schwere Verletzungen davon trug.
Und der Wahlerfolg der rechtsextremen AfD Landesverbände im Osten war der Schlussstein für Meuthens Ende.

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11.10.2021

Herr Meuthen verlieren sie nicht den Mut, machen sie weiter und bekämpfen sie die Ignoranten der AfD sowie die der restlichen Parteien.

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